Born Jacob (Jakob) Heinrich (von)
Jurist, Appellationsrat, Bürgermeister von Leipzig, Beisitzer im Oberhofgericht und im Leipziger Schöffenstuhl, Ratsbibliothekar, Stiftskanzler zu Wurzen, Erbherr auf Wildenborn und Süxdorf
* 2.1./6.1717 Leipzig 3.12.1775 Dresden
VJacob d.J. (1683/88-1758), Jurist, Bürgermeister von Leipzig, Prokanzler des OberhofgerichtsMSusanne Regine, geb. PuschJohanna Christiane, geb. SchacherSJacob Heinrich (1750-1782), Jurist, kurfürstlich sächsischer Hof- und Justizrat in DresdenTSusanne Christiane Henrike
GND: 104194715


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B. studierte ab 1735 an der Universität Leipzig, wo er 1738 den Magistergrad erreichte und 1739 zum Doktor der Rechte promoviert wurde. Nach Abschluss seines Studiums unternahm er eine Studienreise in die Niederlande und wurde kurz nach seiner Rückkehr 1739 in den Leipziger Rat gewählt. Nun folgten Berufungen in eine Vielzahl neuer Ämter, von denen er die meisten bis zu seinem Tod innehatte. 1749 wurde er zum kurfürstlich sächsischen Appellationsrat und ein Jahr später zum Stadtrichter ernannt. 1759 wählte man B. in das Leipziger Bürgermeisteramt, das immer mit der Funktion eines Beisitzers im Oberhofgericht und im Schöffenstuhl verbunden war. Danach bekleidete er das Amt des Bürgermeisters in den Jahren 1762, 1765, 1767, 1770, 1772 und 1775. Außerdem war er ab 1761 als Ratsbibliothekar und ab 1769 als Stiftskanzler des meißnischen Domstifts zu Wurzen tätig. Letztere Anstellung wurde ihm übertragen, weil er sich durch seine Rechtsgelehrsamkeit und seine pflichtbewusste Aufgabenerfüllung auszeichnet hatte. Unter dem Rektorat von Johann Jakob Reiske war B. zudem Schulvorsteher an der Leipziger Nikolaischule. Unter ihm begannen die Bestrebungen, der Nikolaischule eine Real- und Handelsschule anzugliedern, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den modernen Sprachen liegen sollte. 1775 war B. zusätzlich Assessor im Sächsischen Landtag. – Bekannt wurde B. v.a. durch die Vielzahl seiner Ämter, die er sorgfältig und gewissenhaft wahrnahm, sowie durch eine Reihe juristischer Schriften. Besondere Aufmerksamkeit erregte er mit seinen beiden Dissertationen von 1738/39, die 1739 zusammen unter dem Titel „De iure stapulae ac nundinarum civitatis Lipsiae“ erschienen. Mit diesen griff er den Streit um die Stapelgerechtigkeit zwischen den Städten Leipzig und Magdeburg aus dem vergangenen Jahrhundert wieder auf. Die Arbeit wurde 1741 von Andreas Heinholdt ins Deutsche übersetzt. Noch im selben Jahr verteidigte Christoph Cellarius die Stadt Magdeburg mit einer weiteren Schrift. 1742 erschien von Leipziger Seite wiederum ein Druck ohne Nennung des Verfassers, der vermutlich B. zuzuschreiben ist. Doch auch diese Schrift wurde 1748 von Magdeburger Seite widerlegt, was zur Beendigung des Konflikts führte.



Q  Sächsisches Staatsarchiv - Hauptstaatsarchiv Dresden, 10036 Finanzarchiv, Spezialreskripte, 1768 III, Nr. 406.

W  De sortitione magistratum atticorum contra Pythagoreas defensa, Leipzig 1734; De Delphino Atheniensium tribunali, Leipzig 1735; Diss. de antestiatione in ius vocantium apud Romanos, Leipzig 1737; Animaduersiones in Ioachim Schwarzii disquisitionem: utrum iure culpandus sit Tribonianus, quod in componendis Pandectis ethnicorum hominum scripta compilarit?, Leipzig 1737; De poenis libertorum ingratorum apud Romanos, Leipzig 1738; De iure stapulae ac nundinarum civitatis Lipsiae, 2 Teile, Leipzig 1739; De communione peregrina veteri clericorum censura, Leipzig 1742; Abhandlung von dem Stapel-Rechte der alten Stadt Magdeburg, worinnen zugleich einige Beweise desselben geprüfet und die Befugnisse der Stadt Leipzig gegen Magdeburg in Ansehung der Stapel-Gerechtigkeit erörtert werden, Leipzig 1742.

L  C. F. Voß, Berlinische Bibliothek, Bd. 3, Stück 1, Berlin 1749, S. 12-32; H. G. Francke, Memoriam Jacobi Henrici Bornii d. 3. Dec. a. 1775 rebus humanis exemti civibus suis commendat Rector univ. liter. Lips., Leipzig 1777; K. Sturmhoefel, Illustrierte Geschichte der Sächsischen Lande und ihrer Herrscher, Bd. 2, 1. Abteilung, Leipzig 1908. – DBA I, III; DBE 2, S. 32; C. G. Joecher (Hg.), Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 1, Leipzig 1750 (ND Hildesheim 1960); C. Weidlich, Christoph Weidlichs zuverlässige Nachrichten von denen jetztlebenden Rechtsgelehrten, Bd. 6, Halle 1757-1765; ders., Christoph Weidlichs Lexicon oder kurzgefaßte Lebensbeschreibungen aller jetztlebenden Rechtsgelehrten, Halle 1766; J. G. Meusel, Lexikon der vom Jahr 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller, Bd. 1, Leipzig 1802; K. A. Hennicke, Beiträge zur Ergänzung und Berichtigung des Jöcher’schen Allgemeinen Gelehrten-Lexikons und des Meusel’schen Lexikons der von 1750-1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller, 2. Stück, Leipzig 1812; J. H. Stepf, Gallerie aller juridischen Autoren, Bd. 1, Leipzig 1820; F. A. Eckstein, Nomenclator philologorum, Leipzig 1871; K. Kühling/D. Mundus, Leipzigs regierende Bürgermeister vom 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Beucha 2000, S. 47 (Bildquelle).



Dorothea Rößner
24.2.2010


Empfohlene Zitierweise:

Dorothea Rößner, Born, Jacob (Jakob) Heinrich (von), in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (16.12.2017)

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