Wolframsdorf (Wolfframsdorff) (zu Crossen und Silbitz) Wolf Ernst von
Hofmarschall, Oberstallmeister, Rat, Hauptmann in Schwarzenberg, Rittergutsbesitzer
* 1552 25.9.1624 Crossen an der Elster Crossen, Pfarrkirche St. Michael(ev.)
VConradMgeb. von Bacha 1.1583 Magdalena, geb. von Hirschfeld (1565-1604)S7 u.a. August; Wilhelm; HeinrichT6 u.a. Elisabeth (* † 1598); Sophie 2.1608 Sabine, geb. von Hoym (zu Droysig) (* 1591)S1T4 u.a. Dorothea Sophia (* 1623)
GND: 121938190

W. war 60 Jahre am Dresdner Hof tätig und brachte es hier bis zur Position des Hofmarschalls und Oberstallmeisters. Für seine Dienste für Kurfürst August erhielt er das Rittergut Crossen. Darüber hinaus trat er durch sein Wissen auf dem Gebiet der Pferdedressur hervor und war dafür über die Grenzen Dresdens hinaus bis nach Dänemark bekannt. – W. besuchte die Schulen in Schneeberg und Zwickau. Nach seinem zwölften Lebensjahr kam er an den Dresdner Hof, wo er u.a. Hofämter als Postjunge, Kammerjunker und Tafelsteher bekleidete. Nach dem Tod von Kurfürst August wurde W. zum Hauptmann von Schwarzenberg ernannt. Wenige Jahre später bat W. um Demission und zog sich auf sein Rittergut Crossen zurück, das ihm Kurfürst August 1585 zusammen mit dem dazugehörigen Vorwerk Nickelsdorf übertragen hatte. Jedoch wurde er immer wieder zur Legation an verschiedene Fürstenhöfe gerufen. 1596 beauftragte ihn Christian IV. von Dänemark anlässlich seiner Krönung mit der Leitung der Ritterspiele. Unter dem Administrator Friedrich Wilhelm I. von Sachsen-Weimar war er ab 1599 für zwei Jahre als Hofmarschall tätig, bevor ihn Kurfürst Christian II. 1601 bis 1604 in diesem Amt bestätigte und ihn zusätzlich 1601 bis 1608 zum Oberstallmeister ernannte. Nach einigen Jahren legte er seine Ämter nieder und kehrte wieder nach Crossen zurück. Neben dem Hofdienst gehörte W. u.a. 1601, 1609 und 1612 im Landtag dem engeren Ausschuss der Ritterschaft an. – Darüber hinaus engagierte sich W. für seinen Landsitz. 1587 wurde er endgültig mit dem Rittergut Crossen belehnt und trat hier durch eine intensive Bautätigkeit hervor. Die alte Crossener Burg, die 1430 durch die Hussiten stark zerstört worden war, baute W. sorgsam zu einem Schloss um. Daneben errichtete er hier ein Hospital und kümmerte sich um den Kirchenausbau. Er ließ die Kirche erweitern und richtete eine Musikkapelle sowie einen Chor für Kirchenmusik ein. Finanziell gut situiert, erwarb er 1603 zusätzlich das Rittergut Silbitz an der Elster von Ludwig von Etzdorf. Auch hier initiierte er eine bauliche Neugestaltung, was insbesondere das Herrenhaus sowie die Hauskapelle betraf.



Q  E. Lauterbach, Memoria Wolframsdorfia, Christliche Leich- vnd Ehrenpredigt Bey Adelicher Sepultur Des ... Herrn Wolff Ernesten von W. vff Crossen vnd Silbitz, Churf. Sächs. gewesenen Hofemarschals, OberStallmeisters, vnd Raths, Leichenpredigt, Leipzig 1624.

L  U. Schirmer, Kursächsische Staatsfinanzen (1456-1656), Leipzig 2006, S. 744f., 801f.; Wolf Ernst von W. erhält das Amt, in: http://www.laendlichekerne.de/index.php?page=wolf-ernst (20.02.2015).

P  Epitaph, Crossen, Pfarrkirche St. Michael; Wolf Ernst von W., Gemälde, Pfarrkirche St. Michael, Reproduktion: G. Fischer, 2009 (Bildquelle).



Elisa Lange
4.1.2017


Empfohlene Zitierweise:

Elisa Lange, Wolframsdorf (Wolfframsdorff) (zu Crossen und Silbitz), Wolf Ernst von, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (24.5.2017)

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