Carl Heinrich III. Graf von Schönburg
kursächsischer Geheimer Rat
* 17.3.1757 Wechselburg 14.4.1815 Glauchau Wechselburg, Klosterkirche(ev.)
VCarl Heinrich II. (1729-1800), Graf von SchönburgMChristiane Wilhelmine, geb. von Einsiedel (1726-1798)GWilhelm Albert Heinrich (1762-1815), sächsischer Gesandter in Westfalen; Christiane Henriette (1766-1833); Caroline Wilhelmine (1766-1836)1782 Juliane Eleonore Auguste, geb. von Lüttichau (1764-1823)TRenate Auguste Louise Henriette (1783-1859)
GND: 139680489

C. erhielt eine sorgfältige Erziehung im Elternhaus und begann 1772 ein Studium in Leipzig, das er 1775 in Göttingen und anschließend wiederum in Leipzig fortsetzte. In Leipzig machte sich C. die Ideen der Aufklärung und des humanen Absolutismus zu eigen, die ihn v.a. mit seinem ein Jahr jüngeren Vetter Otto Carl Friedrich von Schönburg verbanden, zu anderen, pietistisch geprägten Familienmitgliedern jedoch einen deutlichen Kontrast abgaben. C. war auch der erste Schönburger, der in den Freimaurerbund, und zwar am 22.6.1776 in die Loge „Minerva zu den drei Palmen“ in Leipzig, eintrat. – 1779 bis 1781 unternahm C. mit seinem Hofmeister Christian Gottfried Körner, dem Vater des Freiheitsdichters Theodor Körner, eine ausgedehnte Kavalierstour durch Holland, England, Frankreich und die Schweiz. Den Bruchstücken des Körnerschen Reisetagebuchs zufolge, knüpfte er dabei in Zürich Kontakte zu dem Philosophen und Literaten Johann Kaspar Lavater. Dauerhafter war jedoch die Verbindung zu Christian Gottfried Körner. Seit Körner in Dresden das Amt eines Oberkonsistorialrats bekleidete, hielt sich auch C. häufig in der sächsischen Residenzstadt auf. Im Körnerschen Haus machte C. die Bekanntschaft Friedrich von Schillers, der ihm 1787 in „Körners Vormittag“ allerdings ein eher unrühmliches literarisches Denkmal setzte. – Im Gegensatz zu seinen vielfältigen gesellschaftlichen Kontakten blieb C. als Regent ziemlich blass. 1787 kauften C. und sein Bruder Wilhelm Albert Heinrich gemeinsam die Herrschaft Remse von ihrem Vetter Johann Ernst von Schönburg. Diese musste jedoch schon 1793 wegen hoher Schulden an den Freiherrn Christian Friedrich von Gregory veräußert werden. Das aus den Herrschaften Forderglauchau, Penig und Wechselburg bestehende väterliche Erbe teilten die Brüder 1800 derart, dass C. Forderglauchau und Wechselburg, Wilhelm Albert Heinrich dagegen Penig erhielt. C. residierte nun abwechselnd in Wechselburg und Glauchau. Sein luxuriöser Lebensstil wurde bereits von Zeitgenossen heftig kritisiert. Zusätzliche Belastungen ergaben sich dadurch, dass die Schönburgischen Herrschaften während der Napoleonischen Kriege mehrfach als Truppendurchzugsgebiet genutzt wurden. Als C. 1815 starb, befanden sich seine Besitzungen am Rande des finanziellen Ruins. Von seiner ursprünglichen Grabstätte in Glauchau wurde C.s Leichnam 1825 in die Wechselburger Familiengruft umgebettet.



Q  Sächsisches Staatsarchiv - Staatsarchiv Chemnitz, Herrschaft Forderglauchau, Herrschaft Remse.

L  K. G. Eckardt, Genealogie und Familien-Geschichte des Hochfürstlichen und Hochgräflichen Hauses Schönburg, 1853 [MS], S. 412f.; E. Eckardt, Chronik von Glauchau, Glauchau 1882, S. 137f.; O. E. Schmidt, Fürst Otto Carl Friedrich und die Seinen. Familienleben und Kunstpflege eines fürstlichen Hauses im Zeitalter der Empfindsamkeit und der Romantik, Leipzig [1931]; J. Voigt/R. J. Götze, Möbel aus schönburgischen Schlössern, Chemnitz 2003, S. 79, 117ff. u.ö.

P  Ganzfiguriges Bildnis des Grafen C. von Schönburg-Forderglauchau, A. Graff, 1806, Öl auf Leinwand, Museum und Kunstsammlung Schloss Hinterglauchau (Bildquelle).



Michael Wetzel
8.11.2007


Empfohlene Zitierweise:

Michael Wetzel, Carl Heinrich III., Graf von Schönburg, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (24.5.2017)

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