Johann Albrecht I. Graf von Mansfeld-Arnstein
Rat
* 21.8.1522 4./8.7.1586 Eisleben Eisleben(kath., später ev.)
VErnst II. (1479-1531), Graf von Mansfeld-VorderortMDorothea, geb. Gräfin von Solms-Lich (1493-1578)GKatharina (1501-1535) (Halbschwester); Philipp I. (II.) (1502-1546) (Halbbruder); Christoph I. (1503-1533) (Halbbruder); Agnes (1504-1570) (Halbschwester); Barbara (Halbschwester); Amalia (Halbschwester); Margarete (I.) (Halbschwester); Ernst III. († 1551) (Halbbruder); Margarete (II.) (Halbschwester); Maria; Johann Georg I. (1515-1579), kurfürstlich sächsischer Rat und Statthalter; Anna; Peter Ernst I. (1517/19-1604), Feldmarschall; Apollonia; Johann Hoyer I.; Elisabeth; Johann Gebhard (1524-1562), Kurfürst und Erzbischof von Köln; Johann Hoyer II. (1525-1585); Dorothea; Johann Ulrich I.; Johann Ernst I. († 1572) 1.1552 Magdalena, geb. Gräfin von Schwarzburg (1530-1565)K11 u.a. Gebhard VIII. (1553-1601); Elisabeth; Wilhelm I. (1553/55-1615); Johann Günther (1557-1602); Otto II. (1558-1599); Adriana (1559-1625); Dorothea (1562-1594); Anna Sophie († 1564); Anna Susanna; Magdalena 2.1570 Katharina, geb. Gräfin von Gleichen
GND: 102478945

J. begründete 1563 in der verhängnisvollen Teilung des bislang von den Söhnen Ernsts II. gemeinschaftlich regierten vorderortischen Teils der Grafschaft Mansfeld die Arnsteiner Linie. Mit der Sequestration des überschuldeten Vorderorts seit 1570 durch die beiden wichtigsten Lehnsherren Kursachsen und Magdeburg verlor J. seine landesherrlichen Regierungsrechte und war fortan auf sein bescheidenes Unterhaltsdeputat angewiesen. J. akzeptierte seine faktische Mediatisierung, während v.a. sein Bruder Peter Ernst I. gegen dieses Verfahren vor dem Reichskammergericht klagte. – Der durch den drohenden Konkurs des Mittelorts ausgelöste Konflikt der beiden Brüder Gebhard VII. und Albrecht IV. (VII.) stürzte trotz der Intervention von Martin Luther die gräfliche Herrschaft zu Beginn der 1540er-Jahre in eine tiefe Krise. Im Gefolge des Kaisers bzw. des albertinischen Herzogs Moritz von Sachsen profitierten J. und seine vorderortischen Brüder zusammen mit Gebhard VII. von der Niederlage des Schmalkaldischen Bunds 1547, indem sie die hinterortische Herrschaft des geächteten Albrecht IV. zeitweilig in Besitz nahmen. Erst 1555 kam eine endgültige, durch zwei Eheschließungen besiegelte Aussöhnung der verfeindeten Vorderorter und Hinterorter Linie des Mansfelder Grafenhauses zustande. – J. nahm 1544 am Reichskrieg gegen Frankreich teil. 1556 wurde er gegen ein jährliches Dienstgeld von 200 Gulden zum kursächsischen Rat von Haus aus bestallt. Trotz seiner finanziell stark eingeschränkten Lage baute J. sein Residenzschloss Arnstein prächtig aus. Mit seinen Söhnen, die meist im Fürstendienst tätig waren, erlosch 1615 die Arnsteiner Linie des Mansfelder Grafenhauses.



Q  W. Möllenberg, Urkundenbuch zur Geschichte des Mansfeldischen Saigerhandels im 16. Jahrhundert, Halle/Saale 1915; F. Roth, Restlose Auswertungen von Leichenpredigten, Bd. 2, Boppard/Rhein 1961; Sächsisches Staatsarchiv - Hauptstaatsarchiv Dresden, Finanzarchiv.

L  J. G. Zeidler, Acht hundert jähriger an einander hangender Stammbaum Des Uralten Hochlöblichen Helden=Hauses Der Graffen und Herren zu Mannsfeld ..., Halle 1703; C. G. Hoffmann, Die Ehre des Fürst= und Gräflichen Hauses Von Mannsfeld …, Leipzig 1717; E. C. Francke, Historie der Graffschaft Manßfeld …, Leipzig 1723; J. J. Moser, Teutsches Staatsrecht, Teil 23, 24, Leipzig 1746 (ND Osnabrück 1968); L. F. Niemann, Geschichte der Grafen von Mansfeld, Aschersleben 1834; G. F. Busch, Chronik der Grafschaft Mansfeld, Leimbach 1849; K. Krumhaar, Die Grafen von Mansfeld und ihre Besitzungen, Eisleben 1872; H. Größler, Graf Albrecht IV., in: Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde 18/1885, S. 365-400; W. Mück, Der Mansfelder Kupferschieferbergbau in seiner rechtsgeschichtlichen Entwicklung, 2 Bde., Eisleben 1910; E. Hempel, Die Stellung der Grafen von Mansfeld zum Reich und zum Landesfürstentum, Halle/Saale 1917; A. Sames, Luthers Beziehungen zu den Mansfelder Grafen, in: H. Junghans (Hg.), Leben und Werk Martin Luthers von 1526 bis 1546, 2 Bde., Göttingen 1983, S. 591-600, 935-938; M. Philipp, Das „Regentenbuch“ des Mansfelder Kanzlers Georg Lauterbeck, Augsburg 1996; R. Seidel, Die Grafen von Mansfeld, Egelsbach/Frankfurt/Main/Washington 1998; J. Vötsch, Zwischen Reichsfreiheit und Landsässigkeit, in: J. Rogge/U. Schirmer (Hg.), Hochadelige Herrschaft im mitteldeutschen Raum (1200 bis 1600), Stuttgart 2003, S. 163-178.



Jochen Vötsch
7.2.2005


Empfohlene Zitierweise:

Jochen Vötsch, Johann Albrecht I., Graf von Mansfeld-Arnstein, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (30.4.2017)

Wikipedia Link