Kreysig (Kreyßig) Georg Christoph
Historiker, Bibliograf, Auktionator
* 7.10.1696/97 Dörfel bei Annaberg 13.1.1758 Dresden
VGeorg Christoph Kräusig, DorfrichterMAnna Regina, geb. EinenkelDorothea Elisabeth, geb. Wilck
K 1

GND: 120428903

Nach dem Besuch der Schule in Annaberg 1707 bis 1713 studierte K. in Leipzig und Wittenberg Theologie und Geschichte. 1718 erfolgte in Wittenberg seine Promotion zum Magister. Danach lebte er als Hauslehrer in verschiedenen Orten und ging 1722 wieder nach Annaberg. Kurze Zeit später wurde ihm die Bekanntschaft mit dem Leipziger Geschichtsprofessor Johann Burkhard Mencke vermittelt, der ihn wiederum dem Dresdner Hofrat Bastineller empfahl. 1724 ist K. als Hauslehrer bei Bastineller nachweisbar. Seit 1725 arbeitete er mit dem Auktionator Johann Christian Heyden in der Residenzstadt zusammen, dem er nach dessen Tod im Amt des Königlichen Bücher- und Medaillenauktionators folgte. – In Dresden begann K. sich neben seinem Geschäft seinen bibliografischen und historischen Neigungen zu widmen. Er hielt enge Kontakte zu den Historikern Johann Georg Knauth, Johann Gottlob Horn und v.a. Johann Christian Schöttgen, mit dem er in den folgenden Jahren einige bedeutende Quellensammlungen zur sächsischen Geschichte zusammenstellte. Neben Schöttgen war K. der zweifellos bedeutendste Wegbereiter einer wissenschaftlichen Landesgeschichtsschreibung in Sachsen. Beide erarbeiteten die 1730 bis 1733 erschienene zwölfteilige „Diplomatische und curieuse Nachlese der Historie von Ober-Sachsen und angräntzendenn Ländern“, eine Sammlung verschiedenster Quellen und Aufsätze. Von großer Bedeutung war eine ebenfalls gemeinsam mit Schöttgen zusammengestellte dreibändige Quellensammlung zur mittelalterlichen deutschen und sächsischen Geschichte, die „Diplomataria et scriptores historiae Germanicae medii aevi“ (1753-1760). Sie blieb auch nach dem Erscheinen späterer Editionen unentbehrlich, da sie einzelne Quellen enthält, die an keiner anderen Stelle veröffentlicht sind. – Von den bibliografischen Arbeiten K.s sind zwei als bedeutsam hervorzuheben. Seine 1732 erschienene „Historische Bibliothec von Ober-Sachsen“ ist die erste umfangreiche Bibliografie zur sächsischen Landesgeschichte und Landeskunde. Das fast 600 Seiten umfassende Werk berücksichtigt auch die thüringischen Territorien, Anhalt, Halle/Saale, Quedlinburg und andere kleinere an Sachsen grenzende Gebiete. 1750 erschien in Altenburg seine „Bibliotheca scriptorum venaticorum“, die erste große Bibliografie der europäischen Jagdliteratur. K. gab auch die „Beiträge zur Historie der chur- und fürstlichen sächsischen Lande“ heraus, d.h. die ersten vier Teile der insgesamt sechsteiligen Sammlung (1754-1764). Die beiden letzten Teile redigierte Heinrich Gottlob Franke.



W  mit J. C. Schöttgen, Diplomatische und curieuse Nachlese der Historie von Ober-Sachsen und angräntzenden Ländern, Dresden/Leipzig 1730-1733; Historische Bibliothec von Ober-Sachsen und einigen angrentzenden Ländern, Dresden 1732; Nachrichten von Blechmüntzen verschiedener Völcker und dicken Müntzen der Teutschen in mittlern Zeiten, Leipzig/Görlitz 1749; Bibliotheca scriptorum venaticorum, Altenburg 1750; mit J. C. Schöttgen, Diplomataria et scriptores historiae Germanicae medii aevi, Altenburg 1753-1760; (Hg.), Beiträge zur Historie der chur- und fürstlichen sächsischen Lande, Bd. 1-4, Altenburg 1754-1758.

L  K. Lindner, K., in: ders., Deutsche Jagdschriftsteller, Bd. 1, Berlin 1964, S.167-181; M. Kobuch, Der erste Bibliograph der Schriften Thomas Müntzers, in: Sächsische Heimatblätter 35/1989, H. 5, S. 214f. – ADB 17, S. 156; DBA I.



Reinhardt Eigenwill
21.3.2012


Empfohlene Zitierweise:

Reinhardt Eigenwill, Kreysig (Kreyßig), Georg Christoph, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (29.4.2017)

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