Friedrich Johann David
Tapetenmaler, Radierer, Begründer einer Tapetenmanufaktur
* 2.10.1719 Großschönau 24.5.1766 Dresden
VDavid, DamastweberMAnna Maria, geb. RößlerJohanna Dorothea, geb. Günther († 1795)SJohann Alexander David (1744-1793), Historienmaler; Johann Christian Jacob (1746-1813), Landschafts- und Blumenmaler, KupferstecherTCaroline Friederike (1749-1815), Blumen- und Früchtemalerin, Akademielehrerin
GND: 142719129

F. erlernte zunächst in der Werkstatt eines Damastwebers und Musterzeichners das Handwerk seines Vaters. Auf einer Reise durch die Lausitz 1738 wurde Johann Alexander Thiele auf den begabten F. aufmerksam und nahm ihn zu sich nach Dresden in die Lehre. Später vermittelte er ihn zum Unterricht im Figurenzeichnen an den Dresdner Hofmaler Louis de Silvestre. Als Vater von sechs künstlerisch begabten Kindern sollte F. der Stammvater einer der bedeutendsten Dresdner Künstlerdynastien werden, der neben Landschaftsmalern auch Historien-, Porträt- und Blumenmaler angehörten. Auf Thieles Rat hin gründete er 1739 eine Tapetenmanufaktur, die sog. Friedrich’sche Öltapetenfabrik in Friedrichstadt bei Dresden, die künstlerisch hochwertige, mit Ölfarben bemalte Leinwände als Wandbespannungen herstellte. F. betrieb diese künstlerisch ambitionierte Manufaktur mit Erfolg und hatte dazu zahlreiche Künstler angestellt, u.a. den Landschafts-, Fresko- und Theatermaler Johann Ludwig Giesel, den Landschafts-, Blumen- und Früchtemaler Johann Christoph Malcke, den Landschafts- und Dekorationsmaler Friedrich Gottlob Lorenz und den Figurenmaler Heinrich Leichner. Der Siebenjährige Krieg setzte der Luxusgüterproduktion ein Ende, und so musste die Manufaktur unter dem Druck der finanziellen Verhältnisse schließlich ihr anspruchsvolles Niveau aufgeben. F.s ältester Sohn Alexander führte die väterliche Tapetenmalerei fort, bis die Papiertapete aufkam. 1766 hinterließ F. bei seinem Tod Schulden, sodass die begabten Kinder, die er anfangs noch selbst unterrichtet hatte, zu ihrer Ausbildung auf kurfürstliche Unterstützung angewiesen waren. – Bis auf zwei Werke sind keine weiteren Arbeiten F.s direkt nachweisbar. Als Produkt seiner Manufaktur gelten heute die wertvollen Tapeten im Fasanenschlösschen in Moritzburg, wo in drei Zimmern drei unterschiedliche landschaftliche Szenarien mit verschiedenen künstlerischen Handschriften dargestellt sind.



W  Kopf eines Mannes, Rötelzeichnung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett; Bauernhütten (nach J. G. Schön), 1748/49, zwei Radierungen, ebd.; Tapeten im Fasanenschlösschen in Moritzburg.

L  G. O. Müller, Vergessene und halbvergessene Dresdner Künstler des vorigen Jahrhunderts, Dresden 1895, S. 114-126; M. Stübel, Der Landschaftsmaler Johann Alexander Thiele und seine sächsischen Prospekte, Leipzig/Berlin 1914, S. 28; H.-J. Göpfert, Johann Alexander Thiele, 2 Bde., Diplomarbeit Leipzig 1972, S. 292-297; A. Fröhlich, Landschaftsmalerei in Sachsen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Weimar 2002, S. 287; B. Bärnighausen (Bearb.), „Wie über die Natur die Kunst des Pinsels steigt“, Weimar/Jena 2003. – Thieme/Becker, Bd. 12, Leipzig 1999, S. 469.



Anke Fröhlich
11.11.2011


Empfohlene Zitierweise:

Anke Fröhlich, Friedrich, Johann David, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (30.3.2017)

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