B. trat mit humoristischen, teils satirischen Schriften hervor, von denen er viele in sächsischer Sprache bzw. Leipziger Mundart verfasste. International machte er sich als führender Verfechter der Shakespeare-Bacon-Theorie einen Namen. Auf sein 1887 veröffentlichtes Buch „Ein jedes Thierchen hat sein Pläsirchen“, das er gemeinsam mit dem Künstler Adolf Oberländer herausbrachte, geht der heute noch bekannte Spruch „Jedem Tierchen sein Pläsierchen“ zurück. – B. stammte aus einer thüringischen Familie, die den bekannten „Thüringer Hof“ in Leipzig gründete. Nach dem Besuch der Bürgerschule und des Realgymnasiums begann er ab 1867 ein Architekturstudium am Königlichen Polytechnikum in Dresden, das er allerdings aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste. 1869 bis 1875 studierte B. Naturwissenschaften, Kunstgeschichte, Germanistik sowie Philosophie an den Universitäten Leipzig und Bonn. Anschließend ließ er sich in Leipzig als freier Schriftsteller nieder und gründete 1888 einen Verlag, in dem zahlreiche seiner Publikationen erschienen sind. B.s Wirken als Schriftsteller ist äußerst vielseitig. Neben Kinder- und Jugendliteratur schrieb er Operntexte, Komödien, Schwänke und Lustspiele. Darüber hinaus befasste sich B. mit Forschungen zur Stadtgeschichte Leipzigs, z.B. mit der Baugeschichte des Leipziger Rathauses. Etwa 30 Jahre lang war er Mitarbeiter der humoristischen Zeitschrift „Fliegende Blätter“. Bekanntheit erlangte er durch sein Büchlein „Mei Leibzig low’ ich mir!“. Die für ihn typischen Humoresken, Parodien und Satiren, die im ganzen deutschsprachigen Raum gelesen wurden, waren harmloser Natur, stets darauf bedacht, nicht zu verletzen. International – v.a. in England und in den USA – erregte B. als Literaturhistoriker und vehementer Vertreter der Shakespeare-Bacon-Theorie Aufmerksamkeit. In diversen Schriften trat er für die seinerzeit sehr umstrittene Ansicht ein, dass nicht der Schauspieler William Shakespeare, sondern der Philosoph und Staatsmann Francis Bacon der Verfasser der Shakespeare-Dramen sei. Mit dieser Theorie konnte er sich jedoch, nicht zuletzt wegen fehlender Anerkennung der Philologen seiner Zeit, nicht durchsetzen. B. nahm lebhaft am kulturellen Leben seiner Zeit teil. Er führte Korrespondenzen u.a. mit Anton Kippenberg, Paul Heyse, Theodor Fontane und Anton von Werner. B. war nicht nur Vorstand bzw. Mitglied der „Genossenschaft dramatischer Autoren und Komponisten“ und des „Landesverbands im Deutschen Schriftstellerverband“, sondern gehörte auch den ungezwungenen Künstler- bzw. Gelehrtenvereinigungen „Stalaktiten“ und „Leoniden“ an. Letztere stiftete ihm und seinem Freund, dem Mundartdichter Georg Bötticher, 1918 eine Gedenkplakette, die am Alten Leipziger Rathaus angebracht wurde. Enge Freundschaft verband B. darüber hinaus mit den Künstlern und Schriftstellern Fedor Flinzer, Victor Blüthgen, Julius Kleinmichel und Julius Lohmeyer.
