Ludwig Friedrich Graf von Schönburg
* 4.11.1681 Waldenburg 3.4.1736 Förbau Schwarzenbach/Saaleev.
VOtto Ludwig (1643-1701), Herr, seit 1700 Graf von SchönburgMSophia Magdalena, geb. von Leiningen-Westerburg (1651-1726)GSophia Magdalena (1668-1686); Maria Elisabeth (1670-1737); Otto Wilhelm (* † 1671); Johanna Auguste Charlotte (1672-1751); Georg Albert (1673-1716); Friederike Christiane (* † 1674); Anna Julia (* † 1675); Christiane Theresia (1676-1745); Ernesta Eleonora (1677-1741); Otto Wilhelm (1678-1747); Christian Heinrich (1682-1753); Maria Christiane (1683-1743); Louise Albertine (1686-1740); Aemilia Antonia Augusta (1690-1749)Catharina Sophie Magdalena, geb. Freiin von Stein (1688-1748)SLudwig Erdmann (* † 1708); Albert Carl Friedrich (1710-1765); Wilhelm Christian (1720-1755); Johann August (* † 1721)TSophia Wilhelmine (1705-1763); Sophie Louise (1707-1708); Sophia Charlotte (1708-1770); Christiana Theresia Eleonora (1713-1780); Louise Friederike (1716-1717); Erdmuthe Magdalena (1722-1806)
GND: 139743936






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L. zählt zu den Vertretern des schönburgischen Adelshauses, deren Leben und Wirken bislang kaum erforscht ist. – Gemäß einem Erbteilungsvertrag vom 1.6.1702 übernahm L. im Losverfahren die Herrschaft Stein, während seine Brüder Georg Albert mit Hartenstein, Otto Wilhelm mit Lichtenstein und Christian Heinrich mit Waldenburg die übrigen Besitzungen der Oberen Linie des Hauses Schönburg erhielten. L.s Erbteil war durch Abtrennung verschiedener Gebietsteile von den anderen Herrschaften gebildet worden und stellte mit der Stadt Lößnitz, dem Rittergut Ziegelheim und einigen verstreut liegenden Dörfern ein äußerst bizarres Territorium dar. Die Zersplitterung der Schönburgischen Herrschaften fand damit ihren Höhepunkt. Für seine Herrschaft richtete L. 1702 eine eigene Amtsverwaltung ein, die anfänglich in Stein, kurze Zeit später dann in Lößnitz ihren Sitz nahm. Zur Residenz wählte L. die Burg Stein, doch zwang ihn deren Baufälligkeit 1710 in Rüsdorf ein neues Herrenhaus zu errichten. – Die kursächsischen Bestrebungen zur Beseitigung der schönburgischen Landeshoheit ließen L.s Herrschaftsgebiet nicht unberührt. So folgte auf die Publikation einer Polizeiordnung für die Stadt Lößnitz, zu deren Erlass L. zweifellos berechtigt war, 1713 ein kurfürstlicher Strafbefehl über 1.000 Taler und die Vorladung L.s nach Dresden. Auf die sich häufenden kursächsischen Eingriffe reagierte L., indem er sich auf die 1706, d.h. nach seiner Vermählung erworbenen Güter Schwarzenbach und Förbau im Fürstentum Bayreuth zurückzog. Die Herrschaft Stein wurde aufgrund starker Verschuldung nach dem Tod L.s unter kursächsische Sequestration gestellt.



L  W.-D. Röber, Schönburgische Burgen und Schlösser im Tal der Zwickauer Mulde, Beucha 1999, S. 26-28; M. Wetzel, Das schönburgische Amt Hartenstein 1702-1878, Leipzig 2004, S. 45f., 52-56; M. Wetzel/G. Troll, Die Schönburger und Lößnitz, Lößnitz 2006 (P).

P  L. von Schönburg-Stein, Repro nach einem verschollenen Ölgemälde, Museum und Kunstsammlung Schloss Hinterglauchau.



Michael Wetzel
8.6.2007


Empfohlene Zitierweise:

Michael Wetzel, Ludwig Friedrich, Graf von Schönburg, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (21.8.2017)

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