Johanna Magdalena
Herzogin von Sachsen-Altenburg, Herzogin von Sachsen-Weißenfels
* 14.1.1656 Altenburg 22.1.1686 Weißenfels Weißenfels, Schlosskirche(ev.)
VFriedrich Wilhelm II. (1603-1669), Herzog von Sachsen-AltenburgMMagdalena Sibylle, geb. Herzogin von Sachsen, verw. Prinzessin von Dänemark (1617-1668)GChristian (1654-1663); Friedrich Wilhelm III. (1657-1672), Herzog von Sachsen-Altenburg1671 Johann Adolf I. (1649-1697), Herzog von Sachsen-WeißenfelsSJohann Georg (1677-1712), Herzog von Sachsen-Weißenfels; Christian (1682-1736), Herzog von Sachsen-Weißenfels; Johann Adolf II. (1685-1746), Herzog von Sachsen-WeißenfelsTMagdalena Sibylle (1673-1726); Johanna Wilhelmine (1680-1730); Anna Marie (1683-1731); Sophie (1684-1752)
GND: 120064995

Bereits 16-jährig heiratete die schon früh verwaiste J. ihren Cousin, Herzog Johann Adolf I. von Sachsen-Weißenfels. Durch den frühen Tod ihrer beiden Brüder Christian und Friedrich Wilhelm nahm J. als einzige Tochter der vom Aussterben bedrohten Altenburger Nebenlinie der Wettiner eine wichtige Rolle ein und musste ihr Leben der dynastischen Räson unterordnen. – Bereits im Kindesalter gerieten die Altenburger Prinzessin und ihr Bruder Friedrich Wilhelm zwischen die Fronten der ernestinisch-albertinischen Rivalitätskämpfe. J.s Vater hatte im Testament zum Ärgernis der Ernestiner die albertinischen Brüder seiner Frau, Kurfürst Johann Georg II. und Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz, zu Vormündern seiner Kinder bestimmt. Somit wuchs J. zwischen Altenburg, Dresden und Zeitz auf. – Das Kalkül Herzog Johann Adolfs I. von Sachsen-Weißenfels, die nach dem Tod der männlichen Erben erloschene Altenburger Nebenlinie durch die Ehe mit J. zu erben, erfüllte sich nicht. Vielmehr fiel sie zu zwei Dritteln an Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha und zu einem Drittel an Herzog Johann Ernst II. von Sachsen-Weimar, die durch ihre Eheverbindungen mit Altenburger Prinzessinnen in den 1630er-Jahren ältere Erbansprüche anmelden konnten. Das Ende der Altenburger Herrschaft konnte J. nicht verhindern, und auch ihren Söhnen war es nicht vergönnt, in der albertinischen Sekundogenitur Sachsen-Weißenfels die männliche Nachkommenschaft zu sichern. – Ihrer Rolle entsprechend widmete sich J. neben den dynastischen Aufgaben auch den höfischen Pflichten einer Herzogin. Zusammen mit ihrem Ehemann residierte J. auf Schloss Weißenfels sowie zu Jagdgesellschaften auf dem Kammergut Langendorf, wo sich die Familie 1677 bis 1679 und 1692 aufhielt. J. war zeit ihres Lebens eine tiefgläubige und fürsorgliche Landesmutter. Sie zeigte lebhaftes Interesse an der Theologie, was v.a. auf ihre Erziehung durch die Theologen Johann Stiel und Johann Christfried Sagittarius zurückgeht. Sie stand mit Pastoren und Geistlichen regelmäßig in Gedankenaustausch und arbeitete einmal jährlich die Bibel durch, wobei sie am Rand das jeweilige Tagesdatum und diverse Anmerkungen notierte. Darüber hinaus verfasste J. zum Verschenken eine Reihe von Gebetbüchern, Spruchsammlungen und Lehrschriften. Arme Bewohner der Stadt Weißenfels unterstützte sie durch Spenden und bedachte Notleidende in ihrem Testament. Der Schlosskirche schenkte J. einen goldbestickten Ornat, später einen goldenen Kelch und eine Hostienschachtel, für die Weißenfelser Marienkirche stiftete sie 1681 ein silbernes Taufbecken. Anlässlich ihres Tods 1686 wurden Gedächtnismünzen geprägt, die bei den Exequien, d.h. Totenmessen, ausgeteilt wurden.



Q  Letztes Denckmal der weyland durchlauchtigsten Fürstin und Frauen J. Magdalenen, zu unvergeßlichen Lob und Ehren gesetzet, Weißenfels 1686 (P).

L  E. Sent (Bearb.), 300 Jahre Vollendung der Neuen Augustusburg - Residenz der Herzöge von Sachsen-Weißenfels, Weißenfels 1994; K. Witter, Der Wasunger Krieg, in: H. Hoffmeister/V. Wahl (Hg.), Die Wettiner in Thüringen, Arnstadt/Weimar 1999, S. 263-268; J. Brandsch, Das Erlöschen der wettinischen Hauptlinie Sachsen-Altenburg 1669/72 in den Tagebüchern Friedrichs I. von Sachsen-Gotha und Altenburg, in: R. Jacobsen (Hg.), Residenzkultur in Thüringen vom 16. bis 19. Jahrhundert, Bucha bei Jena 1999, S. 208-222.

P  J. Hainzelmann, Kupferstich, abgezeichnet von F. Luther, undatiert, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstichkabinett.



Anne-Simone Knöfel
20.6.2006


Empfohlene Zitierweise:

Anne-Simone Knöfel, Johanna Magdalena, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (30.4.2017)

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