Stamm Johann Gottlieb (Gottlob) Samuel
Landschaftsmaler, -zeichner, -radierer, -kupferstecher, Aquarellist, Lithograf
* 1764 Meißen 12.1.1814 Dresden
VJohann Samuel, Weißdreher
GND: 137763670

S. kam 1783 nach Dresden an die Kunstakademie zu Johann Christian Klengel, bei dem er in sechsjähriger Ausbildung zeichnen, malen und radieren lernte. Anschließend verbrachte er einige Jahre auf dem Schloss Waldenburg bei Fürst Otto Carl Friedrich von Schönburg. Nach den in Auftrag gegebenen Klengel’schen Ölgemälden der schönburgischen Besitzungen - dem Schloss und Park Greenfield an der Mulde - schuf S. sechs druckgrafische Reproduktionen. Darüber hinaus fertigte S. Ansichten des Zwickauer Muldenlands an. 1793 ging er nach Dresden zurück, wo er sich mit privaten Unterrichtsstunden eine Existenz als freier Künstler aufbaute. Ansichten aus der Dresdner Umgebung und Kopien nach Meisterwerken der Gemäldegalerie bestimmten nun sein Schaffen. Diese fertigte er vorwiegend in der Aquarellmanier an, darunter nach Jacob van Ruisdael, Nicolas Berghem, Jan Both, Claude Lorrain, Paulus Potter und Claude Joseph Vernet. Daneben wandte er mit Kreide- und lavierten Federzeichnungen, Gouachen sowie mit Ölgemälden die unterschiedlichsten künstlerischen Techniken an, z.B. in den Gouachen mit malerischen Ansichten aus der Meißner Umgebung, die den Einfluss von Johann Georg Wagner sichtbar werden lassen. In den 1780er-Jahren entstand eine Serie von zwölf radierten Blättern nach Klengels Zeichnungen. 1795 lieferte er Zeichnungen an die Zeichenschule der Meißner Porzellanmanufaktur. Neben Klengel gehörte S. zu den ersten Künstlern, die das neue Medium der Lithografie ausprobierten. – Als Landschafter, Galeriekopist und reproduzierender Grafiker war S. auf mehreren Gebieten tätig und technisch sehr vielseitig. Er entwickelte sich von einem mittelmäßigen Kopisten der Werke seines Lehrers zu einem handwerklich souveränen und empfindungsvollen Darsteller romantischer Landschaften.



Q  Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Handschriftensammlung.

W  Angler in Flusslandschaft bei Mondschein, Pinsel in Braun, Kunstsammlungen der Veste Coburg; Ansichten von Rheyla, Sörnewitz und Miltitz bei Meißen, Gouache, Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg; Italienische Gebirgslandschaft, Aquarell, ebd.; Ruine im Mondschein, Pinsel in Sepia, ebd.; Ruine Tharandt, Pinsel in Sepia, ebd.; Lichtenstein, Aquarell, Städtisches Museum Zwickau; Gemäldekopien: Die Jagd (nach J. van Ruisdael), Albertina Wien, Grafische Sammlung; Das Kloster (nach J. van Ruisdael), ebd.; Putti aus dem Gemälde „Sixtinische Madonna“ von Raffael, ebd.; Küstenlandschaft mit Acis und Galatea (nach C. Lorrain), ebd.

L  J. G. A. Klaebe (Hg.), Neuestes gelehrtes Dresden, Leipzig 1796, S. 117; A. v. Dziembowski (Hg.), Erste im Königreich Sachsen erschienene Sammlung artistischer Versuche im Steindrucke, Dresden [1806]; M. Grönig/M. L. Sternath (Bearb.), Die deutschen und Schweizer Zeichnungen des späten 18. Jahrhunderts, Wien 1997, S. 249f.; A. Fröhlich, Landschaftsmalerei in Sachsen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Weimar 2002, S. 168-173; dies., „Glücklich gewählte Natur…“, Hildesheim/Zürich 2005, S. 408-414. – ADB 35, S. 433; DBA I, II; Thieme/Becker, Bd. 31, Leipzig 1999, S. 456f.



Anke Fröhlich
14.11.2011


Empfohlene Zitierweise:

Anke Fröhlich, Stamm, Johann Gottlieb (Gottlob) Samuel, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (26.4.2017)

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