C. gilt als eine der erfolgreichsten und populärsten Bilderbuchillustratorinnen im deutschsprachigen Raum während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihr Schaffen war wegweisend und wirkte stilprägend auf die Entwicklung des Bilderbuchs. C. trat v.a. mit Kinderporträts hervor. In ihren Bilderbüchern sind zudem zahlreiche Darstellungen ihrer sächsischen Heimat zu finden – neben romantischen Landschaften und der heimischen Tierwelt z.B. auch die Dresdner Frauenkirche oder die berühmte Brücke „Blaues Wunder“. – C. entstammte einer Chemnitzer Kaufmannsfamilie und wuchs mit ihren vier Geschwistern in einem künstlerisch sehr interessierten Elternhaus auf. Die meiste Zeit ihres Lebens (1894-1944) verbrachte sie jedoch in Dresden, zunächst in Bühlau, dann in Klotzsche, und arbeitete schließlich bis kurz vor ihrem Tod in Lößnitz/Erzgebirge. 1894/95 war sie als Erzieherin auf einem Rittergut tätig. Danach absolvierte C. bis zu ihrem Examen 1898 eine Ausbildung zur Zeichenlehrerin an der Kunstgewerbeschule in Dresden. Da sie den Lehrberuf jedoch aus gesundheitlichen Gründen (Basedow-Krankheit) nicht ausüben konnte, verlegte sie den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf das Illustrieren. Ihr Bruder Walther stand dabei mit Rat und Tat zur Seite. Eine lange Krankheitsphase nutzte C. zur Realisierung ihres ersten Bilderbuchs mit dem Titel „Das lebende Spielzeug“ (1903). Dies war zugleich der Auftakt für ihre Karriere als Bilderbuchkünstlerin und Wegbereiterin des modernen Bilderbuchs zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Gemeinsam mit ihrem Bruder entstanden in der Folge „Kinderhumor für Auge und Ohr“ (1906) sowie „Kinderland, du Zauberland“ (1908). Eine ihrer erfolgreichsten Publikationen, das „Lustige Kleinkinderbuch“ (1907), realisierte C. mit Adolf Holst. Ihre Werke erweisen sich als aufschlussreiche Dokumente ihrer Zeit, z.B. mit authentischen Abbildungen von Kinderkleidung und Zimmereinrichtungen. Aber auch der Nationalsozialismus hat seine Spuren hinterlassen, was deutlich am Text des Liederbuchs „Kommt Kinder! Singt!“ (1934) zu erkennen ist. Neben zahlreichen Bilderbüchern entstanden Illustrationen zu Zeitschriften, Fibeln, Jugend-, Lieder-, Märchen-, Mal- und Beschäftigungsbüchern. Darüber hinaus gibt es Adventskalender, Spiele, Postkarten und Tafeln für den Schulunterricht mit Motiven von C. Viele ihrer Werke, die sich bis in unsere Zeit hinein großer Beliebtheit erfreuen und nachgedruckt werden (z.B. „In der Tierkinderstube“, 1925), erschienen im Leipziger Alfred Hahn Verlag. – C.s Arbeiten stehen in der Tradition des spätromantischen Künstlers Ludwig Richter und seines Schülers Oscar Pletsch, lassen zudem Einflüsse des Jugendstils und der japanischen Kunst (Farbholzschnitte) erkennen. Deutlich werden darin auch die Auswirkungen der reformpädagogischen Bewegung (Kunsterziehung und Jugendschriften) um 1900. C. gilt als Schöpferin eines speziellen „Kleinkinderstils“, der auch als „Casparistil“ bezeichnet wird und zahlreiche Nachahmer fand. Geprägt ist ihre Malweise von großen Flächen, oft einfarbigen Hintergründen, einfachen Perspektiven, scharfen Konturen, schlichten Figuren und einer leuchtend-warmen Farbgebung. In dieser plakativen Darstellungsweise malte C. bevorzugt Motive, die der kindlichen Umwelt entnommen sind. – Nicht nur die Ausstellungen in Bad Pyrmont (1993/1994), der Deutschen Bücherei in Leipzig (1995) und der Staatsbibliothek in Berlin (1998), sondern auch diverse Veröffentlichungen lassen gerade in letzter Zeit eine verstärkte Auseinandersetzung mit C. und ihrem Werk erkennen. Ihre Manuskripte, Skizzen und Originale gingen Ende des Zweiten Weltkriegs verloren.
