Budar (Buder) Jan Michał (Johann Michael)
Jurist, Rittergutsbesitzer
* 9.12.1713 Obergurig (sorb. Hornja Hórka) 25.11.1789 Obergurig Großpostwitz (sorb. Budestecy)(ev.)
VGeorg (1685-1726), Rittergutsbesitzer in ObergurigMAgnes, geb. Benade (1688-1737)GUrsula; Magdalena (1712-1713); Hans George († 1715); Anna Magdalena (* 1716); Hans George (*† 1718); Hans George (1721-1722); Anna Justina (1723-1724)
GND: 1117162761


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B. begründete mit seinem Vermögen die „Budersche Stiftung“, einen Unterstützungsfonds für die arme sorbische Bevölkerung. – Als Sohn eines Rittergutsbesitzers in Obergurig (Niedergut) besuchte B. das Gymnasium in Bautzen (sorb. Budyšin) und studierte 1733 bis 1737 Rechtswissenschaft in Wittenberg. Anschließend war er bis zu seinem Tod als Advokat in seinem Heimatdorf tätig und schuf sich mit seinem Eintreten für die dörfliche Bevölkerung, besonders unter den dort ansässigen Sorben, einen Ruf als Anwalt der Armen. – B., der ehe- und kinderlos blieb, verstand es, durch Geldverleih und einige Grundbesitzerwerbungen, u.a. kaufte er 1770 ein weiteres Rittergut in Obergurig (Obergut) und in Sora (sorb. Zdźar) bei Wilthen, seinen Besitz zu vermehren. Angesichts einer schweren Krankheit verfasste er 1767 sein Testament, in dem er einen Großteil seines nicht unerheblichen Vermögens den Armen sorbischer Herkunft im Meißnischen Kreis und in der Ober- und Niederlausitz ungeachtet ihres religiösen Bekenntnisses vermachte. B. starb 1789. Es mussten nach seinem Tod 40 Jahre vergehen, ehe die Verfügung realisiert werden konnte (1830 in Preußen, 1833 in Sachsen). In Erfüllung des Testaments wurde 1812 bis 1816 eine amtliche Statistik der Sorben (rückwirkend auf den Stand von 1767) erarbeitet. Die Stiftung erlosch in der Inflationszeit nach dem Ersten Weltkrieg. – 1867 wurde B. auf Initiative der wissenschaftlichen Gesellschaft der Sorben, der Maćica Serbska, auf dem Friedhof neben der Kirche in Großpostwitz ein Denkmal mit der Inschrift „Jan Michał B. / Dobroćel Serbow“ (Jan Michał B. / Wohltäter der Sorben) errichtet. Seinem Wirken widmete Jurij Wjela (Georg Wehle) ein Theaterstück: „Jan Michał B. mjez roboćanami“ (Jan Michał B. unter den Fronarbeitern, 1956/57). An seinem Geburts- und Wohnhaus in Obergurig erinnert seit 2013 eine Gedenktafel an B.



Q  Pfarrarchiv Großpostwitz.

L  K. A. Jenč, Jan Michał B. a jeho wotkazanje [Jan Michał B. und sein Vermächtnis], in: Časopis Maćicy Serbskeje 11/1858, S. 23-44; H. Dučman, Jan Michał B., jeho žiwjenje a wotkazanje [Jan Michał B., sein Leben und Vermächtnis], Bautzen 1869; F. Mětšk, Die Bedeutung der Budarschen Stiftung (1767) für die sorbische Sprach- und Volkstumsstatistik, in: Zeitschrift für Slawistik 5/1960, H. 2, S. 244-266, H. 3, S. 407-415; „Geschichtliches“ zu Jan Michał B., in: Amts- und Mitteilungsblatt der Gemeinde Obergurig 24/2013-26/2015.



Annett Bresan
4.5.2017


Empfohlene Zitierweise:

Annett Bresan, Budar (Buder), Jan Michał (Johann Michael), in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (20.11.2017)

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