Das Wirken H.s als Naturforscher und Sammelreisender fand bereits zu seinen Lebzeiten hohe Anerkennung. V.a. seinen botanischen und zoologischen Sammlungen wurde eine große Bedeutung beigemessen. H.s vielfältige Interessen und sein Unternehmungsgeist reichten jedoch weit über diese Disziplinen hinaus und prägten das Schaffen dieses Universalgelehrten. – Als Sohn wohlhabender und angesehener Eltern erhielt H. eine sorgfältige und umfassende Erziehung und Ausbildung. Bereits im Alter von sieben Jahren sprach er fließend Französisch und beherrschte die Grundlagen der lateinischen Sprache. H. bekam Unterricht in Malerei und Musik durch Johann Gottlieb Naumann, den kursächsischen Hofkapellmeister und Komponisten. Nach dem frühen Tod der Eltern erbte H. 1780 das väterliche Stammgut in Rammenau sowie Grundbesitz in Dresden. Die Vormundschaft über den 14-jährigen Grafen und die Verwaltung des Erbes übernahm [Baron von Hohenthal]. 1780 bis 1782 studierte H. Geschichte, Geografie und Naturwissenschaften in Leipzig. Insbesondere widmete er sich den Fächern Botanik und Entomologie und sammelte Pflanzen und Insekten. Nach Ableistung des Militärdiensts setzte er 1786/87 sein Studium der Naturwissenschaften und neueren Sprachen in Göttingen fort. Anschließend widmete er sich der Verwaltung seiner Güter. Dazu zählten ein Anwesen mit angegliederter Gärtnerei und Baumschule in Dresden sowie der herrschaftliche Landsitz in Rammenau mit barocker Schlossanlage einschließlich dazugehöriger Gärten und landwirtschaftlicher Nutzflächen. In dieser Zeit beschäftigte sich H. auch mit praktischen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Aspekten. – 1793/94 begab sich H. auf eine erste ausgedehnte Reise, die ihn durch Österreich, Italien und Ungarn führte. Vorrangiger Zweck war das Sammeln von Pflanzen und Insekten. Seine Reiseeindrücke, dokumentiert durch den Briefwechsel mit seiner Schwester, wurden von der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften unter dem Titel „Reise in einige Gegenden von Ungarn bis an die türkische Gränze“ (1800) veröffentlicht. 1794 verkaufte H. das Rammenauer Anwesen an seinen Schwager, um sich im Herbst 1795 in Begleitung des Leipziger Professors Wilhelm Gottlieb Tilesius von Tilenau auf eine sechsmonatige Reise durch Portugal zu begeben. Nur zwei Jahre später zog es H. wieder nach Portugal; diesmal verbrachte er gemeinsam mit dem Rostocker Botanik-Professor Heinrich Friedrich Link vier Jahre auf der iberischen Halbinsel. Nach seiner Rückkehr 1801 arbeitete H. intensiv an der Bestimmung und Systematisierung seiner Pflanzen- und Insektensammlung. Unterstützung erhielt er dabei v.a. durch den Entomologen Johann Karl Wilhelm Illiger sowie durch Johann Christian Ludwig Hellwig, Professor und Hofrat in Braunschweig, der ihn als seinen Gast aufnahm. Noch im Jahr seiner Rückkehr aus Portugal schickte H. seinen langjährigen Reisebegleiter Friedrich Wilhelm Sieber nach Brasilien und knüpfte so Kontakte zu dort lebenden Portugiesen und Einheimischen, um eine weitere Quelle für die Erweiterung seiner Sammlungen zu erschließen. Letztere ließ er 1802 mit den Sammlungen seines Freundes Hellwig durch einen gerichtlichen Vertrag vereinen. H. arbeitete zudem gemeinsam mit seinem früheren Reisebegleiter Link gezielt an der Herausgabe einer illustrierten und beschreibenden Systematik der Pflanzenwelt Portugals. 1804 zog H. nach Berlin, um die Arbeit an der sog. „Flore Portugaise“ besser koordinieren zu können. Allein für den Druck und die Herausgabe dieses Werks ließ H. ein Atelier mit modernster und kostspieliger Technik einrichten und konnte u.a. den Porzellanmaler Gottfried Wilhelm Völcker für eine Mitarbeit gewinnen. H. unterhielt enge Kontakte zu Wilhelm von Humboldt und Carl Ludwig Willdenow. Nachdem die Pläne, seine Sammlungen als Kernstück in das neu zu gründende zoologische Museum der Berliner Universität einzubringen, scheiterten, kehrte H. 1816 nach Dresden zurück. Nach dem Tod seiner Schwester fiel das Gut Rammenau 1820, verschuldet und durch die napoleonischen Kriege stark in Mitleidenschaft gezogen, wieder zurück an H. Ihm selbst drohte zu dieser Zeit der finanzielle Ruin, da die Ausgaben für die „Flore Portugaise“ seit Jahren deutlich seine Mittel überstiegen. In den Folgejahren wandte sich H. intensiv dem Gartenbau und der Pflanzenanzucht zu. Er nahm den Betrieb der Gräflichen Hoffmannseggischen Gärtnereien und Baumschulen in Dresden-Neustadt und Rammenau wieder auf, baute deren Kapazitäten aus und veröffentlichte regelmäßig das umfangreiche käufliche Sortiment seines Unternehmens. 1823 umfasste das gesamte Pflanzeninventar seiner Gärten ungefähr 2.000 Arten. H. konnte dabei auf seine eigene, umfassende Sammlung von Samen und Pflanzenmaterial zurückgreifen. Er vertrieb sowohl einheimische als auch exotische Zier- und Obstgehölze, Stauden, Schnittblumen, Obst und Gemüse, züchtete Pelargonien, Georginen (Dahlien) und Orchideen. In den darauffolgenden Jahren fanden umfangreiche Arbeiten am Rammenauer Anwesen statt. Der barocke Garten wurde bis ca. 1835 in eine landschaftliche Parkanlage umgestaltet. Noch im hohen Alter plante H. eine ausgedehnte Expeditionsreise nach Afrika, welche jedoch nicht mehr realisiert werden konnte.
