Fritzsch Karl-Ewald
Volkskundler
* 27.7.1894 Hallbach/Erzgebirge 2.10.1974 Dresden
VHeinrich Adam, Archenbauer, Schachtel- und StuhlmacherMErnestineSusanne, geb. Hübler (1899-1989), chemische AssistentinTWaltraut (* 1923), Ärztin
GND: 132724456

Im Anschluss an eine pädagogische Ausbildung in Annaberg und Zwickau war F. zunächst bei Freiberg und später in Dresden als Lehrer tätig. Gleichzeitig belegte er die Fächer Pädagogik, Hygiene und Volkskunde an der Technischen Hochschule Dresden. Nach dem Studium bei Karl Reuschel gab F. den Lehrerberuf zugunsten der volkskundlichen Forschung auf. 1926 wurde er Mitarbeiter von Adolf Spamer, der damals seine Lehrtätigkeit in Dresden aufgenommen hatte. F. leitete die 1933 gegründete „Landesstelle für Volksforschung und Volkstumspflege im Nationalsozialistischen Lehrerbund, Gau Sachsen“ und übernahm 1935 die Redaktion der „Mitteldeutschen Blätter für Volkskunde“. Darüber hinaus arbeitete er an dem von Walter Frenzel, Fritz Karg und Adolf Spamer ab 1932 herausgegebenen „Grundriß der Sächsischen Volkskunde“ mit. Nach Kriegsende beteiligte er sich am Neuaufbau des Instituts für Volkskunst und Volksbrauch, welches 1954 dem Institut für deutsche Volkskunde an der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin angegliedert wurde. Die Einrichtung einer institutseigenen Bibliothek geht in erster Linie auf sein Engagement zurück. 1963 wurde F. Referent der Kommission für Heimatforschung. Auch nach seinem Ausscheiden als Mitarbeiter der Forschungsstelle Dresden des Akademieinstituts für deutsche Volkskunde 1961 setzte er seine volkskundliche Forschungsarbeit bis zum Tod unermüdlich fort. Seine Verdienste liegen v.a. im Bereich der Spielzeug-, Weihnachts- und Bergmannsforschung.



W  Adolf Spamer – zehn Jahre in Dresden (1926-1936), in: Mitteldeutsche Blätter für Volkskunde 11/1936, S. 87-95; Das Kind im Brauchtum Sachsen, Diss. Dresden 1942; Weihnachtsbaum in Sachsen, in: Beiträge zur sprachlichen Volksüberlieferung, Berlin 1953, S. 260-291; Vom Bergmann zum Spielzeugmacher, in: Deutsches Jahrbuch für Volkskunde 2/1956, S. 179-211; Die Ablösung des Seiffener Zinnbergbaues durch die Spielzeugindustrie, in: Der Abschnitt 8/1956, S. 13-17; mit F. Sieber, Bergmännische Trachten des 18. Jahrhunderts im Erzgebirge und im Mansfeldischen, Berlin 1957; mit M. Bachmann, Deutsches Spielzeug, Leipzig 1965.

L  S. Kube, Karl-Ewald F. zum 70. Geburtstag, in: Sächsische Heimatblätter 6/1964, S. 540-546; ders., Karl-Ewald F. 75 Jahre, in: DEMOS 4/1969, S. 400; P. Roder, Im Dienst der Heimat, in: Unsere Heimat 1974, S. 141f.; S. Kube, Karl-Ewald F., in: Sächsische Heimatblätter 3/1975, S. 145; W. Fritzsch, Erinnerungen an den Volkskundler Dr. Karl-Ewald F., anläßlich seines 100. Geburtstages, in: Ärzteblatt Sachsen 12/1994, S. 884-887.

P  Karl-Ewald F. Ende 1950er Jahre, Privatbesitz Dr. W. Fritzsch, Dresden (Bildquelle).



Anke Diekmann
1.10.2004


Empfohlene Zitierweise:

Anke Diekmann, Fritzsch, Karl-Ewald, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (27.6.2017)

Wikipedia Link