Als einer der wenigen aus Norddeutschland stammenden Musiker des 17. Jahrhunderts, die in Mitteldeutschland ihre Lebensstellung gefunden hatten (wozu auch der Leipziger Nikolaiorganist Werner Fabricius und der Dresdner Hofkapellmeister Nikolaus Adam Strungk gehörten), erfreute sich A. unter seinen Zeitgenossen eines guten Rufs als Organist und Komponist. – In Stralsund, wo er dem nachmaligen Dresdner Hofkapellmeister Vincenzo Albrici begegnete, besuchte er das Gymnasium und bereiste danach zwei Jahre lang Holland und Frankreich. Anschließend studierte er in Rostock Theologie. Zudem hat er sich hier wohl mit der grundsätzlichen Kritik des lutherischen Rostocker Theologieprofessors Theophil Grossgebauer an einer reichen figuralen Kirchenmusik (gedruckt 1661) auseinandergesetzt. 1661 begann A. ein Jurastudium in Leipzig, wo der Thomaskantor Sebastian Knüpfer sowie die Nikolaiorganisten Johann Rosenmüller und Adam Krieger die bürgerliche und studentische Musikpflege auf ein hohes Niveau gehoben hatten. Werner Fabricius bildete ihn hier zum Organisten aus. – Am 22.4.1666 wurde die auf Veranlassung des Herzogs Christian I. von Sachsen-Merseburg neu erbaute Orgel im Dom zu Merseburg geweiht. Ob das gleichzeitig geschaffene Amt des Merseburger Hoforganisten sofort mit A. besetzt worden ist oder ob dieser erst später die Stelle erhielt, ist ungeklärt. A., nach Johann Mattheson „ein tüchtiger Theologus, gelehrter Jurist und gantzer Musikus“, blieb bis zu seinem Tod 1710 Hof- und Kammerorganist am Merseburger Dom und Hof, musste sich aber seit 1700 durch Georg Friedrich Kauffmann vollständig vertreten lassen, da ein Schlaganfall seine rechte Hand gelähmt hatte. 1676 hatte A. im Gefolge Herzog Christians I. Dresden besucht und noch einmal bei Albrici italienische Anregungen im Komponieren und Musizieren empfangen, was laut Mattheson einen Stilwandel in A.s Spiel und Kompositionen bewirkte. Zugleich war es ein Zeichen dafür, dass sich der in Dresden seit den 1650er-Jahren besonders durch Giovanni Andrea Bontempi, Marco Gioseppe Peranda und Vincenzo Albrici praktizierte musikalische italienische Hochbarock auch in Merseburg durchgesetzt hatte. – Von A.s Kompositionen sind nur einige wenige Orgelwerke erhalten geblieben. Die in den Merseburger Hofakten 1731 erwähnten „Vier großen Kisten ... mit allerhand geschriebenen und gedruckten musicalischen Sachen angefüllt“ mögen neben vielen Werken anderer Komponisten auch eine größere Anzahl von Alberti-Kompositionen enthalten haben. Mit seinen verloren gegangenen „12 Ricercate“, notiert wohl in „italienischer Tabulatur“ (Partituranordnung auf vier oder fünf Systemen), dürfte er sich als Meister des reinen Satzes entsprechend den alten Kontrapunktregeln ausgewiesen haben, wie er sich ebenso in seinen anderen, kontrapunktisch reichen Werken stets zeigte. Der junge Georg Friedrich Händel trug in Halle 1698 in sein Studienbuch auch ihm vorbildlich erscheinende Musik von A. ein. Ebenso nahm der Weimarer Stadtorganist Johann Gottfried Walther Stücke A.s in seine heute in Berlin liegende Sammlung von Orgelwerken auf. – Laut G. Frotscher zeigte A. „seine besondere Meisterschaft in der Gestaltung selbstständiger und charakteristischer Kontrapunkte“. Dass das Meiste von A.s Gesamtoeuvre verloren ging, ist insofern gravierend, als sein sicherlich einstmals viel umfangreicheres Orgelschaffen unser Bild der nicht sehr zahlreich erhalten gebliebenen mitteldeutschen Orgelmusik vor und um 1700 um wichtige Züge bereichert hätte - galt A. doch nicht ohne Grund als herausragender Komponist seiner Zeit und Umgebung.