Barth Johann Ambrosius
Buchhändler, Verleger
* 8.6.1760 Thalschütz bei Merseburg 16.6.1813 Leipzig(ev.)
VJohann Samuel (1730-1790), Bauer, RichterMMaria Elisabeth, geb. MehlgartenGRosina Maria (* 1760)1789 Catharina Wilhelmina, geb. Mann, verw. Haug (1755-1799)SWilhelm Ambrosius (1790-1851), Buchhändler, VerlegerTSophie Friederike (1794-1799)
GND: 132235080

B. erhielt seine buchhändlerische Ausbildung in der Buchhandlung am Waisenhaus in Halle/Saale. 1789 übernahm er durch Einheirat die 1780 in Leipzig gegründete Verlagsbuchhandlung von Johann Philipp Haug, die 1790 in seinen Besitz überging und die er unter seinem Namen weiterführte. Im Januar 1790 erwarb B. auch das Leipziger Bürgerrecht. Neben der Herausgabe von Unterhaltungsliteratur gewann der Verlag durch die wachsende Aufnahme wissenschaftlicher Werke zunehmend an Profil, wobei zunächst die Theologie den Schwerpunkt bildete. Daneben begannen sich Abhandlungen aus den Bereichen Geschichte, Medizin, Pädagogik, Naturwissenschaften und Philosophie zu etablieren. Eine besondere Bedeutung kam dabei der Zeitschrift „Annalen der Physik“ zu, die dem Verlag zu einer soliden wissenschaftlichen und finanziellen Grundlage verhalf. Das 1790 von Friedrich Albrecht Carl Gren, Professor an der Medizinischen Fakultät in Halle/Saale, unter dem damaligen Titel „Journal der Physik“ begründete Heft erschien vorerst in Kommission im Verlag J. A. Barth, bevor es 1791 gänzlich in B.s Verlag übernommen wurde. Nach dem Tod Grens (1798) wurde die Zeitschrift von Ludwig Wilhelm Gilbert übernommen und erschien seit 1799 unter dem Titel „Annalen der Physik“. Kurze Zeit in Halle/Saale herausgegeben, übernahm B. die Publikation 1809 wieder in seinen Verlag. – 1811 wurde B. neben Paul Gotthelf Kummer und Enoch Richter als Buchhandelsdeputierter gewählt. In dieser Eigenschaft setzte er sich für Verbesserungen im Buchhandel ein, u.a. für Neuregelungen im Zensurwesen, den Kampf gegen den Nachdruck und die Freiheit des Handels. – B. war Mitglied des Armendirektoriums von Leipzig und übernahm während der Befreiungskriege soziale Dienste im Militärlazarett. Als er 1813 an Spitalthypus starb, übernahm sein Sohn Wilhelm Ambrosius Barth den Verlag.



L  Verlagskatalog von Joh. Ambr. Barth in Leipzig 1780-1880, Leipzig 1880, S. I-VII (P); A. Meiner, Geschichte des Verlags Johann Ambrosius Barth 1780-1890, in: Johann Ambrosius Barth Leipzig 1780-1930, Leipzig 1930, S. 13-148 (Bildquelle); 200 Jahre Johann Ambrosius Barth 1780-1980, Leipzig 1980. – ADB 2, S. 99f.; DBA I, III; DBE 1, S. 302; NDB 1, 600f.; W. Fischer (Hg.), Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Unternehmer, Bd. 1, München 2004, S. 49.



Marion Bähr
30.1.2006


Empfohlene Zitierweise:

Marion Bähr, Barth, Johann Ambrosius, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (27.4.2017)

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