P. ist ein typischer Vertreter der Genremalerei, der sich in seinen Werken auf Alltagsszenen und die Darstellung des Familienlebens konzentrierte. Er galt in den 1860er- und 1870er-Jahren als der beliebteste Kindermaler des deutschen Bürgertums und erlangte v.a. durch seine Bilder zu zahlreichen, oft religiös geprägten Volks-, Kinder- und Jugendschriften große Bekanntheit. Die Publikationen waren kommerziell sehr erfolgreich, seine Illustrationen wurden zudem in England, Frankreich, Schweden und in den USA veröffentlicht. Vielfach haben Motive seiner Niederlößnitzer Wahlheimat und der Elblandschaft in die Bücher Einzug gehalten. – Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende P. kam im Oktober 1846 durch Vermittlung des Malers Eduard Bendemann und mit finanzieller Unterstützung eines Predigers namens Seidig an die Königliche Akademie der bildenden Künste in Dresden. 1850 trat er dort in das Atelier Bendemanns ein. Zeitweise begleitete auch der Historienmaler Julius Schnorr von Carolsfeld seinen Ausbildungsweg an der Dresdner Akademie. Von größter Bedeutung war jedoch Ludwig Richter, bei dem P. etwa ein Jahr lang wohnte. Der künstlerische Einfluss Richters, für den er zunächst zahlreiche Zeichnungen auf Holzstöcke übertrug, ist unverkennbar. 1855 musste P. Dresden verlassen, um in Berlin den Militärdienst zu absolvieren. Anschließend versuchte er künstlerisch wieder in Dresden Fuß zu fassen. Da dies misslang, ließ er sich zunächst wieder in seiner Heimatstadt Berlin nieder. Dort heiratete er und versuchte die Familie u.a. mit Zeichenunterricht über Wasser zu halten. 1860 brachte sein erstes eigenes Druckwerk „Die Kinderstube in 36 Bildern“ (Hamburg, Agentur des Rauhen Hauses), das P. dem späteren Kaiser Wilhelm II. widmete, den Durchbruch. Die Publikation machte ihn innerhalb kürzester Zeit bekannt und hatte zahlreiche Aufträge zur Folge. Bis 1871 lebte P. in Berlin, dann zog er nach Niederlößnitz, wo er 1872 ein Haus mit Atelier kaufte. 1877 verlieh ihm König Albert von Sachsen den Professorentitel. Bereits seit längerem von einer Augenkrankheit heimgesucht, starb P. infolge von Wassersucht elf Jahre später in Niederlößnitz. – Der langjährige Mitarbeiter Richters widmete sich vorwiegend Themen des Alltags. Darstellungen von Kindern, Familie und Beruf, meist angesiedelt im ländlichen oder kleinstädtischen Milieu, standen im Zentrum seines Schaffens. P. bildete eine heile, technikferne Kinderwelt ab, porträtierte Kinder und malte Idyllen, nach denen sich wohl viele in Zeiten bedrohlich wachsender Industrialisierung sehnten. Dabei konzentrierte er sich auf Motive des eigenen, engsten Umfelds. So dienten ihm z.B. seine beiden Töchter in dem Bilderbuch „Gute Freundschaft“ als Modelle. Bevorzugte Technik P.s war, vergleichbar mit seinem Vorbild Richter, der Holzschnitt. Hierbei arbeitete er vielfach mit dem Dresdner Holzschneider Hugo Bürkner zusammen. Es entstanden – neben seinen äußerst populären Kinder- und Jugendbüchern – Illustrationen für die Zeitschriften „Daheim“ und „Gartenlaube“ sowie für Julius Lohmeyers „Deutsche Jugend“, deren künstlerischer Leiter P. zudem war. Die stetig wachsende Verbreitung preiswerter Kinder- und Jugendschriften mit bunten Illustrationen ließen P.s einfarbige Holzschnitte jedoch noch zu seinen Lebzeiten aus der Mode kommen.
