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Georg Albert

G., der zweite und zugleich letzte Herzog von Sachsen-(Weißenfels)-Barby verkörpert den Typus des unauffälligen Duodezfürsten, der in einer ländlich geprägten mitteldeutschen Kleinstherrschaft residierte. – Über G. ist bislang nur wenig bekannt. Er wuchs zunächst bei seinen Eltern am großväterlichen Hof Johann Georgs II. von Anhalt-Dessau in Dessau auf, ehe der Umzug in die neue Residenz Barby erfolgte. 1709 wurde er zum Obristen eines brandenburg-preußischen Infanterieregiments ernannt. 711, durch den frühen Tod seiner drei älteren Brüder, zum Erben der Duodezherrschaft Sachsen-(Weißenfels-)Barby geworden, verwaltete G. diese seit seinem Regierungsantritt 1728 im Sinne seines Vaters weiter. Den durchziehenden Salzburger Emigranten bereitete der Herzog 1732 höchstpersönlich einen sehr freundlichen Empfang. Nach der Scheidung seiner äußerst unglücklichen Ehe 1732 kehrte die Ehefrau in ihre schlesische Heimat zurück. Mit dem Tod von G. fiel die Grafschaft Barby 1739 zunächst an Johann Adolf II., den letzten regierenden Herzog von Sachsen-Weißenfels, und nach dessen Ableben (1746) an Kursachsen zurück. – Das im Stil der Hofkalender 1728 bis 1736 geführte Tagebuch von G. vermittelt einen guten Eindruck vom wenig aufregenden Leben in der Provinz, das v.a. durch häufige Jagden und gelegentliche Verwandtenbesuche geprägt war.

Quellen Sächsisches Staatsarchiv - Hauptstaatsarchiv Dresden, 10024 Geheimer Rat, Loc. 9603/18.

Literatur Gottlob Traugott Gabler, Die Fürstengruft auf Neu=Augustusburg, Weißenfels 1844; Karl Höse, Chronik der Stadt und Grafschaft Barby: nach Urkunden, alten Ueberlieferungen, geschichtlichen Aufzeichnungen sowie anderen Quellen, Barby 1901; Hellmut Kretzschmar, Zur Geschichte der sächsischen Sekundogeniturfürstentümer, Teil 1, in: Sachsen und Anhalt 1/1925, S. 312-343; Weltsicht und Selbstverständnis im Barock. Die Herzöge von Sachsen-Weißenfels - Hofhaltung und Residenzen, hrsg. vom Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V., Halle 1999; Barocke Fürstenresidenzen an Saale, Unstrut und Elster, hrsg. vom Museumsverbund „Die Fünf Ungleichen e.V.“ und dem Museum Schloss Moritzburg Zeitz, Petersberg 2007 (P). – DBA I.

Porträt G. von Sachsen-Weißenfels-Barby, Werkstatt Antoine Pesne, um 1735, Öl auf Leinwand, Museum Weißenfels – Schloss Neu-Augustusburg, ohne Inventar-Nr. (Bildquelle) [CC-BY-NC-SA 4.0; dieses Werk ist lizensiert unter einer Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International License].

Jochen Vötsch
4.1.2023


Empfohlene Zitierweise:
Jochen Vötsch, Georg Albert, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (7.2.2023)

Georg Albert



Quellen Sächsisches Staatsarchiv - Hauptstaatsarchiv Dresden, 10024 Geheimer Rat, Loc. 9603/18.

Literatur Gottlob Traugott Gabler, Die Fürstengruft auf Neu=Augustusburg, Weißenfels 1844; Karl Höse, Chronik der Stadt und Grafschaft Barby: nach Urkunden, alten Ueberlieferungen, geschichtlichen Aufzeichnungen sowie anderen Quellen, Barby 1901; Hellmut Kretzschmar, Zur Geschichte der sächsischen Sekundogeniturfürstentümer, Teil 1, in: Sachsen und Anhalt 1/1925, S. 312-343; Weltsicht und Selbstverständnis im Barock. Die Herzöge von Sachsen-Weißenfels - Hofhaltung und Residenzen, hrsg. vom Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V., Halle 1999; Barocke Fürstenresidenzen an Saale, Unstrut und Elster, hrsg. vom Museumsverbund „Die Fünf Ungleichen e.V.“ und dem Museum Schloss Moritzburg Zeitz, Petersberg 2007 (P). – DBA I.

Porträt G. von Sachsen-Weißenfels-Barby, Werkstatt Antoine Pesne, um 1735, Öl auf Leinwand, Museum Weißenfels – Schloss Neu-Augustusburg, ohne Inventar-Nr. (Bildquelle) [CC-BY-NC-SA 4.0; dieses Werk ist lizensiert unter einer Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International License].

Jochen Vötsch
4.1.2023


Empfohlene Zitierweise:
Jochen Vötsch, Georg Albert, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (7.2.2023)