Elsa Karl Ludwig d’
Generaloberst
* 1.9.1849 Dresden 20.7.1922 Tannenfeld bei Nöbdenitz(ev.)
VLudwig Ferdinand (1806-1882), OberstleutnantMHuberta Louise, geb. von Brandenstein († 1911) 1.1875 Margarethe Anna Elise, geb. Andrée († 1888) 2.1891 Caroline Charlotte, geb. von StieglitzSWalther; Karl; JohannTElisabeth; Margarethe Dorothe; Priska
GND: 1015406343

Als kommandierender General des XII. (1. königlich sächsischen) Armeekorps übte E. 1910 bis 1916 eine Funktion aus, die in Friedenszeiten zu den drei bedeutendsten Positionen im sächsischen Kontingent des deutschen Reichsheers zählte. – Nach dem Abschluss der 1864 bis 1869 währenden Ausbildung im sächsischen Kadettenkorps wurde E. 1869 als Fähnrich in das Dresdner 2. Grenadierregiment Nr. 101 aufgenommen. 1870/71 nahm er als Leutnant am Deutsch-Französischen Krieg teil und war bei der Kaiserproklamation in Versailles als Bataillonsadjutant zugegen. Anschließend wurde der 1874 zum Oberleutnant beförderte E. Regiments-, später Brigadeadjutant und danach Erzieher im Dresdner Kadettenhaus. Es folgten Verwendungen als Kompaniechef im 1. (Leib-)Grenadierregiment Nr. 100, als Adjutant im Generalkommando des XII. (1. königlich sächsischen) Armeekorps und ab 1892 als Kommandeur des 2. Jägerbataillons Nr. 13. 1881 wurde E. zum Hauptmann und 1889 zum Major befördert. Danach führte seine militärische Karriere vergleichsweise rasch nach oben: 1893 erhielt er die Ernennung zum Oberstleutnant, 1896 zum Oberst und 1900 zum Generalmajor. Nach einer Tätigkeit als Abteilungschef im Kriegsministerium trat er 1898 an die Spitze des 1. (Leib-)Grenadierregiments Nr. 100, 1900 dann der 4. Infanteriebrigade Nr. 48 und 1902 der 6. Infanteriebrigade Nr. 64. 1902 übertrug ihm König Georg von Sachsen die Stellung eines „diensttuenden Generals a la suite Seiner Majestät des Königs“ und ernannte ihn 1904 zu seinem Generaladjutanten. Im selben Jahr avancierte E. zum Generalleutnant und übernahm das Kommando über die 2. Infanteriedivision Nr. 24. 1908 erfolgte die Beförderung zum General der Infanterie und 1910 die Ernennung zum kommandierenden General des XII. (1. königlich sächsischen) Armeekorps. Nachdem E. diesen Großverband mehr als dreieinhalb Jahre in Friedenszeiten geführt hatte, kam mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs die eigentliche Bewährungsprobe als kommandierender General. Unter seinem Befehl kämpfte das XII. Korps an der Marne und Aisne. Am 15.4.1916 rückte er zum Führer der Armeeabteilung „Falkenhausen“ (Bezeichnung ab dem 26.4.1916: Armeeabteilung „A“) auf, die in Lothringen bzw. den mittleren Vogesen im Stellungskrieg stand. Schon zum 3.1.1917 wurde der 67-jährige E. indes von diesem Dienstposten wieder enthoben und am 13.2.1917 im Zuge der Genehmigung seines Abschiedsgesuchs zur Disposition gestellt. Im Januar 1918 erhielt er noch den Rang („Charakter“) eines Generalobersten verliehen; am 21.1.1920 erteilte man ihm dann den endgültigen Abschied. – Die Bewertung E.s ist uneinheitlich. Einerseits charakterisiert ihn der Schriftsteller und ehemalige sächsische Offizier Ludwig Renn als einen ideenlosen „dürren Kopf“, der zumindest zu Friedenszeiten bei den Offizieren seines Korps keine besondere Achtung genossen habe. Andererseits wurde E. in Anerkennung seiner Leistungen am 25.5.1916 mit dem wettinischen Militär-St.-Heinrichs-Orden und am 3.9.1916 sogar mit dem „Pour le mérite“ ausgezeichnet.



Q  Sächsisches Staatsarchiv - Hauptstaatsarchiv Dresden, 11248, Sächsisches Kriegsministerium, Nr. 7997, Personalakte E.

L  Kalender für den sächsischen Staatsbeamten auf das Jahr 1917, Dresden 1917 (P); A. Baumgarten-Crusius (Bearb.), Geschichte der Sachsen im Weltkrieg, Leipzig 1923 (P). – DBA II.

P  Deutsche Kriegszeitung, Nr. 37, 16. September 1916, S.1 (Bildquelle).



Peter Mertens
30.9.2011


Empfohlene Zitierweise:

Peter Mertens, Elsa, Karl Ludwig d’, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (29.7.2014)

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