Schnorr von Carolsfeld Franz Leopold
Direktor der Königlichen öffentlichen Bibliothek Dresden, Philologe
* 11.4.1842 München 8.2.1915 Dresden Dresden, Alter Annenfriedhof(ev.)
VJulius Veit Hans (1794-1872), Maler, Professor an der Kunstakademie DresdenMMarie, geb. Heller (1807-1882)G8 u.a. Karl (1830-1895), Generaldirektor der Bayerischen Staatseisenbahnen; Emilie Juliane (1832-1864); Ludwig (1836-1865), Opernsänger; Eduard (1838-1910), Chemiker; Georg (1848-1926), sächsischer Artillerieoffizier
GND: 116848987






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Der vierte Sohn des Dresdner Galeriedirektors und Illustrators der berühmten Bilderbibel Julius Schnorr von Carolsfeld legte das Abitur an der Dresdner Kreuzschule ab und studierte zunächst in Göttingen Philologie, ehe er seine Ausbildung in Berlin fortsetzte. Hier promovierte er 1864 über das Thema „Verborum collocatio Homerica quas habeat leges et qua utatur libertate“. Mehrere Jahre fungierte er als Herausgeber des „Archivs für deutsche Literaturgeschichte“ und verfasste biografische Artikel für die ADB. 1866 begann S. seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter in der Königlichen öffentlichen Bibliothek Dresden. Er trat 1887 die Nachfolge Ernst Wilhelm Förstemanns als Bibliotheksdirektor an und bekleidete dieses Amt bis 1907. Unter seiner Leitung erhielt die Bibliothek 1896 die Königliche Privatmusikaliensammlung. Die Kartensammlung wurde neu katalogisiert, die Inkunabelsammlung durch Konrad Haebler bibliografisch erfasst und die Sächsische Bibliographie begonnen. Sein größtes Verdienst aber war der gedruckte „Katalog der Handschriften der Königlichen Öffentlichen Bibliothek zu Dresden“, wovon er die ersten beiden Bände (1882/83) selbst bearbeitete. – S. war 1875 bis 1880 Stadtverordneter und engagiertes Mitglied der Tiedge-Stiftung in Dresden. Er gehörte der Nationalliberalen Partei an und war der erste Vorsitzende des nationalliberalen Deutschen Reichsvereins.



W  Verborum collocatio Homerica quas habeat leges et qua utatur libertate, Diss. Berlin 1864; Zur Geschichte des deutschen Meistergesangs, Berlin 1872; (Bearb.), Katalog der Handschriften der Königlichen Öffentlichen Bibliothek zu Dresden, Bd. 1-2, Leipzig 1882/83; (Hg.), Briefe aus Italien, geschrieben in den Jahren 1817-1827, Gotha 1886; Erasmus Alberus, Dresden 1893.

L  A. Hinrichsen, Das literarische Deutschland, Berlin ²1891, S. 1186; E. Goetze, Franz S., in: NASG 36/1915, S. 113-120; H. Neubert, Zur Geschichte der Sächsischen Landesbibliothek, Leipzig 1936, S. 27-32; K. Assmann (Hg.), Sächsische Landesbibliothek Dresden 1556-1956, Leipzig 1956, S. 238. – DBA I, II; H. A. L. Degener (Hg.), Wer ist`s?, Leipzig 61912, S. 1428; K. Bader, Lexikon deutscher Bibliothekare im Haupt- und Nebenamt bei Fürsten, Staaten und Städten, Leipzig 1925, S. 232; T. Bürger/K. Hermann (Hg.), Das ABC der SLUB, Dresden 2006, S. 202f. (P).

P  Franz S., R. Richter, um 1895, Fotografie, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Abteilung Deutsche Fotothek (Bildquelle); Franz S., W. G. J. Witting, 1898, Öl auf Leinwand, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden.



Katrin Nitzschke
30.7.2010


Empfohlene Zitierweise:

Katrin Nitzschke, Schnorr von Carolsfeld, Franz Leopold, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (23.8.2017)

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