Venus Franz Albert
Maler, Zeichner, Radierer
* 9.5.1842 Dresden 27.6.1871 Dresden Dresden-Friedrichstadt, Katholischer Friedhof(ev.)
VFranz Anton, HoflakaiMJohanna Amalie, geb. Leuner1870 Cäcilie, geb. Plaul
GND: 139885676





Ludwig Richter bezeichnete V. nach dessen Tod als einen seiner liebsten und talentvollsten Schüler. V. zeigte schon früh ein ausgeprägtes künstlerisches Talent und machte sich einen Namen v.a. als Vertreter der Landschafts- und Genremalerei, wobei Motive seiner sächsischen Heimat, Böhmens und Italiens im Vordergrund seiner Arbeit standen. Bereits während seiner Studienzeit wurden zahlreiche seiner Werke ausgezeichnet. Die Eltern von V. starben sehr früh, sodass er als Vollwaise – obwohl evangelisch getauft – in ein katholisches Waisenhaus kam. Er besuchte zunächst die katholische Freischule in Dresden. Nach Ostern 1856 kam V. an die Königliche Akademie der bildenden Künste. 1860 bis 1866 gehörte er dort dem Atelier Richters an. 1861 unternahm er mit diesem sowie mit seinen Malerfreunden Paul Mohn, Carl Wilhelm Müller und Adolph Thomas eine Studienreise nach Nordböhmen, der in den nächsten Jahren weitere folgen sollten. Die Unterstützung der Prinzessin von Sachsen, Amalia Marie Friederika Augusta, in deren Diensten der Vater gestanden hatte, ermöglichte V. ab Sommer 1866 einen Aufenthalt in Italien. Während der Reise entstanden diverse, meist aquarellierte oder getuschte Zeichnungen von Rom und Umgebung. Sein Ölgemälde „Gewitter in der römischen Campagna (Acqua acetosa)“ brachte V. 1868 ein einjähriges akademisches Stipendium ein, sodass er mit Mohn erneut nach Italien reisen konnte. Auf dieser Reise entstanden Ölbilder und Zeichnungen, die Motive aus der Gegend um Rom sowie aus den Tälern des Anio und des Tiber zeigen. 1870 reiste V. ein letztes Mal mit Richter und Müller nach Nordböhmen. Im gleichen Jahr heiratete er Cäcilie Plaul, wodurch der Illustrator Wilhelm Claudius und der Malerfreund Carl Wilhelm Müller zu seinen Schwägern wurden. Schon kurze Zeit später erlag V. der Lungenschwindsucht. – Bei V.s Werken, die bis Mitte der 1860er-Jahre entstanden, ist deutlich der Einfluss seines Lehrers Richter zu erkennen. In den späteren Arbeiten wandte er sich stimmungsvollen Landschaftsmalereien zu und orientierte sich dabei wohl stark an Künstlern wie Andreas und Oswald Achenbach, die beide in enger Verbindung zur Düsseldorfer Kunstakademie standen.



W  Im Frühling, 1860, Ölgemälde; Dorfschmiede, 1861, Radierung; Am Brunnen, 1861, Ölgemälde; Das Vesperbrod in der Bauernstube, 1864, Aquarell; Hochzeitszug, 1865, Aquarell; Bei Civitella, 1866, Aquarell; Gewitter in der römischen Campagna (Acqua acetosa), 1868, Ölgemälde; Der Taschenspieler, 1870, Aquarell; Pilger im Sabinergebirge bei Rom, den Ort ihrer Walfahrt (Olevano) zum ersten Mal erblickend, 1870, Ölgemälde.

L  K. J. Friedrich, Ludwig Richter und sein Schülerkreis, Leipzig 1956, S. 115-121. – DBA II; Thieme/Becker, Bd. 34, Leipzig 1940, S. 219f.; H. Ries, Illustration und Illustratoren des Kinder- und Jugendbuchs im deutschsprachigen Raum 1871-1914, Osnabrück 1992, S. 939f.



Fedor Bochow
11.6.2004


Empfohlene Zitierweise:

Fedor Bochow, Venus, Franz Albert, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (18.10.2017)

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