Leipoldt Johannes
Historiker, Museologe, Flurnamenforscher
* 11.7.1900 Frohburg bei Borna 5.4.1974 Reichenbach/Vogtland
VLehrer1936
GND: 136780296


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L. gehört zu den bedeutendsten Historikern des Vogtlands. Seine Erkenntnisse im Bereich der Flurnamenforschung sind bis heute gültig. – Nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Geografie 1921 bis 1925 in Leipzig promovierte er über vogtländische Siedlungsnamensforschung bei Rudolf Kötzschke, als dessen Schüler er galt. 1928 wurde L. freier Mitarbeiter der „Sächsischen Flurnamenstelle“ und der „Deutschen Zentralstelle für Flurnamenforschung“ in Dresden. Hier arbeitete er eng mit dem Direktor des Sächsischen Hauptstaatsarchivs, Hans Beschorner, zusammen, mit dem er u.a. das „Nachrichtenblatt für deutsche Flurnamenforschung“ herausgab. 1939 wurde L. Leiter des Museums und des Stadtarchivs in Reichenbach/Vogtland. Dieser Berufung folgte L. aufgrund der finanziellen Absicherung, da er im Sächsischen Hauptstaatsarchiv, wo sich die „Zentralstelle für deutsche Flurnamenforschung“ befand, nur freischaffend tätig war. Außerdem erhielt er dort keine Festanstellung, weil er nicht in die NSDAP eintrat. 1956 übernahm er die Leitung des Kreismuseums Burg Mylau. – Seit der Übernahme der Museumsleiterstelle 1939 reduzierte L. seine Publikationstätigkeit. Auch wenn der Großteil seiner Veröffentlichungen der sächsischen Siedlungsnamen-, aber besonders der Flurnamenforschung galt, verfasste er zahlreiche Stadteinträge für das „Deutsche Städtebuch“.



W  Die Geschichte der ostdeutschen Kolonisation im Vogtland auf der Grundlage der Siedlungsformenforschung, Plauen 1927; Auf Spuren der Vergangenheit im Burgsteingebiet, Dresden 1932; Wesen und Wandlung der Saupenverfassung im Amte Meißen, in: W. Emmerich (Hg.), Von Land und Kultur, Leipzig 1937, S. 140-169.

L  K. Gerlach, Dr. Johannes L. 65 Jahre alt, in: Sächsische Heimatblätter 12/1966, H. 4, S. 372; P. Beyer, Dr. phil. Johannes L. zum Gedenken, in: ebd. 20/1974, H. 4, S. 191f. (P); H. Walther, Johannes L. (1900-1974), in: ONOMA 18/1974, S. 601-603 (WV); J. Richter, Johannes L. – Dr. phil., in: Berühmte Vogtländer, hrsg. vom Verein für vogtländische Geschichte, Volks- und Landeskunde e.V., Bd. 1, Plauen 1997, S. 51 (P); U. Schirmer, Graduierungsschriften am Leipziger Seminar für Landesgeschichte und Siedlungskunde, in: W. Held/U. Schirmer (Hg.), Rudolf Kötzschke und das Seminar für Landesgeschichte und Siedlungskunde an der Universität Leipzig, Beucha 1999, S. 109; P. Beyer, Ein Leben für die Siedlungsgeschichte und die vogtländische Heimat, in: Jahrbuch des Museums Reichsfels-Hohenleuben 45/2000, S. 225-231 (P).

P  Fotografie, Stadtarchiv Plauen (Bildquelle).



Konstantin Hermann
3.2.2005


Empfohlene Zitierweise:

Konstantin Hermann, Leipoldt, Johannes, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (23.11.2017)

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