Gebhard III. (II.) Graf von Mansfeld
* um 1320 5.11.1382
VBurchard VII. (V.) (um 1290-1354)MOda, geb. Gräfin von WernigerodeGVolrad I.; Busso III.; Gebhard I.; Siegfried II. († 1353); Otto (I.); Albrecht I., Bischof von Halberstadt; Burchard VI.; Albrecht II. († 1361/62); Protze; Friedrich I.; Ruprecht; Sophie; Agnes; Elisabeth; Luitgard; OdaLuitgard, geb. Gräfin von FalkensteinSAlbrecht III. († 1367, gefallen); Burchard VIII.; Gebhard IV. († 1399), Busso IV.; Günther I.; Hoyer IV.; Volrad (II.)T1
GND: 140884335

1355/57 zur Regierung gelangt, vereinigte G. 1361 die gesamte Grafschaft Mansfeld. In seiner Fehde mit dem Halberstädter Bischof Markgraf Ludwig von Meißen 1362 belagerten dessen Brüder vergeblich Eisleben, verwüsteten die umliegenden Dörfer und zwangen zunächst den Abt des bedeutenden Zisterzienserklosters Sittichenbach, den Bischof als neuen Vogt anzuerkennen. Nach seinem Überfall auf das Kloster wurde G. kurzzeitig gebannt und musste dem Bischof eine beträchtliche Geldsumme - mit der Burg Schraplau als Sicherheit –bezahlen. Im Gegenzug wurden ihm die bisherigen Halberstädter Lehen Eisleben, Polleben, Volkstedt und Wimmelburg erneuert. 1362 behauptete sich G. schließlich als Schutzvogt von Sittichenbach, was ihm die Meißner Markgrafen 1379 ausdrücklich bestätigten. Verbündet mit dem fehdelustigen Herzog Magnus von Braunschweig, erlitt G. 1367 trotz seiner Umsicht und persönlichen Tapferkeit in der Schlacht bei Dinker eine völlige Niederlage gegen Bischof Gerhard von Hildesheim. Sein Sohn Albrecht III. fiel in dieser Schlacht. – 1364 erhielt der eigens nach Böhmen gereiste G. von Kaiser Karl IV. das für die weitere Entwicklung des gräflichen Herrschaftskomplexes außerordentlich wichtige, allerdings räumlich begrenzte Bergregal. Obwohl er 1365 seinen Dienstvertrag mit dem Erzbischof von Magdeburg erneuerte, befand er sich in den nächsten Jahren in unmittelbarer Nähe des Kaisers, so auch 1373 bei der Eroberung der Mark Brandenburg durch Karl IV. Für seine Verdienste und angesichts seiner gefährdeten Lage gegenüber den benachbarten Fürsten erhielt G. 1377 einen kaiserlichen Schutzbrief. – Der im Reich hoch angesehene G. scheint der erste Angehörige des gräflichen Hauses gewesen zu sein, der als „Graf und Herr von Mansfeld“ urkundete.



L  J. G. Zeidler, Acht hundert jähriger an einander hangender Stammbaum Des Uralten Hochlöblichen Helden=Hauses … zu Mannsfeld …, Halle 1703; C. G. Hoffmann, Die Ehre des Fürst= und Gräflichen Hauses Von Mannsfeld …, Leipzig 1717; E. C. Francke, Historie der Graffschaft Manßfeld …, Leipzig 1723; L. F. Niemann, Geschichte der Grafen von Mansfeld, Aschersleben 1834; G. F. Busch, Chronik der Grafschaft Mansfeld, Leimbach 1849; K. Krumhaar, Die Grafen von Mansfeld und ihre Besitzungen, Eisleben 1872; W. Mück, Der Mansfelder Kupferschieferbergbau in seiner rechtsgeschichtlichen Entwicklung, 2 Bde., Eisleben 1910; E. Hempel, Die Stellung der Grafen von Mansfeld zum Reich und zum Landesfürstentum, Halle/Saale 1917; R. Seidel, Die Grafen von Mansfeld, Egelsbach/Frankfurt/Main/Washington 1998; G. Wartenberg, Die Mansfelder Grafen und die Klöster im Mansfelder Land, in: E. P. Wipfler (Hg.), Bete und Arbeite!, Halle/Saale 1998, S. 59-71; J. Vötsch, Zwischen Reichsfreiheit und Landsässigkeit, in: J. Rogge/U. Schirmer (Hg.), Hochadelige Herrschaft im mitteldeutschen Raum, Stuttgart 2003, S. 163-178.



Jochen Vötsch
7.2.2005


Empfohlene Zitierweise:

Jochen Vötsch, Gebhard III. (II.), Graf von Mansfeld, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (28.3.2017)

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