Kauka Rolf
Cartoonist, Autor, Verleger
* 9.4.1917 Markranstädt bei Leipzig 13.9.2000 Thomasville/Georgia (USA)

GND: 122513762

K. erkannte schon früh das wirtschaftliche Potenzial von Comic-Geschichten. In Anlehnung an US-amerikanische Vorbilder brachte er diese in der Nachkriegszeit nach Westdeutschland und wurde dort mit der Zeitschrift „Fix & Foxi“ nicht nur zum größten Comic-Verleger, sondern auch zu einem der bedeutendsten Konkurrenten von Walt Disney im deutschsprachigen Raum. – K. wuchs in Leipzig auf und fertigte bereits während seiner Gymnasialzeit Cartoons für die Tageszeitungen „Leipziger Neueste Nachrichten“ und „Weißenfelser Tageblatt“ an. Er studierte anschließend mehrere Semester Betriebswirtschaft. 1937 bis 1945 war K. beim Militär. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam er nach München und arbeitete als Sachbuchautor. Trotz seiner frühen künstlerischen Erfahrungen feierte K. Erfolge nicht als Zeichner, sondern als Verleger. 1950 gründete er einen Verlag, in dem zunächst Groschenhefte mit Romanen von Hedwig Courths-Mahler erschienen. Wenig später gab K. eine Heftreihe unter dem Titel „Eulenspiegel“ heraus, in der erstmals die Serie „Fix & Foxi“ veröffentlicht wurde, die auf den traditionellen Fabelhelden Fuchs und Wolf basierte und teils deutliche Anleihen bei Disney erkennen ließ. Die beiden Füchse wurden ihrer Beliebtheit wegen schon bald zu den Titelgebern eines wöchentlich erscheinenden Comic-Heftes, das Millionenauflagen erreichte und in zahlreiche Sprachen übertragen wurde. Im Unterschied zu den US-amerikanischen Vorbildern setzte die Zeitschrift „Fix & Foxi“ auf gewaltfreie Unterhaltung für Kinder, stets verbunden mit erzieherischen Absichten. K.s Comic-Serie befindet sich bis heute auf dem Markt, und die nach ihm benannten Rolf Kauka Comics sind einer der größten Comic-Produzenten in Deutschland. Neben „Fix & Foxi“ erschienen zahlreiche weitere Periodika im K.-Verlag, von denen hier noch das Vorschulheft „Bussi Bär“ genannt sei. K. machte ferner französische Comics im deutschen Sprachraum bekannt. Beispielsweise brachte er „Asterix und Obelix“ heraus. Doch wurde ihm die Lizenz dafür entzogen, nachdem er die Vorlagen eigenmächtig verändert und die beiden Gallier in die unbesiegbaren Germanen Siggi und Barbarras verwandelt hatte. Nach dem Verkauf seines Verlags 1973 widmete sich K. u.a. der Produktion von Spiel- und Zeichentrickfilmen. Darüber hinaus betätigte er sich mit „Roter Samstag“ und „Luzifer“ als Romanautor. 1982 übersiedelte K. nach Thomasville in den US-Bundesstaat Georgia, wo er bis zu seinem Tod mit seiner vierten Frau Alexandra auf einer Plantage lebte.



W  Roter Samstag, München u.a. 1980; Luzifer, München 1988.

L  M. Althen, Herr der Füchse. Comic-Verleger R. K. im Alter von 83 Jahren gestorben, in: Süddeutsche Zeitung, Nr. 214, 16./17.9.2000, S. 18 (P); R. K., in: M. Ernst, Grünwalder Porträts, 27/2001, S. 17-19. – M. Horn (Hg.), The World Encyclopedia of Comics, Vol. 2, New York 1976, S. 421f.; J. Becker, Fix und Foxi, in: K. Doderer (Hg.), Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur, Bd. 1, Weinheim/Basel 1984, S. 390f.; K. Flemig, Karikaturisten-Lexikon, München u.a. 1993, S. 141; Microsoft Encarta Professional 2003 [CD-ROM].

P  Fotografie, Rolf Kauka Comics/Promedia/Andromeda Central 2008 (Bildquelle).



Fedor Bochow
9.12.2008


Empfohlene Zitierweise:

Fedor Bochow, Kauka, Rolf, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (29.4.2017)

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