Eberhard Deutschmann

D. zählt zu den herausragenden Vertretern des industriellen Bauens und der Ingenieurbaukunst. Er leistete einen großen Beitrag zur Architekturentwicklung in der DDR, war Inhaber von fünf Patenten und genoss auch nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990 internationales Ansehen. D. gilt ebenfalls als bedeutende Persönlichkeit des sorbischen Kulturlebens, insbesondere durch die Erforschung und Denkmalpflege der Lausitzer Volksbauweise (Blockbauten, Umgebinde- und Fachwerkhäuser) im sorbischen Siedlungsgebiet. – D. absolvierte 1945 bis 1949 als Delegierter der Domowina auf Empfehlung von Paul Nedo an der Technischen Hochschule (TH) Prag ein Studium des Bauingenieurwesens, das er in der Fachrichtung „Konstruktiver Ingenieurbau“ mit „sehr gut“ abschloss. Ab 1949 wirkte D. als Bauleiter beim Bau des „Sorbischen Hauses“ (sorb. Serbski dom) in Bautzen (sorb. Budyšin) und entwarf die Konsumverkaufsstelle „Dom serbskich drastow“. 1949/1950 bis 1956 war D. als Projektierungsingenieur sowie als Assistent und Oberassistent unter Heinrich Rettig am Lehrstuhl für Baukonstruktion- und Entwurfslehre an der TH Dresden tätig. Das durch Rettig vermittelte Erbe des Deutschen Werkbunds spiegelt sich sowohl in den gemeinsam projektierten Studentenwohnheimen am Zelleschen Weg (1952) wider als auch in dem 1952/1953 von D. errichteten Atelierbau für den sorbischen Künstler und Schriftsteller Martin Nowak-Neumann (sorb. Měrćin Nowak-Njechorński) in Nechern (sorb. Njechorń). In Zusammenarbeit mit Fritz Schaarschmidt entstand 1956 bis 1958 der Heidebroek-Bau der TH Dresden, dessen acht vorgespannte V-förmige Betonfalten stützenlos eine Fläche von 42x28 Meter überspannen. Gemeinsam mit Leopold Wiel verfasste D. 1955 das Lehrbuch für „Baukonstruktionen unter Anwendung der Maßordnung im Hochbau“ (heute der „Wiel“). Mit der Dissertation „Die typischen Konstruktionsmerkmale der Lausitzer Holzbauten unter besonderer Berücksichtigung des sorbischen Anteils“ wurde D. 1957 zum Dr.-Ing. promoviert. Seine Bauforschungen mündeten in dem Buch „Lausitzer Holzbaukunst“ (1959), das große internationale Anerkennung fand und noch heute ein Standardwerk für die Hausformlandschaften der Lausitz darstellt. Zeitlebens blieb D. den Forschungen und der Denkmalpflege dieser traditionellen Bauweise verbunden: So wurde er 1991 zum Mitbegründer und 2005 zum Ehrenmitglied des Sächsischen Vereins für Volksbauweise. 1995 erschien das von ihm erstellte „Bildwörterbuch der Oberlausitzer Umgebindebauweise“. – Den Weg zum industriellen Bauen eröffnete D.s Tätigkeit als Haupttechnologe und Leiter für Forschung und Entwicklung beim VEB Montagebau Berlin 1956 bis 1960/1961. Durch seine Arbeiten an Montage-Konstruktionen im Wohnungsbau und Erarbeitung von Mustertechnologien hatte D. maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Großblockbauweise in der DDR. Im Industriebau mit Stahlbetonfertigteilen führte er neue Bauweisen in Derrickmontagen in Gewichtsstufen von 20 bis 30 Tonnen ein, mit einer Standardisierung der Strukturierung und Organisation eines spezialisierten Montagebetriebs, der Entwicklung der Schalenmontage und dem Test offener und baustellengebundener Betonwerke und ihrer Fertigteilproduktion. Beispielhaft sind hierfür die Mitarbeit D.s am Kraftwerk Schwarze Pumpe, ein Experimentalbau in Coswig bei Dresden mit vorgespannten Wellenschalen sowie das Berliner Wohnhaus „Deutschmann“ zu nennen. Ende 1960 wechselte D. als Dozent an den Lehrstuhl für Technologie der Bauproduktion der Hochschule für Bauwesen Leipzig und habilitierte sich dort 1967. Mit seiner Habilitationsschrift „Technologische und meßtechnische Grundlagen für die Anwendung von Zwangspassungen bei Stützen aus Stahlbetonfertigteilen“ schuf D. durch Einführung neuer Mess- und Kontrollmethoden, insbesondere aus dem Gebiet der Geodäsie, wesentliche Voraussetzungen für die Einführung der statistischen Qualitätskontrolle zur Überwachung wichtiger Vorfertigungs- und Montageprozesse. 1967 wurde D. zum Professor mit Lehrauftrag für Baukonstruktions- und Entwurfslehre an der TU Dresden ernannt, zwei Jahre später erfolgte seine Berufung zum ordentlichen Professor für Produktionstechnik (Theorie der Bausysteme, Ausbautechnik) an die TU Dresden als Nachfolger von Rettig. Im Zuge der Hochschulreform 1968 entstand die Sektion Bauingenieurwesen, der D. 1971 bis 1976 als Direktor vorstand. Gleichzeitig war er Leiter des Wissenschaftsgebiets Produktionstechnik II (Ausbautechnik, Austauschbau) mit dem Schwerpunkt Komplexer Wohnungsbau und seit 1971 Leiter des von ihm gegründeten Lehrstuhls für Ausbautechnik und Austauschbau. – In Dresden begann D. bereits 1967 mit seinem ambitionierten Lebenswerk, der Entwicklung des 9-Megapond-Verfahrens, einer Großtafelbauweise im industriellen Bauen mit der Laststufe 9 Megapond (Mp.). D. nutzte erstmalig nicht das international übliche Plattenmaß von 6.000 Millimeter (dieses liegt auch dem Bautyp Wohnungsbauserie (WBS) 70 zugrunde), sondern das Maß von 7.200 Millimeter für die 9-Mp-Bauweise, um eine größere Variabilität zu erzielen. In einem Forschungsprojekt der Sektionen Bauingenieurwesen und Architektur, dem TU-Projekt in Zusammenarbeit mit der Bauakademie und dem VEB Baukombinat Dresden wurden unter D.s Leitung wesentliche Grundlagen für die Anwendung von Großtafeln erarbeitet. 1971 schuf D. einen Experimentalbau in 9-Mp-Bauweise mit feinmechanischer Werkstatt, Labor und Messraum, der als Sitz des Instituts für Ausbautechnik der TU Dresden diente. Mehrere konstruktive, technologische und verfahrenstechnische Lösungen der unter D.s Leitung entwickelten 9-Mp-Bauweise wurden später für die WBS 70 übernommen. So entstanden unter D., der auch Leiter des Forschungsschwerpunkts „Erdgeschosszonen für WBS 70“ war, ab 1977 die Grundlagen für die Anwendung von Wandrahmen zur Realisierung von Läden in Großtafelbauweise in den Erdgeschosszonen von Wohngebäuden. Nach einem Experimentalbau in Bautzen-Gesundbrunnen (sorb. Strowotna studnja) wurde das Projekt im Nordteil der Hauptstraße und am Albertplatz in Dresden realisiert. In enger Forschungskooperation entwickelte D. das Hubschalverfahren, ein industrielles kranloses Monolithbetonverfahren, für innerstädtische Wohnbauarchitektur mit einem Experimentalbau am Zelleschen Weg und Bauten in der Äußeren Neustadt. In den 1980er-Jahren widmete sich D. auch den wissenschaftlichen Problemen des energieökonomischen Bauens, der Erhaltung, Modernisierung und Rekonstruktion von Altbauten sowie den inzwischen eingetretenen Verschleißerscheinungen der Neubauten in Montagebauweise, wie sein Studienprogramm „Bauwerksdiagnostik“ belegt. Unter der Leitung von D. wurde eine Feuchtemesssonde entwickelt und exportiert sowie mehrere Internationale Kolloquien für Ausbautechnik veranstaltet. Als Hochschullehrer machte er sich um die Erarbeitung der Studienpläne im Bauingenieurwesen der DDR, der Einführung des Postgradualstudiums Ausbautechnik und bei der Einführung der Studienrichtung Kommunaler Tiefbau verdient. Mit seinem Buch „Konstruktionstechnik im Ausbau“ (1982) legte D. ein Kompendium der funktionell-technischen Grundlagen der Ausbautechnik vor. – D. wirkte in vielen nationalen und internationalen wissenschaftlichen Gremien: So war er seit 1969 Mitglied des CIB-Komitees der Deutschen Bauakademie (Internationaler Rat für Bauforschung), seit 1970 kandidierendes Mitglied der Deutschen Bauakademie und Vorsitzender der Sektion Wohnungs- und Gesellschaftsbau der Bauakademie. Des Weiteren war D. Mitglied der ständigen Prognosegruppe Bauwesen des Ministerrats, Vorsitzender des Gesellschaftlichen Rats der Vereinigung Volkseigener Betriebe Bauelemente und Faserbaustoffe, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats für Bauingenieurwesen und Architektur beim Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen sowie Mitglied der Kammer der Technik. D. förderte den Forschungsaustausch und die Kooperation mit Wissenschaftlern und Universitäten insbesondere aus der ČSSR, Schweden, Sowjetunion, VR Polen und VR Ungarn. – Zahlreiche Ehrungen wurden D. aufgrund seiner Forschungsleistungen zuteil, so 1974 für die Entwicklung des Verfahrens der 9-Mp-Bauweise die Verdienstmedaille, 1975 für die Entwicklung einer Universalrüttelkopfform und einer Glockengussform die Medaille für hervorragende Leistungen im Bauwesen in Gold, 1974 und 1978 den Preis der TU Dresden 2. Stufe. Darüber hinaus erhielt er die Medaille der Bauakademie der DDR in Würdigung hoher wissenschaftlich-technischer Leistungen. Die Verleihung der Ehrendoktorwürde im Februar 1991 durch die TU Budapest krönte sein Lebenswerk. – Im Juli 1991 wurde D. als ordentlicher Professor für Produktionstechnik (Theorie der Bausysteme, Ausbautechnik) an der TU Dresden nach der vorläufigen Hochschulverordnung im Freistaat Sachsen emeritiert. Danach widmete er sich wieder der Lausitzer Holzbaukunst. 2005 verstarb D. nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren in Dresden.

Quellen Sorbisches Institut Bautzen, Sorbisches Kulturarchiv, Bestand Eberhard D. und Sonja Šajbic-Dučmanowa; TU Dresden, Universitätsarchiv, B 7.17 Sektion 17 Bauingenieurwesen, Nr. 39, Promotionsakte Nr. 238, Personalakte II/013874, Professorensammlung, D., Professorenkatalog, D.; Hermann Wöckel, Gedächtnisrede zur Trauerfeier am 25. November 2005, Kapelle Alter Katholischer Friedhof Dresden [Ms.]; Familienarchiv Deutschmann/Scheibe (Dučman/Šajba).

Werke Bauwerke: Sorbisches Haus, Bautzen, 1949/1950; mit Heinrich Rettig, Studentenwohnheime Zellescher Weg, Dresden, 1952; Möbelentwürfe, Bautzen, 1952; Atelier Martin-Nowak-Neumann, Nechern, 1953; Klubzimmer Sorbisches Volkskunstensemble, Bautzen, 1954; Konsumverkaufsstelle Dom serbskich drastow, Bautzen, 1955; mit Fritz Schaarschmidt, Heidebroek-Bau TH Dresden, Dresden, 1956-1958; Wohnkomplexe Spremberg und Gera, Leichtbetonschüttbauweise, 1957; Haus Schuster, Purschwitz, 1957; Haus Deutschmann, Berlin-Köpenick, 1957-1958; Kraftwerk Schwarze Pumpe, Bereitschaftssiedlung, 30-KV-Station und Baustellen-Betonwerke in Montagebauweise, Spremberg-Schwarze Pumpe, 1957-1959; Wohnkomplexe, Montagebauweise, Böhlen, um 1957; Karbidfabrik Buna-Werke, Spannbeton-Montagebinder, Schkopau, ab 1958; Kaihalle 1, Überseehafen Rostock, 1960 (Montagetechnologie); Baustelleneinrichtung für einen Skelettbau in Montagebauweise, örtliche Herstellung der Fertigteile, 1961; Betonwerk zum Viadukt Mücheln (Baustelleneinrichtung, Entwürfe), 1961; Dampfkammer Betonwerk Ermsleben, um 1961 (Kapazitätsberechnung); Produktionshalle Neues Keramikwerk Sonneberg (Taktstraße, Tragwerksmontage), 1959-1961; Wellenschalen-Experimentalbau Coswig bei Dresden, um 1961; mit Heinz Graffunder, Alfred-Brehm-Haus, Tierpark Berlin-Friedrichsfelde, 1956-1963; mit VEB Baukombinat Leipzig (St), Messstand Plattenwerke Sellerhausen/Schönefeld, ab 1962; mit VEB BMK Chemie Halle, Rohrbrücke Leuna II (Fließfertigung, Genauigkeitssteigerung der Montagedurchgänge), 1963; mit VEB BMK Süd Leipzig, Bunkerschwerbau Kraftwerk Borna (Trockenstoß von Stahlbetonfertigteilstützen), 1964; mit Leopold Wiel, Wettbewerbsentwurf, Hotel am Fischerkiez, Berlin, 1968; Institut für Ausbautechnik, 9-Mp-Bauweise-Experimentalbau, TU Dresden, 1971; WBS-70-Großtafelbauweise-Experimentalbau mit Funktionsüberlagerung, Bautzen-Gesundbrunnen, 1976-1979 (Leiter der Grundlagenforschung, Wandrahmenkonstruktion); Umgestaltung Wohnhaus Alber Seifhennersdorf, 1984; Hubschalverfahren-Experimentalbau, TU Dresden (Erweiterungsbau zum Otto-Mohr-Laboratorium), 1985-1995 (Leiter der Grundlagenforschung, verfahrenstechnische Entwicklung); Wohnhaus Uhlmann/Schönlebe Berlin Rahnsdorf, 1987; mit Manfred Gerner, „Alte Mangel“, denkmalpflegerische Instandsetzung, Ebersbach, 1992/1993. – Schriften: mit Leopold Wiel, Baukonstruktionen unter Anwendung der Maßordnung im Hochbau, Leipzig 1955; mit Eva Schmidt u.a., Bautzen. Baudenkmale in Stadt und Land. Ein Beitrag zur Denkmalpflege, Bautzen 1955; Die typischen Konstruktionsmerkmale der Lausitzer Holzbauten unter besonderer Berücksichtigung des sorbischen Anteils, Diss. Dresden 1957; Lausitzer Holzbaukunst unter besonderer Würdigung des sorbischen Anteils, Bautzen 1959; Die Eignung der Schalenkonstruktionen für die Fertigteil-Montagebauweisen in der DDR, in: Bauplanung-Bautechnik. Wissenschaftlich-technische Zeitschrift für das Ingenieurbauwesen 15/1961, H. 4, S. 165-171; Einrichtung und maschinelle Ausrüstung der Baustelle, Leipzig 1964; Deutsche Bau-Enzyklopädie, Teil: Technologische Grundlagen der Montage von Industriehallen in Stahlbetonfertigteilen, Berlin 1965; Toleranzen und Passungen, Bd. 2, Einführung in die statistische Auswertung von Stichproben, Leipzig 1966; Technologische und meßtechnische Grundlagen für die Anwendung von Zwangspassungen bei Stützen aus Stahlbetonfertigteilen, Habil. Leipzig 1967 [MS]; Possibilities of Increasing Accuracy in the Assembly of Precast Reinforced-Concrete Units, CIB-Colloquium on Tolerances an Accuracy in Building, Kopenhagen 1970, in: CIB Report 16/1972, S. 105-112; mit Hermann Wöckel, Possibilities of Reducing the Number of Large Panel Types in Tall Buildings, Symposium on Tall Buildings, Moskau 1971, in: CIB Report 21/1972, S. 213-219; mit Hermann Wöckel, Auswirkungen der Funktionsüberlagerungen auf die Entwicklung der Gebäudesysteme, in: Wissenschaftliche Zeitschrift der TU Dresden 22/1973, H. 4, S. 614-616; Ingenieurtaschenbuch Bauwesen Band V. 2, Abschnitt 6, Prozeßmeßtechnik, Leipzig 1974, S. 312-347; mit Hermann Wöckel, Konstruktionsgeometrische Grundlagen der Funktionsunterlagerung bei der Wohnungsbauserie 70 - Geschoßhöhe 3300 mm, in: Wissenschaftliche Zeitschrift der TU Dresden 27/1978, H. 2, S. 453-459; Konstruktionstechnik im Ausbau, Berlin 1983; mit Klaus Scheidig u.a., Lehrbriefe Hoch- und Industriebau (Ausbautechnik, Austauschbau), Zentralstelle für das Hochschulfernstudium, Dresden 1972-1987; mit Klaus Röthig, Lehrbriefe Baukonstruktionslehre, Zentralstelle für das Hochschulfernstudium, Dresden 1981-1985; Stand und Entwicklung der Bauwerksdiagnostik im Hochbau, in: Wissenschaftliche Zeitschrift der TU Dresden 36/1987, H. 1, S. 225-227; mit Karl Berner u.a., Bildwörterbuch der Oberlausitzer Umgebindebauweise und der angrenzenden tschechischen und polnischen Gebiete, Dresden 1995; mit Joachim Neue u.a., Blattsammlung Ausbautechnik, Institut für Aus- und Weiterbildung im Bauwesen, Leipzig 1973-1983.

Literatur Beno Rječka, Serbski profesor w Drježdźanach, in: Serbska protyka 1970, S. 75-76; Rolf Sonnemann u.a., Geschichte der Technischen Universität Dresden, 1828-1978, Berlin 1978; Maria Mirtschin/Christina Bogusz, Měrćin Nowak-Njechorński. Das grafische Werk, Bautzen 2000; Raimund Herz, Eberhard D. beeinflusste WBS 70. Prof. Dr. Dr. h.c. Eberhard D. am 17.11.2005 verstorben, in: Dresdner Universitätsjournal 16/2005, Nr. 20, S. 9; Hans Mirtschin, Zum Tode des Erforschers der Lausitzer Holzbaukunst Prof. Dr. Eberhard D. in: Lětopis. Zeitschrift für sorbische Sprache, Geschichte und Kultur 53/2006, H. 1, S. 136-139 (P); Lotaŕ Balko, Prof. Eberhard Dučman njeboh, in: Rozhlad. Serbski kulturny časopis, 56/2006, H. 1, S. 35f.; Susann Buttolo, Das Buch zum „Wiel“. Leopold Wiel zum Hundertsten, Dresden 2016, S. 106-108, 170, 189. – Dorit Petschel (Bearb.), Die Professoren der TU Dresden 1828-2003, Köln/Weimar/Wien 2003, S. 157f.

Porträt Prof. Dr.-Ing. Eberhard Deutschmann hält ein Vortrag zum Festakt 40 Jahre Studentenverein Bjarnat Krawc-Schneider in Dresden, Kurt Heine, 1966, Fotografie, Sorbisches Kulturarchiv des Sorbischen Instituts e. V. Bautzen, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Abteilung Deutsche Fotothek (Bildquelle).

Betina Kaun
8.3.2021


Empfohlene Zitierweise:
Betina Kaun, Eberhard Deutschmann, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (18.4.2021)

Eberhard Deutschmann



Quellen Sorbisches Institut Bautzen, Sorbisches Kulturarchiv, Bestand Eberhard D. und Sonja Šajbic-Dučmanowa; TU Dresden, Universitätsarchiv, B 7.17 Sektion 17 Bauingenieurwesen, Nr. 39, Promotionsakte Nr. 238, Personalakte II/013874, Professorensammlung, D., Professorenkatalog, D.; Hermann Wöckel, Gedächtnisrede zur Trauerfeier am 25. November 2005, Kapelle Alter Katholischer Friedhof Dresden [Ms.]; Familienarchiv Deutschmann/Scheibe (Dučman/Šajba).

Werke Bauwerke: Sorbisches Haus, Bautzen, 1949/1950; mit Heinrich Rettig, Studentenwohnheime Zellescher Weg, Dresden, 1952; Möbelentwürfe, Bautzen, 1952; Atelier Martin-Nowak-Neumann, Nechern, 1953; Klubzimmer Sorbisches Volkskunstensemble, Bautzen, 1954; Konsumverkaufsstelle Dom serbskich drastow, Bautzen, 1955; mit Fritz Schaarschmidt, Heidebroek-Bau TH Dresden, Dresden, 1956-1958; Wohnkomplexe Spremberg und Gera, Leichtbetonschüttbauweise, 1957; Haus Schuster, Purschwitz, 1957; Haus Deutschmann, Berlin-Köpenick, 1957-1958; Kraftwerk Schwarze Pumpe, Bereitschaftssiedlung, 30-KV-Station und Baustellen-Betonwerke in Montagebauweise, Spremberg-Schwarze Pumpe, 1957-1959; Wohnkomplexe, Montagebauweise, Böhlen, um 1957; Karbidfabrik Buna-Werke, Spannbeton-Montagebinder, Schkopau, ab 1958; Kaihalle 1, Überseehafen Rostock, 1960 (Montagetechnologie); Baustelleneinrichtung für einen Skelettbau in Montagebauweise, örtliche Herstellung der Fertigteile, 1961; Betonwerk zum Viadukt Mücheln (Baustelleneinrichtung, Entwürfe), 1961; Dampfkammer Betonwerk Ermsleben, um 1961 (Kapazitätsberechnung); Produktionshalle Neues Keramikwerk Sonneberg (Taktstraße, Tragwerksmontage), 1959-1961; Wellenschalen-Experimentalbau Coswig bei Dresden, um 1961; mit Heinz Graffunder, Alfred-Brehm-Haus, Tierpark Berlin-Friedrichsfelde, 1956-1963; mit VEB Baukombinat Leipzig (St), Messstand Plattenwerke Sellerhausen/Schönefeld, ab 1962; mit VEB BMK Chemie Halle, Rohrbrücke Leuna II (Fließfertigung, Genauigkeitssteigerung der Montagedurchgänge), 1963; mit VEB BMK Süd Leipzig, Bunkerschwerbau Kraftwerk Borna (Trockenstoß von Stahlbetonfertigteilstützen), 1964; mit Leopold Wiel, Wettbewerbsentwurf, Hotel am Fischerkiez, Berlin, 1968; Institut für Ausbautechnik, 9-Mp-Bauweise-Experimentalbau, TU Dresden, 1971; WBS-70-Großtafelbauweise-Experimentalbau mit Funktionsüberlagerung, Bautzen-Gesundbrunnen, 1976-1979 (Leiter der Grundlagenforschung, Wandrahmenkonstruktion); Umgestaltung Wohnhaus Alber Seifhennersdorf, 1984; Hubschalverfahren-Experimentalbau, TU Dresden (Erweiterungsbau zum Otto-Mohr-Laboratorium), 1985-1995 (Leiter der Grundlagenforschung, verfahrenstechnische Entwicklung); Wohnhaus Uhlmann/Schönlebe Berlin Rahnsdorf, 1987; mit Manfred Gerner, „Alte Mangel“, denkmalpflegerische Instandsetzung, Ebersbach, 1992/1993. – Schriften: mit Leopold Wiel, Baukonstruktionen unter Anwendung der Maßordnung im Hochbau, Leipzig 1955; mit Eva Schmidt u.a., Bautzen. Baudenkmale in Stadt und Land. Ein Beitrag zur Denkmalpflege, Bautzen 1955; Die typischen Konstruktionsmerkmale der Lausitzer Holzbauten unter besonderer Berücksichtigung des sorbischen Anteils, Diss. Dresden 1957; Lausitzer Holzbaukunst unter besonderer Würdigung des sorbischen Anteils, Bautzen 1959; Die Eignung der Schalenkonstruktionen für die Fertigteil-Montagebauweisen in der DDR, in: Bauplanung-Bautechnik. Wissenschaftlich-technische Zeitschrift für das Ingenieurbauwesen 15/1961, H. 4, S. 165-171; Einrichtung und maschinelle Ausrüstung der Baustelle, Leipzig 1964; Deutsche Bau-Enzyklopädie, Teil: Technologische Grundlagen der Montage von Industriehallen in Stahlbetonfertigteilen, Berlin 1965; Toleranzen und Passungen, Bd. 2, Einführung in die statistische Auswertung von Stichproben, Leipzig 1966; Technologische und meßtechnische Grundlagen für die Anwendung von Zwangspassungen bei Stützen aus Stahlbetonfertigteilen, Habil. Leipzig 1967 [MS]; Possibilities of Increasing Accuracy in the Assembly of Precast Reinforced-Concrete Units, CIB-Colloquium on Tolerances an Accuracy in Building, Kopenhagen 1970, in: CIB Report 16/1972, S. 105-112; mit Hermann Wöckel, Possibilities of Reducing the Number of Large Panel Types in Tall Buildings, Symposium on Tall Buildings, Moskau 1971, in: CIB Report 21/1972, S. 213-219; mit Hermann Wöckel, Auswirkungen der Funktionsüberlagerungen auf die Entwicklung der Gebäudesysteme, in: Wissenschaftliche Zeitschrift der TU Dresden 22/1973, H. 4, S. 614-616; Ingenieurtaschenbuch Bauwesen Band V. 2, Abschnitt 6, Prozeßmeßtechnik, Leipzig 1974, S. 312-347; mit Hermann Wöckel, Konstruktionsgeometrische Grundlagen der Funktionsunterlagerung bei der Wohnungsbauserie 70 - Geschoßhöhe 3300 mm, in: Wissenschaftliche Zeitschrift der TU Dresden 27/1978, H. 2, S. 453-459; Konstruktionstechnik im Ausbau, Berlin 1983; mit Klaus Scheidig u.a., Lehrbriefe Hoch- und Industriebau (Ausbautechnik, Austauschbau), Zentralstelle für das Hochschulfernstudium, Dresden 1972-1987; mit Klaus Röthig, Lehrbriefe Baukonstruktionslehre, Zentralstelle für das Hochschulfernstudium, Dresden 1981-1985; Stand und Entwicklung der Bauwerksdiagnostik im Hochbau, in: Wissenschaftliche Zeitschrift der TU Dresden 36/1987, H. 1, S. 225-227; mit Karl Berner u.a., Bildwörterbuch der Oberlausitzer Umgebindebauweise und der angrenzenden tschechischen und polnischen Gebiete, Dresden 1995; mit Joachim Neue u.a., Blattsammlung Ausbautechnik, Institut für Aus- und Weiterbildung im Bauwesen, Leipzig 1973-1983.

Literatur Beno Rječka, Serbski profesor w Drježdźanach, in: Serbska protyka 1970, S. 75-76; Rolf Sonnemann u.a., Geschichte der Technischen Universität Dresden, 1828-1978, Berlin 1978; Maria Mirtschin/Christina Bogusz, Měrćin Nowak-Njechorński. Das grafische Werk, Bautzen 2000; Raimund Herz, Eberhard D. beeinflusste WBS 70. Prof. Dr. Dr. h.c. Eberhard D. am 17.11.2005 verstorben, in: Dresdner Universitätsjournal 16/2005, Nr. 20, S. 9; Hans Mirtschin, Zum Tode des Erforschers der Lausitzer Holzbaukunst Prof. Dr. Eberhard D. in: Lětopis. Zeitschrift für sorbische Sprache, Geschichte und Kultur 53/2006, H. 1, S. 136-139 (P); Lotaŕ Balko, Prof. Eberhard Dučman njeboh, in: Rozhlad. Serbski kulturny časopis, 56/2006, H. 1, S. 35f.; Susann Buttolo, Das Buch zum „Wiel“. Leopold Wiel zum Hundertsten, Dresden 2016, S. 106-108, 170, 189. – Dorit Petschel (Bearb.), Die Professoren der TU Dresden 1828-2003, Köln/Weimar/Wien 2003, S. 157f.

Porträt Prof. Dr.-Ing. Eberhard Deutschmann hält ein Vortrag zum Festakt 40 Jahre Studentenverein Bjarnat Krawc-Schneider in Dresden, Kurt Heine, 1966, Fotografie, Sorbisches Kulturarchiv des Sorbischen Instituts e. V. Bautzen, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Abteilung Deutsche Fotothek (Bildquelle).

Betina Kaun
8.3.2021


Empfohlene Zitierweise:
Betina Kaun, Eberhard Deutschmann, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (18.4.2021)