Luise Christine zu Stolberg-Stolberg
Aus dem Haus der Grafen zu Stolberg-Stolberg stammend, gehörte Luise zu Stolberg-Stolberg durch ihre Heirat mit Christian von Sachsen-Weißenfels zu den Fürstinnen der wettinischen Sekundogenituren. – Erst im Alter von fast 30 Jahren hatte sich Luise 1704 mit dem 35 Jahre älteren Grafen Johann Georg III. von Mansfeld-Eisleben vermählt, der am Hof des Herzog-Administrators August, dem Großvater ihres künftigen zweiten Ehemanns, in
Halle/Saale erzogen worden war. Das kinderlose Grafenpaar residierte abwechselnd auf den mansfeldischen Schlössern in
Mansfeld und
Artern. Seit 1710 verwitwet, blieb Luise der Grafschaft Mansfeld auch weiterhin verbunden. So löste sie 1711 das verpfändete Oberamt
Schraplau wieder ein, verkaufte es aber 1732 an König Friedrich Wilhelm I. von Preußen. Noch 1714 stiftete Luise aus dem Nachlass Johann Georgs III. einen Kelch mit Patene und Hostienschachtel der Hauptkirche St. Andreas in
Eisleben, einem wichtigen Begräbnisort des Mansfelder Grafenhauses. – Kurz nach dessen Regierungsantritt vermählte sich die Grafenwitwe Luise 1712 mit dem sieben Jahre jüngeren Herzog Christian von Sachsen-Weißenfels. Auch diese zweite Ehe sollte kinderlos bleiben. Mit ihrem Ehemann Christian nahm sie mehrfach an den glänzenden Festlichkeiten des Dresdner Hofs teil, so etwa im August 1718 auf dem Jagdschloss Moritzburg bei Dresden. Gewöhnlich begleitete Luise den jagdbegeisterten Herzog zu den großen Jagden bei
Freyburg/Unstrut, wo das Paar dann auf Schloss Neuenburg residierte. 1713 wurde der junge Heinrich von Brühl, der spätere sächsische Premierminister, Page in Luises Hofstaat, 1720 empfahl sie ihn weiter an den Dresdner Hof. 1736 verwitwet, blieb Luise in der Residenz
Weißenfels und lebte dort bis zu ihrem Tod 1738 mit der Familie ihres Schwagers Johann Adolf II., dem letzten Herzog von Sachsen-Weißenfels, freundschaftlich zusammen.
Literatur Gottlob Traugott Gabler, Die Fürstengruft auf Neu-Augustusburg. Oder: Die Herzöge von Sachsen-Weißenfels und Querfurth, Weißenfels 1844; Hermann Grössler/Adolf Brinkmann/Gustav Sommer (Bearb.), Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete, H. 19: Der Mansfelder Seekreis, Halle/Saale 1895; Barocke Fürstenresidenzen an Saale, Unstrut und Elster, hrsg. vom Museumsverbund „Die Fünf Ungleichen e.V.“ und dem Museum Schloss Moritzburg, Zeitz/Petersberg 2007; Joachim Säckl/Henrike Rucker, Höfische Festmusiken. Bachs „Jagdkantate“ und „Schäferkantate“ im Lichte der Weißenfelser Fürstengeburtstage von 1713 und 1725, in: Bach-Jahrbuch 106/2020, S. 103-136.
Porträt Luise Christine, Gräfin zu Stolberg, Gemälde, Schloss Ortenberg, Fürstlich Stolbergisches Rentamt (Bildquelle).
Jochen Vötsch
1.4.2026
Empfohlene Zitierweise:
Jochen Vötsch, Artikel: Luise Christine zu Stolberg-Stolberg,
in: Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde,
https://saebi.isgv.de/biografie/24376 [Stand 01.04.2026, Aufruf 04.05.2026].
Luise Christine zu Stolberg-Stolberg
Literatur Gottlob Traugott Gabler, Die Fürstengruft auf Neu-Augustusburg. Oder: Die Herzöge von Sachsen-Weißenfels und Querfurth, Weißenfels 1844; Hermann Grössler/Adolf Brinkmann/Gustav Sommer (Bearb.), Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete, H. 19: Der Mansfelder Seekreis, Halle/Saale 1895; Barocke Fürstenresidenzen an Saale, Unstrut und Elster, hrsg. vom Museumsverbund „Die Fünf Ungleichen e.V.“ und dem Museum Schloss Moritzburg, Zeitz/Petersberg 2007; Joachim Säckl/Henrike Rucker, Höfische Festmusiken. Bachs „Jagdkantate“ und „Schäferkantate“ im Lichte der Weißenfelser Fürstengeburtstage von 1713 und 1725, in: Bach-Jahrbuch 106/2020, S. 103-136.
Porträt Luise Christine, Gräfin zu Stolberg, Gemälde, Schloss Ortenberg, Fürstlich Stolbergisches Rentamt (Bildquelle).
Jochen Vötsch
1.4.2026
Empfohlene Zitierweise:
Jochen Vötsch, Artikel: Luise Christine zu Stolberg-Stolberg,
in: Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde,
https://saebi.isgv.de/biografie/24376 [Stand 01.04.2026, Aufruf 04.05.2026].