Poppe Carl Heinrich Andreas
MdL, Kaufmann, Bankdirektor
* 7.2.1803 Leipzig 3.3.1867 Leipzig(ev.)
VJohann Andreas (1771-1841), Restaurateur, KaffeehausbesitzerMMaria Sophia, geb. Oehler (1769-1832)GJohann Cornelius Maximilian (1804-1877), Kaffeehausbesitzer, Schriftsteller und Stadtgeschichtsforscher; Johann Gottlob Moritz (1807-1841), Notar und Privatdozent an der Juristischen Fakultät der Universität Leipzig1827 Therese Wilhelmine Auguste, geb. Griessing
GND: 139772286

Als ältester Sohn des Besitzers der historischen Gaststätte „Zum Arabischen Coffebaum“ wuchs P. in Leipzig in der Großen Fleischergasse auf. Er war zunächst Teilhaber des Bank- und Kommissionsgeschäfts B. Trinius & Co. sowie der Renger’schen Buchhandlung und vollzog aufgrund seiner außergewöhnlichen kaufmännischen Fähigkeiten eine überaus erfolgreiche berufliche Laufbahn. Bereits seit 1836 übte er das Amt eines Leipziger Kramermeisters aus, welches er bis zu seinem Tod bekleidete (ab 1853 als Kramermeister Senior). Zwischen 1833 und 1863 war P. Mitglied des Leipziger Stadtverordneten-Kollegiums und 1839 bis 1847 Abgeordneter des zweiten Leipziger Wahlkreises (Vertreter für Handel und Industrie) und der Sächsischen Ständekammer in der Zweiten Kammer des Sächsischen Landtags. Von 1861 bis 1866 war er auch als Vorsitzender des Direktoriums der Kammgarnspinnerei Leipzig tätig. Der „hochconservative, aber freilich mannhaft-unbeugsame Stadtverordnete“ P. (H. Blum, S. 211) war u.a. neben Gustav Harkort und Heinrich Brockhaus Mitbegründer und Direktoriumsmitglied (1854 Vorsitzender des Direktoriums) der seit 1838 bestehenden Leipziger Bank. Außerdem wirkte er im Aufsichtsrat der Disconto-Gesellschaft in Berlin und ab 1862 als 1. Präsident der Leipziger Handels- und Gewerbekammer und 1. Vorsitzender der Handelskammer. Für seine vielfachen Verdienste um die Entwicklung der kommerziellen Verhältnisse Leipzigs erhielt P. zahlreiche Ehrungen und Orden, u.a. Ernennung zum Geheimen Kammerrat, Komthur des Königlich Sächsischen Verdienstordens und Königlicher Ritter-Orden. Für bedürftige Witwen von Leipziger Kaufleuten stiftete er 15.000 Taler. P.s Porträt von 1836 (früher in der Leipziger Handelskammer) befindet sich heute im Alten Rathaus Leipzig.



Q  Staatshandbuch für das Königreich Sachsen, 1841-1865.

L  Illustrirte Zeitung, Leipzig, 10.4.1847, S. 229 (P); H. Blum, Robert Blum - ein Zeit- und Charakterbild für das deutsche Volk, Leipzig 1878; S. Moltke, Leipziger Handelskorporationen, Leipzig 1907 (P); ders., Aus Vergangenheit und Gegenwart der Leipziger Kaufmannschaft, Leipzig 1926 (P); H. R. Wolf, 100 Jahre Kammgarnspinnerei zu Leipzig, Leipzig 1936 (P); S. Moltke, Die Industrie- und Handelskammer Leipzig, Leipzig 1937 (P); C. W. Naumann, Leipziger Lebensläufe. Johann Cornelius Maximilian Poppe, in: Schriften des Vereins für die Geschichte Leipzigs 23/1939, S. 74; ders., Der „Kaffeebaum“ zu Leipzig und seine Besitzer [MS, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig]; H. Stingl, Der „Kaffeebaum“ in Leipzig, Leipzig 2003. – Neuer Nekrolog der Deutschen 19/1841, 1. Teil, Weimar 1843, S. 146f.

P  Heinrich P. Anno 1836, Öl auf Leinwand, Altes Rathaus Leipzig.



Urte Härtwig
1.12.2008


Empfohlene Zitierweise:

Urte Härtwig, Poppe, Carl Heinrich Andreas, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (26.4.2017)

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