Flechtener Jacob (Meister Jacob)
Maler

belegt in Zittau 1560-1565


GND: 139649956


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F. war als Maler in Zittau seit ca. 1560 tätig, stammte jedoch ursprünglich aus Pirna. Gemeinsam mit dem Zinngießer Paul Weise und dem Bildhauer Jakob Felsch fertigte er 1560 bis 1563 die erste nachreformatorische Ausstattung der Stadtkirche St. Johannis (1757 vernichtet), für die er mehrere Wandbilder malte und das neue Taufbecken farbig fasste. Daneben lässt sich quellenmäßig ein heute verlorenes Wandbild F.s an der Zittauer Stadtschule nachweisen. Wenig später arbeitete F. für den böhmischen Adligen Adam Berka von Dubá und Leipa auf Schloss Pernstein (tschech. Pernštejn). Vielleicht durch dessen Vermittlung trat F. 1565 in den Dienst des Erzherzogs Ferdinand von Tirol, dem Statthalter des böhmischen Königs in Prag. F. stellte zusammen mit Johann Goldsching die 1555 vom Hofmaler Francesco Terzi begonnene Bemalung und Vergoldung der neuen Orgel des St. Veitsdoms (1757 vernichtet) fertig und kehrte wieder nach Zittau zurück. Aktuell lässt sich keines seiner Werke mit Sicherheit nachweisen.



Q  Christian-Weise-Bibliothek Zittau, Ms 121, Chronik Lankisch, S. 314-317.

L  C. Gurlitt, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreiches Sachsen, Bd. 30, Dresden 1907, S. 5; E. A. Seeliger, Zittauer Künstler und Kunsthandwerker, T. 3, in: Zittauer Geschichtsblätter 1926, H. 7, S. 28; K. Wenzel/M. Winzeler, Kunst und Architektur in der Oberlausitz zwischen 1526 und 1635, in: J. Bahlcke/V. Dudeck (Hg.), Welt - Macht - Geist. Das Haus Habsburg und die Oberlausitz, Görlitz/Zittau 2002, S. 130. – DBA II; Thieme/Becker, Bd. 12, Leipzig 1916, S. 83; P. Toman, Nový slovník československých výtvarných umělců [Neues Lexikon der tschechoslowakischen bildenden Künstler], Bd. 1, Praha 1947, S. 121.



Kai Wenzel
19.12.2005


Empfohlene Zitierweise:

Kai Wenzel, Flechtener, Jacob (Meister Jacob), in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (20.9.2017)

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