Needon Karl Richard
Lehrer, Heimatforscher
* 3.11.1861 Dresden 5.8.1931 Bautzen Bautzen, Taucherfriedhof
Marie, geb. Ortel († 1929)
GND: 131841912






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Mit N.s Namen verbinden sich vor allem wissenschaftliche Arbeiten zur Geschichte der Oberlausitz und insbesondere Bautzens. – Der Sohn eines Militärarztes besuchte 1872 bis 1878 erst das Gymnasium in Bautzen und danach bis zum Abitur 1881 in Dresden-Neustadt. Anschließend studierte er in Leipzig Geschichte, Germanistik und klassische Philologie. Mit einer Studie über die Anfänge der Regierung König Heinrichs V. promovierte N. 1885 an der Leipziger Universität zum Dr. phil. Im Jahr darauf legte er die Staatsprüfung ab und war danach Probelehrer am Königlichen Gymnasium in Leipzig. 1887 wurde er als Hilfslehrer am Wurzener Gymnasium angestellt und 1888 folgte die Berufung an das Zwickauer Gymnasium, wo er 1892 ständiger Lehrer wurde. 1894 bis zu seiner Emeritierung 1924 lehrte N. am Bautzener Gymnasium. Der sächsische König Friedrich August III. verlieh ihm 1906 Rang und Titel eines Professors. 1916 wurde er zum Studienrat und 1920 zum Oberstudienrat ernannt. Zusätzlich zum Schuldienst verwaltete N. 1911 bis 1922 die Bautzener Stadtbücherei. – N. verfasste neben seiner Lehrer- und Bibliothekstätigkeit zahlreiche wissenschaftliche und literarische Arbeiten. In seinen wissenschaftlichen Abhandlungen, die u.a. im „Neuen Lausitzischen Magazin“, in den „Jahresheften der Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte der Oberlausitz“ und in den „Mitteldeutschen Blättern für Volkskunde“ erschienen, beschäftigte er sich vornehmlich mit der Namenskunde (Orts- und Flurnamen, Personen- und Familiennamen) sowie mit der Vorgeschichte, Schulgeschichte und Volkskunde der Lausitz. N. war Mitglied des Sächsischen Altertumsvereins in Dresden und des Bautzener Geschichtsvereins, dem er 1922 bis 1924 vorstand und dessen Veröffentlichungen er einige Jahre redigierte. So gründete er 1909 die Zeitschrift „Bautzener Geschichtsblätter“ und leitete diese, bis sie 1913 eingestellt wurden; 1915 initiierte er die „Bautzener Geschichtshefte“. Weiterhin war N. ab 1924 Mitglied der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften sowie ab 1929 deren Ehrenmitglied. Berechtigte Kritiken an N.s wissenschaftlichen Arbeiten, die speziell die Ausführungen zur Siedlungskunde, aber auch apodiktische Darstellungsformen allgemein betreffen, finden sich bereits in der zeitgenössischen Literatur. Seine vorwiegend im vierten Lebensjahrzehnt entstandenen Gedichte und Novellen hat er unter einem Pseudonym oder anonym veröffentlicht. Zwei von ihm verfasste Festspiele (für eine Hauptversammlung der Oberlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte sowie für eine Tagung der Deutschen Anthropologischen Gesellschaft) sind aufgeführt worden.



W  Beiträge zur Geschichte Heinrich’s V. Die Anfänge seiner Regierung 1105-1110, Diss. Leipzig 1885; Album discipulorum quondam Budissinorum. Die Schüler der Neuen Bautzener Ratsschule 1642-1679, Bautzen 1916; Abriß der Geschichte von Bautzen, Bautzen 1919; 1527-1927. Das Bautzener Gymnasium in vier Jahrhunderten, Bautzen 1927.

L  P. Arras, Oberstudienrat i.R. Professor Dr. phil. Karl Richard N., in: Neues Lausitzisches Magazin 107/1931, S. 223-225; W. Frenzel, Rückblick auf das Lebenswerk von Dr. Richard N. als Geschichts- und Vorgeschichtsforscher, in: Bautzener Geschichtshefte 9/1931, 1. Ergänzungsheft, S. 1-18 (WV); Richard N. †, in: Mitteldeutsche Blätter für Volkskunde 7/1932, H. 1, S. 38.



Brigitte Emmrich †
29.4.2011


Empfohlene Zitierweise:

Brigitte Emmrich †, Needon, Karl Richard, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (22.8.2017)

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