Wagner Karl
adventistischer Evangelist, Missionsvorsteher
* 12.1.1908 Solacz bei Posen (poln. Sołacz/Poznań) 28.2.1957 Dresden(Siebenten-Tags-Adventist)
VRudolf, Bäcker, LandwirtMElisabetha, geb. Cappel
GND: 13990090X

W. wirkte 1936 bis zu seinem frühen Tod 1957 im sächsischen Raum (einschließlich Sachsen-Anhalt) erfolgreich als Evangelist und Vorsteher (Superintendent) der Freikirche der Adventisten. Seine öffentlichen Evangelisationsveranstaltungen, besonders im Chemnitz der Nachkriegszeit (bis 1949), führten Hunderte Personen zur Taufentscheidung. Natürliche Sprachbegabung und eine warmherzig-mitfühlende Wesensart zeichneten seinen Dienst als Evangelist aus und machten ihn zu einem „Seelengewinner“. – W.s Eltern stammten aus dem rheinpfälzischen Odenbach und hatten von 1907 an einen Bauernhof bei Posen bewirtschaftet. Nach Ende des Ersten Weltkriegs zog die kinderreiche Familie nach Weichau/Schlesien (poln. Wichow), wo der Vater einen neuen Hof übernahm. Der fromme Bauernsohn schloss sich mit dem Wunsch, Missionar zu werden, 1923 durch Glaubenstaufe in Sprottau/Schlesien (poln. Szprotawa) den Adventisten an und erhielt am Missionsseminar Friedensau bei Magdeburg seine theologische Ausbildung (1925-1929). Politische Umstände verhinderten die Ausreise ins Missionsfeld. Zunächst als Pastor in Königsberg (russ. Kaliningrad), Elbing (poln. Elblag) und Lübben/Niederlausitz tätig, nahm W. 1936 seinen Dienst in Chemnitz auf. Seit 1949 trug W. Verantwortung in der Kirchenleitung, zunächst als Vorsteher in Halle/Saale (bis 1954), dann in Dresden (bis 1957). Seine Berufung blieben jedoch Predigtamt und Seelsorge. Noch als viel beschäftigter Administrator fand W. die Zeit für evangelistische Vorträge.



Q  Historisches Archiv der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa, Friedensau, Personalakte, Gemeindechroniken.



Daniel Heinz
19.12.2005


Empfohlene Zitierweise:

Daniel Heinz, Wagner, Karl, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (26.4.2017)

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