Minckwitz Horst Benno Adolf von
Offizier, Militärflieger
* 20.2.1877 Görlitz 25.2.1956 Oberottenhain(kath.)
VBenno Wilhelm (1829-1913)MElisabeth, geb. Wolff von Schutter (1844-1916)GElisabeth (1868-1948); Erika (1876-1959); Hans Benno (1880-1975), Offizier; Annemarie (1882-1946); Johann Benno (1883-1915), Offizier; Käthe (1884-1986); Ida (1886-1968), Porträtmalerin1917 Lonny, geb. von Wilmowski (1890-1967)TGisela (* 1920)
GND: 139963162





M. verlebte seine Kindheit auf einem Gut in Nowosiolki in Galizien. Zu Ostern 1889 trat er in das Kadettenkorps in Dresden ein. Ab Mai 1897 diente M. im Schützen-(Füsilier-)Regiment Prinz Georg Nr. 108. Nach Besuch der Kriegsschule zu Neisse wurde er 1898 zum Secondelieutenant befördert. Es folgten Kommandierungen zur Munitionsfabrik Dresden 1902 bis 1905 sowie 1906/07 und zur Gewehr-Prüfungs-Kommission nach Spandau 1907. 1906 wurde M. zum Oberleutnant und 1912 zum Hauptmann befördert. Ab Oktober 1912 wirkte er als Kompanie-Chef wieder im Schützenregiment 108. Am 1.4.1913 wurde er zur preußischen Fliegertruppe versetzt und übernahm im Juni 1913 als Kommandeur die Fliegerschule in Lindenthal bei Leipzig. Seit 1.10.1913 war M. Chef der 3. (Königlich Sächsischen) Kompanie des Königlich Preußischen Fliegerbataillons Nr. l in Döberitz, welche im März 1914 nach Großenhain übersiedelte. M. plante und leitete den Aufbau der dortigen Fliegerstation bis zur Mobilmachung 1914. Als Beobachtungsoffizier und Abteilungsführer der Feld-Flieger-Abteilung 24 kämpfte er an der Westfront und beriet als Stabsoffizier der Flieger das Oberkommando der 3. Armee. Im Dezember 1914 wurde er in die Heimat zurückberufen und schuf die neue Flieger-Ersatz-Abteilung Nr. 6 in Großenhain, wo im Laufe des Kriegs zahlreiche berühmte Flieger, darunter Manfred von Richthofen, ausgebildet wurden. Im August 1915 nach Berlin kommandiert, leitete M. beim Bauausschuss für Fliegerstationen den Bau von über 30 neuen Flugplätzen. 1916 erfolgte seine Versetzung zur Inspektion der Fliegertruppen als Abteilungsleiter für Fliegerbauten. Seit 1917 wurde Major M. - unter Beibehaltung seiner Stellung als Abteilungschef der Bauabteilung - wieder nach Großenhain versetzt, wo er die dortige Flieger-Ersatz-Abteilung aus einer preußischen in eine sächsische Formation umwandelte. Im September 1918 erfolgte seine Ernennung zum Kommandeur der Flieger im Heimatgebiet Nr. 5. Im November 1919 schied er auf eigenen Wunsch mit Pensionsanspruch aus dem Militär aus. Die Familie von Minckwitz wohnte nach dem Ersten Weltkrieg in Großraschütz bei Großenhain, wo M. eine Gärtnerei erwarb. Nach seiner Reaktivierung als Offizier beaufsichtigte er im Zweiten Weltkrieg landwirtschaftliche Güter und wurde 1941 zum Oberstleutnant befördert. Im September 1943 schied M. altersbedingt aus dem Dienst aus. Trotz Enteignung und Flucht seiner Angehörigen blieb er bis zu seinem Tod 1956 in Sachsen. Die Major-von-Minckwitz-Allee am Großenhainer Flugplatz erinnert an seine Rolle als Organisator der Fliegerei in Sachsen und Deutschland.



Q  Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden, Kriegsarchiv (Potsdam); Museum Alte Lateinschule Großenhain, Chronik des Großenhainer Flugplatzes.

L  Großenhainer Tageblatt 18.3.1914, 8.8.1914, 22.7.1915; G. H. Wiege, Horst Benno Adolf von M. (F XIII/17), in: www.vonminckwitz.de/personen01.html (31.8.2005) (P); H. Täger, Die Königlich-Sächsischen Militärflieger im 1. Weltkrieg [MS].

P  25 Jahre Fliegerhorst Großenhain Sachsen, hrsg. von der Stadtverwaltung Großenhain, Großenhain 1939, S. 17 (Bildquelle).



Hannes Täger
31.8.2005


Empfohlene Zitierweise:

Hannes Täger, Minckwitz, Horst Benno Adolf von, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (23.10.2017)

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