Albinus (eigentl. Weiß, Weis) Petrus (Peter)
Rat, Archivar, Geschichtsschreiber, Rektor der Universität Wittenberg
* 18.6.1543 Schneeberg 31.7.1598 Dresden
VPeter, Baumeister in SchneebergMMagdalena, geb. Hübsch 1.1576 Ludmilla, geb. Fritsch, Tochter des Ratsherrn und Tuchmachers Thomas Fritsch 2.1584 Maria Magdalena, geb. Seelfisch, Tochter des Wittenberger Buchhändlers und Bürgermeisters Samuel SeelfischSJohann Peter; Samuel Peter; Peter; Christian; Christoph; Johann SamuelTAlbina; Magdalena
GND: 116279354

Nach dem Besuch der Fürstenschule in Meißen studierte A. seit 1559 in Frankfurt/Oder, Leipzig und Wittenberg Rechtswissenschaft und Geschichte. Kurz nach Erlangung der Magisterwürde 1576 hielt er in Wittenberg Vorlesungen. 1578 wurde A. an der dortigen Universität Professor der Poesie und 1586 Rektor. Anfang Januar 1588 verpflichtete ihn Kurfürst Christian I. als Sekretär und Archivar in die kurfürstliche Kanzlei nach Dresden. Nach dem Tod des Kurfürsten bestätigte der Administrator Friedrich Wilhelm I. von Sachsen-Weimar A. in diesen Funktionen. – Während der Tätigkeit als Archivar verfasste A. sein Hauptwerk, die „Meißnische Land- und Berg-Chronica“ in zwei Teilen, die auf seinem im Auftrag von Kurfürst August 1580 in deutscher Sprache erschienenen „Commentarius novus de Mysnia, Oder Newe Meysnische Chronica“ fußt. Daneben erarbeitete er in dieser Zeit eine Reihe größtenteils nur handschriftlich überlieferter Städtechroniken, u.a. von Annaberg, Chemnitz, Crimmitschau, Dresden, Schneeberg (heute in der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden), die als Vorarbeiten für eine Geschichte der meißnisch-sächsischen Städte gedacht waren. Diese Arbeit sollte nach A.s eigenen Angaben Teil einer zehnbändigen Beschreibung und Geschichte der Mark Meißen werden. Neben der veröffentlichten Landes- und Bergchronik waren eine Fürsten-, Wappen-, Stifts-, Adels-, Städte-, Tag-, Jahres- und eine Sprachchronik geplant. Das von A. verfasste „New Stammbuch und Beschreibung des uhralten kurfürstlichen ... Hauses zu Sachsen“, das auf Georgius Agricolas „Sippschaft des Hauses Sachsen“ aufbaut und von Matthäus Dresser ergänzt und 1602 veröffentlicht wurde, ist wohl als die Fürstenchronik innerhalb des zehnbändigen Gesamtwerks anzusehen. Die restlichen sieben Bände wurden nie realisiert.



Q  J. G. Horn, Leben und Schriften Magistri Petri Albini, [Anfang 18. Jahrhundert] (WV) [MS, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden].

W  Commentarius novus de Mysnia, Oder Newe Meysnische Chronica, Wittenberg 1580 (2. Ausgabe: Meißnische Land- und Berg-Chronica, 2 Bde., Dresden 1589-1590); New Stammbuch und Beschreibung des uhralten kurfürstlichen ... Hauses zu Sachsen ..., fortgesetzt von M. Dresser, Leipzig 1602; Annabergische Annales de anno 1492 biss 1539, kritische Ausgabe von L. Bönhoff, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte von Annaberg 11/1910, S. 1-50; Chronica Beschreibung des Schneebergs ..., 1574 [MS, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden].

L  [E. Herzog], Zur Lebensgeschichte des Petrus A., in: Archiv für Sächsische Geschichte 11/1873, S. 201-206 (WV); G. Sommerfeldt, Weiteres über den Geschichtsschreiber Peter A., in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte und Altertumskunde 39/1918, S. 398-411. – ADB 1, S. 223; DBA I, II, III; DBE 1, S. 74; NDB 1, S. 151.

P  Stich, undatiert, Privatbesitz, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Abteilung Deutsche Fotothek (Bildquelle).



Reinhardt Eigenwill
10.4.2006


Empfohlene Zitierweise:

Reinhardt Eigenwill, Albinus (eigentl. Weiß, Weis), Petrus (Peter), in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (27.4.2017)

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