Veith Johann Philipp
Landschaftsmaler, -zeichner, -radierer und -kupferstecher
* 8.2.1768 Dresden 18.6.1837 Dresden
VLohndienerSOtto Julius (* 1808), Inspektor einer Privatgalerie in Wien; Robert Maximilian (* 1810), Lithograf in Wien; Carl Moritz (1818-1866), Bildniszeichner und -lithograf
GND: 117368601





V., der seine Laufbahn als Stuben- und Dekorationsmaler begann, spielte im Dresdner Kunstleben um 1800 keine unwesentliche Rolle. So pflegte er Umgang mit der Familie Anton Graffs, einschließlich des Schwiegersohns Carl Ludwig Kaaz. Auch dem jungen Caspar David Friedrich, dessen Teilnahme an den Kunstausstellungen der Dresdner Akademie er bereits aufmerksam verfolgt hatte, war er ein älterer Freund. Eine engere Freundschaft verband ihn mit Philipp Otto Runge, der im Juni 1801 nach Dresden übergesiedelt war. Somit muss V. zu den wichtigen Wegbereitern der Dresdner Romantik gezählt werden, ohne dass er diese künstlerische und geistige Haltung konsequent mit vollzog. Im Alter wandte er sich sogar wieder mehr den Landschaftern des 17. Jahrhunderts zu, die er für den Kunsthandel reproduzierte. – V. ist einer der interessantesten Schüler von Adrian Zingg, der außerdem auch Einflüsse von Johann Christian Klengel, Salomon Gessner und Johann Christian Reinhart aufnahm. Ab 1798 erhielt V. von der Dresdner Akademie der Schönen Künste eine jährliche Pension von 100 Talern, wofür er der Porzellanmanufaktur in Meißen Zeichnungen zu liefern hatte. 1802 wurde ihm ein Stipendium für eine Italienreise gewährt. Elf Jahre später reiste V. noch einmal in den Süden. Außer Rom hat er die Schweizer Seen, Venedig, Terracina und Pompeji aufgesucht. Die dort entstandenen Skizzen verarbeitete er in sorgfältig ausgeführten Zeichnungen, Radierungen und Kupferstichen. Mit seinen Pinselzeichnungen italienischer Motive befand sich V. auf dem Höhepunkt seiner künstlerischen Entwicklung. Doch mit den Jahren wurde der Anteil der Kupferstiche größer. 1794/95 illustrierte er Karl August Engelhardts „Mahlerische Wanderungen durch Sachsen“, 1808 Heinrich Rittners „Dresden mit seinen Prachtgebäuden und schönsten Umgebungen“ sowie weitere Reisewerke mit aufwändigen Stichen. Insgesamt sind 206 gestochene Blätter von ihm bekannt. 1825 und erneut 1839 erschienen seine besten Stiche bei Rittner unter dem Titel „Arbeiten der Muße“. Anfang der 1830er-Jahre stach V. für den Sächsischen Kunstverein nach Gemälden von Johann Christian Reinhart, Caspar David Friedrich, Johann Christian Clausen Dahl und Ernst Ferdinand Oehme. Diese Arbeiten gehören zu den besten Blättern der „Chronik des Sächsischen Kunstvereins“. Als im Alter V.s Augenlicht nachließ, arbeitete er nur noch als Kupferstecher nach fremden Vorlagen. 1833 wurde er zum Professor ernannt, nachdem er schon seit 1817 Mitglied der Dresdner Kunstakademie gewesen war. Unter seiner Anleitung bildeten sich Carl Justus Ludwig Pescheck, Johann Friedrich Franz Bruder, Johann Friedrich Wizani, August Heinrich und Christian Gottlob Hammer aus. – Mit seinen stimmungsvollen Ton-in-Ton-Zeichnungen vertrat V. die breite Schicht sächsischer Künstler, die in der Landschaftsmalerei der Goethe-Zeit zwischen Spätbarock, Empfindsamkeit und Romantik vermittelte.



Q  Sächsisches Staatsarchiv - Hauptstaatsarchiv Dresden, Kunstakademie Dresden; Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Handschriftenabteilung; Staatsarchiv Hamburg, Ulex, Mappe 71 (Veith).

W  Flusslandschaft mit Fischern im Mondschein, 1797, Schwarze Kreide, Pinsel in Schwarz, weiß gehöht, Albertina Wien, Grafische Sammlung; Der Abend, 1797, Pinsel in Sepia über Graphit, ebd.; Die Feuersbrunst, 1797, Pinsel in Sepia über Graphit, ebd.; Gebirgslandschaft mit Brücke und Wehr am Fluss, Pinsel in Sepia über Graphit, Staatliche Museen Berlin - Preussischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett; Flusslandschaft, Pinsel in Sepia über Graphit, ebd.; Gehöft im Wald, Feder in Schwarz, aquarelliert, Kunstsammlungen der Veste Coburg; Colosseum in Rom, Pinsel in Sepia über Graphit, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett; Vue d’Italie, Pinsel in Sepia über Graphit, weiß gehöht, Staatliche Graphische Sammlung München; Buchillustrationen: K. A. Engelhardt, Mahlerische Wanderungen durch Sachsen, 2 Bde., Leipzig 1794/95; H. Rittner, Dresden mit seinen Prachtgebäuden und schönsten Umgebungen, Dresden 1808; Arbeiten der Muße, Dresden/Leipzig 1839.

L  J. G. Meusel, Gedanken und Bemerkungen über die diesjährige Gemälde-Ausstellung der Churfürstlichen Academie der Mahlerey zu Dresden, in: Neues Museum für Künstler und Kunstliebhaber 1/1794, S. 262; J. G. A. Klaebe (Hg.), Neuestes gelehrtes Dresden oder Nachrichten von jetzt lebenden Dresdner Gelehrten, Schriftstellern, Künstlern, Bibliotheken und Kunstsammlern, Leipzig 1796, S. 175; M. Grönig/M. L. Sternath (Bearb.), Die deutschen und Schweizer Zeichnungen des späten 18. Jahrhunderts, Wien 1997, S. 269-271; A. Fröhlich, Landschaftsmalerei in Sachsen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Weimar 2002, S. 131-136; dies., Johann Philipp V., in: Weltkunst 72/2002, H. 10, S. 1584f. – ADB 39, S. 552f.; DBA I, II; Thieme/Becker, Bd. 34, Leipzig 1999, S. 182f.

P  Porträt Johann Philipp V., C. C. Vogel v. Vogelstein, Zeichnung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett.



Anke Fröhlich
14.11.2011


Empfohlene Zitierweise:

Anke Fröhlich, Veith, Johann Philipp, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (24.11.2017)

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