P. gehörte zu den bedeutendsten Bibliografen seiner Zeit und war führend an der Entwicklung des deutschen Bibliothekswesens beteiligt. – Nach dem Studium der Philologie in Leipzig erhielt er 1839 eine Anstellung als Bibliothekar der prinzlichen Sekundogenitur-Bibliothek in Dresden. Er ordnete den 25.000 Bände umfassenden Bestand nach einem eigenen System neu und verdreifachte ihn während seiner 46-jährigen Tätigkeit zielgerichtet nach den wissenschaftlichen Interessen und persönlichen Neigungen des Prinzen und späteren Königs Johann (u.a. wertvolle Dante- und Bibelsammlung). Zusätzlich verwaltete P. mehrere Privat- und Gesellschaftsbibliotheken in Dresden. Bei seiner Arbeit stieß er auf Defizite im Bibliothekswesen, die ihn zu Verbesserungen veranlassten. So begründete er 1841 den „Anzeiger für Literatur der Bibliothekwissenschaft“ (ab 1850 „Anzeiger für Bibliographie und Bibliothekwissenschaft“), der bis 1886 erschien und als einziges Fachorgan laufend über in- und ausländische Neuerscheinungen aller Wissensgebiete und Literatur zur Bibliothekstheorie und -praxis informierte. Daraus erwuchs seine „Bibliotheca bibliographica“ (1866), eine Bibliografie der Bibliografien, die durch ihre Zuverlässigkeit, Universalität, internationale Ausrichtung und die kritischen Annotationen Maßstäbe setzte. 1844 gab P. das erste deutsche Bibliotheksadressbuch heraus, das mit authentischem Material arbeitete und Angaben zu Standort, Größe, Fächerspektrum, Erschließung, Zugänglichkeit und Personal der Einrichtungen enthielt. Es erschien bis 1875 in vier erweiterten und verbesserten Auflagen. Seine Studien zur Bibliothekstheorie und seine praktischen Erfahrungen fasste P. im „Katechismus der Bibliothekenlehre“ zusammen, der durch wissenschaftliches Niveau, differenzierte Aufarbeitung der Verwaltungsprobleme und prägnante Formulierungen normierend wirkte. Daneben verfasste P. zahlreiche kleinere Bibliografien und Beiträge in Jahrbüchern, Zeitschriften und Zeitungen und war Mitglied in mehreren wissenschaftlichen Gesellschaften (u.a. im Vorstand der Deutschen Dantegesellschaft). Ohne staatliche und mit nur geringer Unterstützung durch seine Berufskollegen leistete er Pionierarbeit, um die Funktion der Bibliotheken den wachsenden Anforderungen anzupassen.
