Georg Albert Graf von Schönburg
* 25.5.1673 Waldenburg 15.8.1716 Hartenstein(ev.)
VOtto Ludwig (1643-1701), Graf von SchönburgMSophia Magdalena, geb. von Leiningen-Westerburg (1651-1726)GSophia Magdalena (1668-1686); Maria Elisabeth (1670-1737); Otto Wilhelm (* † 1671); Johanna Auguste Charlotte (1672-1751); Friederike Christiane (* † 1674); Anna Julia (* † 1675); Christiane Theresia (1676-1745); Ernesta Eleonora (1677-1741); Otto Wilhelm (1678-1747); Ludwig Friedrich (1681-1736); Christian Heinrich (1682-1753); Maria Christiane (1683-1743); Louise Albertine (1686-1740); Aemilia Antonia Augusta (1690-1749) 1.Sophie Sabina, geb. von Wied, Runkel und Isenburg (1677-1710)TJohanna Sophia Elisabeth (1699-1739) 2.Magdalena Sophia, geb. von Schwarzburg-Sondershausen (1680-1753)SWilhelm Ludwig Günther (* † 1712); Friedrich Albert (1713-1786); Georg Albert (* † 1714); Christian Albert (* † 1714)TSophia Albertine (1712-1774); Sophia Friederike Antonia (1716-1772)
GND: 139666680

Einem Erbteilungsvertrag vom 1.6.1702 gemäß übernahm G. im Losverfahren die Herrschaft Hartenstein, während seine Brüder Otto Wilhelm mit Lichtenstein, Ludwig Friedrich mit Stein und Christian Heinrich mit Waldenburg die übrigen Besitzungen der Oberen Linie erhielten. Mit dem Antritt des Erbes sah sich G. sogleich den kursächsischen Bestrebungen zur Beseitigung der schönburgischen Landeshoheit ausgesetzt. Neben der angedrohten Lehnsverweigerung erging bereits 1703 ein kurfürstliches Verbot, das G. die Führung der Titulatur eines „Landesherrn“ untersagte. G. zeigte sich indes standhaft und versuchte im Gegenzug seinen Herrschaftsanspruch durch eine repräsentative Hofhaltung zu untermauern. Die bauliche Umgestaltung von Schloss Hartenstein verknüpfte er mit der Anlage einer prächtigen Orangerie. In den ausgedehnten Waldflächen der Herrschaft Hartenstein erkannte G. eine einträgliche Geldquelle, ohne sich allerdings über die Grenzen einer intensiven Forstwirtschaft im Klaren zu sein. Die alle zwei Jahre aufgrund des hohen Bedarfs an Bauholz mit den kursächsischen Kammerräten abgeschlossenen Holzverkaufskontrakte brachten G. zwar jeweils mehrere Tausend Taler ein, führten jedoch rasch zum vollständigen Ruin der hartensteinischen Forstreviere. – Große Aufmerksamkeit widmete G. der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Hartenstein, besonders dem Bauhandwerk. Der brauenden Bürgerschaft erteilte er eine Brauordnung. Einer strafferen Administration diente die Publikation einer neu bearbeiteten und den Zeitverhältnissen angepassten Amtsordnung. – Als Mitglied des Gesamthauses war G. an der Umstrukturierung der schönburgischen Gesamtregierung in Glauchau (1710/13) sowie an der Bildung eines gemeinschaftlichen Konsistoriums (1711) beteiligt.



L  M. Wetzel, Das schönburgische Amt Hartenstein 1702-1878, Leipzig 2004, S. 130-133 (Bildquelle).

P  Graf G. v. Schönburg-Hartenstein, um 1710, Öl auf Leinwand, Museum und Kunstsammlung Schloss Hinterglauchau.



Michael Wetzel
20.12.2004


Empfohlene Zitierweise:

Michael Wetzel, Georg Albert, Graf von Schönburg, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (28.3.2017)

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