Sack Konrad
Bruder des Deutschen Ordens, Landmeister zu Preußen, belegt 1283-1306
Gollub (poln. Golub-Dobrzyń) Kulmsee (poln. Chełmża), Kathedralkirche
GUlrich (belegt 1282-1317); Pezold
GND: 1121934633





Seit 1282 sind Mitglieder der Familie Sack in der Ministerialität der Heinrichinger feststellbar. Erstmals ist S. am 3.9.1283 als Konventuale der Kommende zu Königsberg (russ. Kaliningrad) zu erkennen. Bis 1287 lässt er sich in dieser Kommende urkundlich nachweisen. Am 21.4.1287 bezeugt er in einer zu Bischöflich Papau (poln. Papowo Biskupie) ausgestellten Urkunde des Landmeisters Meinhard von Querfurt als einfacher Bruder ohne Nennung seines Konvents. Am 17.6.1289 bekleidete er das Amt eines Komturs zu Christburg (poln. Dzierzgoń), doch hielt er dieses nur ein Jahr inne, denn seit dem 20.11.1290 erscheint Siegfried von Rechberg in dieser Funktion. Bis zum 24.9.1293 übte S. wohl kein Amt aus, denn in den Zeugenlisten ist er wieder als einfacher Deutschordensbruder aufgeführt. Nachdem er anscheinend für nur kurze Zeit nach Thüringen zurückgekehrt war und dort am 7.4.1294 in Mühlhausen bezeugt ist, erscheint S. seit dem 30.5.1294 als Kumpan des Landmeisters zu Preußen, bevor er dann zwischen dem 12.6.1289 und dem 31.1.1296 abermals als Komtur zu Christburg identifizierbar wird. Im Zeitraum zwischen dem 11.4.1296 und dem 13.12.1298 bekleidete er das Amt eines Komturs zu Kulm (poln. Chełmno) und vom 26. 6.1299 bis zum 30.3.1302 das eines Komturs zu Thorn (poln. Toruń). Nachdem er bereits seit 26.6.1299 als Vizelandmeister zu Preußen erscheint, ist S. seit September 1302 selbst als Landmeister zu Preußen zu identifizieren. Bis zum 21.3.1306 bleibt er in dieser Funktion zu erkennen. Schließlich gab er dieses Amt auf und zog sich in die Kommende Gollub zurück, in der er am 28.7.1306 als Komtur bezeugt ist. Hier verstarb S. und wurde in der Kathedralkirche zu Kulmsee bestattet.



Q  Codex Diplomaticus Warmiensis oder Regesten und Urkunden zur Geschichte Ermlands, Bd 1: Urkunden der Jahre 1231-1340, ges. und hrsg. von C. P. Woelky/J. M. Saage, Mainz 1860; Preußische Regesten bis zum Ausgange des dreizehnten Jahrhunderts, ges. u. hrsg. von M. Perlbach, Königsberg 1876; Urkundenbuch der Vögte von Weida, Gera und Plauen sowie ihrer Hausklöster Mildenfurth, Cronschwitz, Weida und z. h. Kreuz bei Saalburg, Bd.1: 1122-1356, hrsg. von B. Schmidt, Jena 1885; Urkundenbuch des Bistums Culm, Teil 1: Das Bistum Culm unter dem Deutschen Orden 1243-1466, hrsg. von C. P. Woelky, Danzig 1885; Urkundenbuch des Bistums Samland, hrsg. von C. P. Woelky/H. Mendthal, Leipzig 1891-1905; Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen, Bd. 1, hrsg. von K. H. Lampe, Jena 1936; Preußisches Urkundenbuch, Bd 1., 2. Hälfte, hrsg. von A. Seraphim, ND Aalen 1961; P. v. Dusburg, Chronik des Preußenlandes, übers. und erl. von K. Scholz/D. Wojtecki, Darmstadt 1984.

L  J. Voigt, Namen-Codex der Deutschen Ordens-Beamten, Hochmeister, Landmeister, Großgebietiger, Komthure, Vögte, Pfleger, Hochmeister-Kompane, Kreuzfahrer und Söldner-Hauptleute in Preussen, Königsberg 1843 (ND Niederwalluf 1971); D. Wojtecki, Studien zur Personengeschichte des Deutschen Ordens im 13. Jahrhundert, Wiesbaden 1971.



Christian Sobeck
19.4.2016


Empfohlene Zitierweise:

Christian Sobeck, Sack, Konrad, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (21.10.2017)

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