Friedrich Johann Heinrich August
Stilllebenmaler
* 1.7.1789 Friedrichstadt bei Dresden 2.6.1843 Dresden
VJohann Christian Jacob (1746-1813), Landschafts- und BlumenmalerMRahel, geb. Zeisner († 1826)GCarl Jacob Benjamin (1787-1840), Blumen- und Miniaturmaler; AgnesRahel Henriette, geb. WeissSEmil Ludwig (1827-1916), KupferstecherTElise Thalia († 1890)
GND: 142554650





F. war ein vielseitig arbeitender Künstler, der sowohl als Kopist, als auch als entwerfender Maler in Erscheinung trat. Seine zahlreichen Arbeiten sind oft in größter Perfektion gefertigt. – Ab 1805 studierte F. an der Dresdner Kunstakademie. Sein erster Lehrer im Zeichnen war Johann Eleazar Zeissig, genannt Schenau; in den Jahren 1806/07 unterrichtete ihn seine Tante Caroline Friederike Friedrich. Ab 1805 bis zu seinem Tod nahm F. regelmäßig und mit der ungewöhnlich großen Zahl von über 70 Werken an den Dresdner Akademieausstellungen teil. Seine ersten Arbeiten entstanden nach Vorlagen seiner Lehrerin Caroline Friederike, ab 1811 nach eigenen Entwürfen. Malte er anfangs ausnahmslos Stillleben, Fruchtstücke und Blumen, beschäftigte er sich ab 1814 auch mit der Ornithologie. Neben der naturgetreuen Darstellung dieser Sujets betätigte er sich auch als Kopist. F. bevorzugte neben der Malerei in Öl, der er während seiner ganzen Karriere treu blieb, das Arbeiten mit Wassermalfarbtechniken. Er begann mit Aquarellen und fertigte ab 1812 nur noch Gouachen an. Der Sächsische Kunstverein erwarb eine Reihe seiner Stillleben und ließ eines für die Bilderchronik des Vereins von Carl Justus Ludwig Peschek in Kupfer stechen. In Dresdner Privatbesitz befindet sich eine Zeichnung mit einer Landschaft in der Sächsischen Schweiz („An einer Höhle im Elbsandsteingebirge“, 1807), die er für das Stammbuch der Tochter des Forstschreibers Traugott Ludwig Klee anfertigte. Weitere Landschaften sind von F. nicht nachweisbar, sodass dieses Blatt als Unikat in seinem Schaffen zu werten ist. Einige seiner Blätter sind farbig und in solcher Perfektion gefertigt, dass eine künstlerische Nähe zu den Pillnitzer Centurienbänden „Plantae selectae vivis coloribus depictae“, die u.a. von seinem Vater Jacob, seinem Bruder Carl und seiner Nichte Thalia geschaffen wurden, deutlich wird. Eine Beteiligung F.s daran ist allerdings nicht nachweisbar.



W  Ein Strauß dreierlei Kresse mit Blättern, Zeichnung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett; Ein Zweig mit drei großen rothen Pflaumen und Blättern, Zeichnung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett; Käfer, Zeichnung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett; Rosenknospe mit Blatt, Federnelken, Apfelblüte etc., Zeichnung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett; Feldstiefmütterchen in Blüten und Knospen; Brombeeren, Windenblüten etc., Zeichnung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett; Ein befallenes Eichenblatt, Lilienblüte, Glockenblume; Omnicolor, weiblich (Singvogel), Zeichnung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett; Anemonenblüte, Efeublatt etc., Zeichnung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett; Verschiedene Früchte, Blumen und Blätter, wie Johannisbeere, Buchsbaum, Margaritte etc., Zeichnung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett; Wicke und Löwenmaul, Zeichnung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett; Pimnisnus. Zweig einer exotischen Pflanze mit Frucht, Zeichnung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett; Canarina Campanela. Ein Blütenzweig einer Glockenblume, Zeichnungen, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett; An einer Höhle im Elbsandsteingebirge, 1807, Zeichnung, Dresden, Privatbesitz.

L  H. W. Singer, Allgemeiner Bildniskatalog, Bd. 4, Leipzig 1936, Nr. 29658; M. Prause, Die Kataloge der Dresdner Akademie-Ausstellungen 1801-1850, Berlin 1975. – AKL, Bd. 45, München/Leipzig 2005, S. 144f.; DBA II; Thieme/Becker, Bd. 12, Leipzig 1999, S. 462f.

P  T. F., Zeichnung, retouchiert von C. C. Vogel v. Vogelstein, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett; J. A. D. Fiorino, Zeichnung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett.



Martin Schuster
9.4.2010


Empfohlene Zitierweise:

Martin Schuster, Friedrich, Johann Heinrich August, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (11.12.2017)

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