Hederich Benjamin (Hedericus, Beniaminus, Pseudonym: Wolfgang Benjamin Heidenreich)
Pädagoge, Philologe, Lexikograf, Schriftsteller
* 12.12.1675 Geithain 18.7.1748 Großenhain
VWolfgang (1632-1682), Diakon in GeithainS1T1
GND: 11888381X

H. besuchte fünf Jahre die Fürstenschule in Grimma und studierte anschließend in Leipzig und Wittenberg. Dem Erwerb des Magistertitels 1696 in Wittenberg folgte eine mehr als sechsjährige Tätigkeit als Hauslehrer in einer Gelehrtenfamilie. 1702 wurde er als Lehrer an die Klosterschule zu Bergen bei Magdeburg, 1705 als Rektor an die Schule in Großenhain berufen. Mit seinen Bemühungen um die Verbesserung des Schulunterrichts erwarb sich H. bleibende Verdienste. Neben propädeutischen Schriften für den Schulgebrauch sowie griechischen und lateinischen Wörterbüchern verfasste er v.a. polyhistorische Lexika. Sein „Gründliches Lexicon Mythologicum“ (1724), das wie sein „Reales Schul-Lexicon“ (1717) Neuauflagen bis in die Gegenwart erlebte, wurde nachweislich von bedeutenden Künstlern und Dichtern genutzt, darunter z.B. Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich von Kleist. Einzelne Artikel daraus wurden in Johann Heinrich Zedlers „Universal-Lexicon“ übernommen.



W  Anleitung zu den fürnehmsten Historischen Wissenschaften, Wittenberg 1709, Berlin/Stettin 81782; Anleitung zu den fürnehmsten Mathematischen Wissenschafften, Wittenberg 1710, 81772; Anleitung zu den vornehmsten Philologischen Wissenschaften, Wittenberg 1713, 21746; Fasti Consularis Romani, oder Chronologie der Römischen Bürgermeister und anderer Zwischen-Obrigkeiten, Leipzig 1713; Notitia Auctorum antiqua et media, oder Leben, Schrifften, Editiones und Censuren der Biblischen, und ... fürnehmsten Griechischen und Lateinischen Kirchen-Scholastischen- und Profan-Scribenten, Wittenberg 1714; Progymnasmata linguae graecae oder Vorübungen zur griechischen Sprache, Wittenberg 1717; Reales Schul-Lexicon, Leipzig 1717, 31748 (ND München 1993); Lexicon manuale graecum, Leipzig 1722, London 1727; Gründliches Lexicon Mythologicum, Leipzig 1724, vermehrte und verbesserte Auflage 1770 (ND Darmstadt 1996); Promtuarium Latinitatis probatae et exercitae, oder Vollständigstes Teutsch-Lateinisches Lexicon, Leipzig 1729, 41753; Progymnasmata architectonica oder Anleitung zur Civil- und Militärbaukunst, Wittenberg 1730; Lexicon manuale Latino-Germanicum, Leipzig 1739; Gründliches Antiquitäten-Lexikon, worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Juden, Griechen ... zulänglich beschrieben, Leipzig 1743; Progymnasmata linguae latinae, Wittenberg 1745; Progymnasmata architectonica, oder Vorübungen der Baukunst, Leipzig 1746; Notitia auctorum antiqua et media, oder Kenntniß der vornehmsten Schriftsteller, Wittenberg 1767.

L  J. G. W. Dunkel, Historisch-kritische Nachrichten von verstorbenen Gelehrten und deren Schriften, Bd. 2, Köthen/Dessau 1756, Bd. 3, 1760; F. C. G. Hirsching, Historisch-literarisches Handbuch berühmter und denkwürdiger Personen, welche in dem 18. Jahrhundert gestorben sind, Bd. 3, Leipzig 1797; F. Raßmann, Kurzgefaßtes Lexikon deutscher pseudonymer Schriftsteller von der ältern bis auf die jüngste Zeit aus allen Fächern der Wissenschaften, Leipzig 1830; F. A. Eckstein, Nomenclator philologorum, Leipzig 1871. – ADB 11, S. 221f.; DBA I, II, III; DBE 4, S. 473; C. G. Jöcher (Hg.), Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Teil 2, Leipzig 1750 (ND Hildesheim 1960), Sp. 1424f.; J. C. Poggendorff, Biographisch-literarisches Handwörterbuch, Bd. 3, Leipzig 1863; W. Killy (Hg.), Literatur Lexikon, Bd. 5, Gütersloh u.a. 1990, S. 94f.



Brigitte Emmrich †
21.3.2011


Empfohlene Zitierweise:

Brigitte Emmrich †, Hederich, Benjamin (Hedericus, Beniaminus, Pseudonym: Wolfgang Benjamin Heidenreich), in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (27.6.2017)

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