Moses (Moysses) von Altenburg
Baumeister, Steinmetz
1455 bezeugt


GND: 139762523





M. gehört zu den wenigen sächsischen Baumeistern des 15. Jahrhunderts, die namentlich bekannt sind. Maßstäbe setzte er v.a. im Gewölbebau. In der Mitte des 15. Jahrhunderts gestaltete M. reich ausgezierte Maßwerkgewölbe. – Der Name des Baumeisters ist im Stadtbuch von Borna überliefert. 1455 berief die Stadt Borna „meystere moysses von aldenburg“ zum Baumeister der Stadtkirche St. Marien. M. vollendete das Kirchenschiff, errichtete die Pfeiler und zog das Gewölbe ein. 1456 konnte die Kirche geweiht werden. Dem aus Altenburg stammenden Baumeister ist auch das Gewölbe der Schlosskirche in Altenburg zuzuschreiben, das ebenfalls als Maßwerkgewölbe gestaltet ist und vermutlich um 1460 eingezogen wurde. – M. bezog sich in seiner Gewölbebaukunst auf das um 1430 erbaute Maßwerkgewölbe der Fürstenkapelle des Meißner Doms, dessen Gestaltungsformen er weiterentwickelte. In Borna schmückte er das Parallelrippengewölbe im Mittelschiff der Stadtkirche mit Bogenrippen, die mit Lilien besetzt sind und organisch aus der Rippenfiguration hervorwachsen. Das figurierte Gewölbe der Schlosskirche Altenburg wird durch sternförmige Muster, gebogene Zierrippen und Passformen bereichert, sodass sich ein Maßwerkmuster von flächenfüllender Dichte entfaltet. Die spätgotische Baukunst des ausgehenden 15. Jahrhunderts konnte an diese herausragenden Leistungen des Gewölbebaus anknüpfen.



L  R. Steche, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, Bd. 15, Dresden 1891, S. 9. – DBA II; Thieme/Becker, Bd. 25, Leipzig 1931, S. 184.



Matthias Donath
16.8.2005


Empfohlene Zitierweise:

Matthias Donath, Moses (Moysses) von Altenburg, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (18.10.2017)

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