B. gehörte um die Mitte des 18. Jahrhunderts zu den wichtigsten Naturforschern, die sich der Erforschung und Popularisierung elektrischer Phänomene widmeten. Auf ihn gehen Verbesserungen der zeitgenössischen Elektrisiermaschinen sowie eine Vielzahl publikumswirksamer Experimente zurück. – B. studierte zunächst Naturkunde, Medizin und Mathematik an der Universität Leipzig und erlangte 1727 den Magistergrad. Anschließend wurde er Assessor an der Leipziger Philosophischen Fakultät. Seine Vorlesungen behandelten mathematische und physikalische Themen, zu denen auch die Elektrizität gehörte. 1738 wechselte B. als Professor für Physik nach Wittenberg, wo er bis in die Zeit des Siebenjährigen Kriegs lebte. – Er wurde v.a. durch seine elektrischen Forschungen bekannt, zu denen er durch die Arbeiten des Duisburger Mathematik- und Philosophieprofessors Johann Jacob Schilling angeregt worden war. Seine Elektrisiermaschine basierte auf der Konstruktion Francis Hauksbees, die er jedoch modifizierte. Noch vor der Entdeckung des Prinzips der Leydener Flasche durch Ewald Georg von Kleist und Pieter van Muschenbroeck 1745 bzw. 1746 fand B. in der Verwendung des Konduktors eine Möglichkeit, größere elektrische Ladungen zu speichern und elektrische Schläge zu verstärken. Die Speicherkapazität hing dabei von der Größe und Bauweise des Konduktors ab. Seine teils scherzhaften elektrischen Vorführungen demonstrierte B. nicht ausschließlich im universitären Kontext. Zu seinen Zuschauern gehörte etwa auch Markgräfin Wilhelmine von Ansbach und Bayreuth, die Schwester König Friedrichs II. von Preußen. Neben der Entzündung von Schießpulver mittels eines elektrischen Funkens zählte die sog. „Beatifikation“ ebenso zu seinen Experimenten wie die „elektrisierte Venus“. Bei der „Beatifikation“, die viele Nachahmer fand, wurde an der Versuchsperson durch die Elektrisierung eines speziellen Kopfaufsatzes ein „Heiligenschein“ erzeugt. Bei der „elektrisierten Venus“ handelte es sich um eine elektrisierte Frau, deren Küsse elektrische Schläge austeilten. Außer zur Elektrizitätsforschung arbeitete B. auch zu astronomischen Themen wie der Sonnen- und Mondfinsternis. – Mit Gelehrten seiner Zeit stand B. in vielfältigem Kontakt, so auch mit dem Mathematiker Leonard Euler und dem Physiologen Albrecht von Haller. Wegen seiner Korrespondenz mit dem päpstlichen Hof Benedikts XIV. geriet er in Auseinandersetzungen mit der Theologischen Fakultät in Wittenberg. B. war auch Mitglied der Akademie von Bologna und der Wissenschaftlichen Societät Greifswald. – Bei der im Siebenjährigen Krieg am 13.10.1760 erfolgten Bombardierung Wittenbergs verlor er seinen gesamten Besitz. Von den Preußen als Geisel nach Magdeburg geführt, starb er dort 1761.