Das größte Verdienst von B., dessen Wirken ab 1840 eng mit dem kulturellen Leben der Stadt Dresden verbunden war, lag auf dem Gebiet des Holzschnitts, dem er in Deutschland zu einem erneuten Aufschwung verholfen hat. Mit seinen Holzschnitten und Kupferstichen, die zu einem großen Teil für Kinder und Jugendliche bestimmt waren, trug er nicht nur entscheidend zur Verbreitung der Kunstwerke alter Meister und Künstler seiner Gegenwart bei, sondern auch zum Ansehen der Dresdner Kunstakademie. Noch zu Lebzeiten musste B. jedoch eine neuerliche Verdrängung des Holzschnitts durch fotografische Reproduktionstechniken erfahren. – B. wuchs mit drei Brüdern in Dessau auf. Er erhielt zunächst durch den Hofmaler Heinrich Beck Unterricht im Zeichnen, Malen und Holzschneiden, bis 1835 am Dessauer Gymnasium und anschließend als Privatschüler. Nach einer kurzen Orientierungsphase, in der B. sich zum Hofstallmeister ausbilden lassen wollte, entschied er sich Ende 1837 für ein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie, wo er von dem Radierer Carl Ferdinand Sohn unterrichtet wurde. Während eines Berlin-Aufenthalts im Dezember 1839 erhielt er zudem Unterweisungen auf dem Gebiet des Holzschnitts von Friedrich Ludwig Unzelmann, einem Schüler von Friedrich Wilhelm Gubitz, der durch seine Holzschnitte nach Adolph Menzel Bekanntheit erlangte. B. war eng mit Eduard Bendemann und Julius Hübner befreundet, denen er 1840 von Düsseldorf nach Dresden folgte. In den ersten Dresdner Jahren nahm B. Unterricht im Radieren bei dem Kupferstecher Ferdinand Anton Krüger. 1841 reiste er mit Bendemann nach Belgien und 1842 mit den Malern Gustav Metz und Felix Schadow über Prag und mehrere österreichische Städte nach München; 1868 führte ihn eine weitere Reise mit Gustav Heine nach Mailand, Venedig und Wien. 1846 wurde B. erster Lehrer, 1855 Professor am Atelier für Holzschneidekunst an der Dresdner Kunstakademie, das er bis zu seinem Tod leitete. Die Institution war auf Drängen Leipziger Buchhändler ins Leben gerufen worden, die damit der französischen und englischen Übermacht auf dem Gebiet des Holzschnitts begegnen wollten. 1886 übernahm B. zudem die Leitung der Kupferstichsammlung von König Friedrich August II. Ein Jahr später wurde sein Wirken durch eine Ausstellung im Dresdner Kupferstichkabinett gewürdigt. Zunächst fertigte B. am Dresdner Atelier noch selbst Holzschnitte an, die nach eigenen Vorlagen ebenso wie nach alten Meistern oder zeitgenössischen Künstlern entstanden. Seit Beginn der 1850er-Jahre übertrug er v.a. die Vorlagen der Künstler auf Holzstöcke, die dann unter seiner Anleitung von Schülern und Mitarbeitern des Ateliers ausgeführt wurden. Ludwig Richter bezeichnete ihn als seinen „besten Aufzeichner“, der bzw. dessen Mitarbeiter und Schüler über 500 Richter’sche Werke geschnitten haben. Einer der bekanntesten der etwa 50 Schüler von B. war August Gaber, der später ein Konkurrenzunternehmen in Dresden gründete. Bis in die 1890er-Jahre hinein entstanden in B.s Atelier für Holzschneidekunst etwa 11.000 Schnitte, vorwiegend für die Verlage Wigand, Dürr, Flemming, Hirt, Schauenburg und Benziger. Die Vorlagen dafür stammten von über 100 Künstlern, von denen neben Richter v.a. Julius Schnorr von Carolsfeld („Die Bibel in Bildern“), Alfred Rethel („Der Zug Hannibal’s über die Alpen“), Julius Hübner („Das Nibelungenlied“), Eduard Bendemann, Ernst Rietschel, Moritz von Schwind, Oscar Pletsch und Fedor Flinzer zu nennen sind. Es handelte sich zumeist um Genrebilder und um religiöse, allegorische oder historische Motive. Ferner entstanden zahlreiche Porträts, so z.B. von dem Historiker Johann Gustav Droysen (1856) und von Marschall Moritz von Sachsen (1863). B. war auch viele Jahre als Herausgeber bzw. künstlerischer Leiter von bedeutenden Zeitschriften und Jahrbüchern für Kinder und Jugendliche tätig, so für das „Töchter-Album“, „Herzblättchens Zeitvertreib“ und für den „Deutschen Jugendkalender“. Schließlich gehörte B. 1844 zu den Mitbegründern des „Allgemeinen Turnvereins“ in Dresden, seit 1858 war er Vorsitzender des „Sächsischen Künstler-Unterstützungsvereins“ sowie lange Jahre Vorstand des „Sächsischen Kunstvereins“. 1874 ernannte ihn die Kunstakademie Wien zum Ehrenmitglied. Er hatte gute Kontakte zu Malerkollegen wie Adolf Ehrhardt, Theobald von Oër, Hermann Plüddemann, Robert Reinick und Alfred Rethel. Zu seinem Freundeskreis gehörten aber auch so bedeutende Musiker wie Robert Schumann, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Ferdinand von Hiller.
