Hoppenhaupt Michael
Bildhauer
* 1657 Robür auf Lolland (Dänemark) 23.7.1710 Merseburg
1682 Regina, geb. BeyerSJohann Michael I. (1685-1751), Bildhauer, Architekt, LandbaumeisterTJohanna Regina (* 1683)
GND: 139708189






Artikel wurde bearbeitet:

H. und sein Sohn Johann Michael I. prägten die Barockkultur in der Stadt Merseburg und am Hof der Herzöge von Sachsen-Merseburg. – Über Anklam gelangte H. 1680 nach Merseburg, wo er am 24.4.1685 das Bürgerrecht erwarb. Er entwickelte sich zum bedeutendsten Bildhauer der Stadt, der hier geborene Bildhauer Johann Christian Kirchner war sein Schüler. – Als Baumeister trat H. erstmals 1689 hervor, als er den Damm am Gotthardteich erneuerte und das zweigeschossige Fischerhaus oder Lustschlösschen „Herzog Christian“ erbaute. Ein weiterer Hochbau H.s war das dreigeschossige Wohnhaus in der Domstraße in Merseburg. Darüber hinaus befasste er sich überwiegend mit der Innenausstattung von Kirchen. 1684 bis 1686 schuf er wohl den Hochaltar der Merseburger Stadtkirche St. Maximi, von dem nur Figurenteile erhalten sind. 1692 fertigte H. vermutlich das Altarkruzifix sowie das Retabel des Hauptaltars in der Neumarktkirche St. Thomae in Merseburg an. Für die Matthäikirche in Leipzig schuf er 1698/99 Altar, Kanzel, zwei Portalfiguren und die Dekoration des Gestühls. In den Stadtkirchen von Merseburg und Delitzsch befinden sich noch Reste der von H. gefertigten Ausstattungen. Zugeschrieben werden ihm verschiedene Grabsteine und Grabmäler in der Stadtkirche von Lauchstädt, auf dem Stadtfriedhof St. Maximi in Merseburg sowie auf dem Alten Johannisfriedhof in Leipzig.



L  G. Pretzien, Die Hoppenhaupts und ihre Kunst, Merseburg 1934. – H. Heckmann, Baumeister des Barock und Rokoko in Sachsen, Berlin 1996, S. 82f.



Hermann Heckmann
16.8.2005


Empfohlene Zitierweise:

Hermann Heckmann, Hoppenhaupt, Michael, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (23.8.2017)

Wikipedia Link