Anton Dietrich

D. studierte 1818 bis 1825 in Leipzig und Berlin Medizin. Seine Neigungen galten der Psychiatrie und der Literatur. In Dresden lebte er als Übersetzer von Werken aus dem Dänischen, Schwedischen und Niederländischen. Er schrieb wenig bedeutende Lyrik und publizierte eine von Ludwig Tieck eingeleitete Anthologie deutscher Gedichte „Braga“. 1827 wurde er Hilfsarzt an der Heil- und Verpflegungsanstalt Pirna-Sonnenstein zur Betreuung psychisch kranker, vornehmlich ausländischer Patienten. Hier begegnete er 1828 dem russischen Romantiker Konstantin Nikolaevič Batjuškov und betreute den unheilbar Kranken 1828 bis 1830 in Moskau. Seine Begegnungen mit herausragenden Schriftstellern, wie Aleksandr Puškin und Vasilij Žukovskij, regten ihn zu Lyrik-Übertragungen aus dem Russischen an. Bedeutung gewannen seine sehr beachteten „Russischen Volksmärchen“, eingeleitet von Jacob Grimm, die erste russische Märchensammlung in Deutsch überhaupt.

Quellen Stadtarchiv Pirna, B II-IX.

Werke (Hg.), Braga, 10 Bde., Dresden 1827-1828; (Hg.), Russische Volksmärchen, Leipzig 1831.

Literatur M. P. Alekseev, Zur Geschichte russisch-europäischer Literaturtraditionen, Berlin 1974, S. 173-178; E. Hexelschneider, Anton D., in: Jahrbuch der Brüder-Grimm-Gesellschaft Kassel 3/1993, S. 41-73.

Erhard Hexelschneider
15.8.2004

Empfohlene Zitierweise:
Erhard Hexelschneider, Dietrich, Gotthelf Anton, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (12.8.2020)

Anton Dietrich



Quellen Stadtarchiv Pirna, B II-IX.

Werke (Hg.), Braga, 10 Bde., Dresden 1827-1828; (Hg.), Russische Volksmärchen, Leipzig 1831.

Literatur M. P. Alekseev, Zur Geschichte russisch-europäischer Literaturtraditionen, Berlin 1974, S. 173-178; E. Hexelschneider, Anton D., in: Jahrbuch der Brüder-Grimm-Gesellschaft Kassel 3/1993, S. 41-73.

Erhard Hexelschneider
15.8.2004

Empfohlene Zitierweise:
Erhard Hexelschneider, Dietrich, Gotthelf Anton, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (12.8.2020)