Donat (Donath, Dunath, Dunth) Gabriel Ambrosius Hieronimus
Miniaturmaler, Porträtist
* 1684 Grunau/Oberlausitz 24.1.1760 Dresden

GND: 142602485





D. studierte an der Universität Prag zwei Jahre Philosophie und anschließend vier Jahre Jura. Als Künstler war er Autodidakt. Er begann mit biblischen Darstellungen, malte u.a. ein nicht erhaltenes Plafond für die Kirche in Ostritz/Oberlausitz (1719) mit der Darstellung der Offenbarung Johanni, außerdem zahlreiche Heiligendarstellungen für Klöster. Noch 1752 entstand ein Altarretabel für die Kirche in Grunau/Oberlausitz (poln. Krzewina) mit einer Darstellung der Enthauptung Johannes des Täufers. Anfang des 18. Jahrhunderts arbeitete D. als Bildnismaler in Görlitz, wo mehrere hundert Werke entstanden, die nachgestochen wurden. Heute befinden sich in der Stadt keine signierten Gemälde mehr, jedoch erscheint sein Name auf radierten Darstellungen des Heiligen Grabs und eines Bildnisses von Georg Emmerich in der grafischen Sammlung des Görlitzer Stadtmuseums. D. ging nach Dresden, wo er die Porträtmalerei aufgab und seit 1733 als Hof- und Kabinettsmaler der Kurfürstin Maria Josepha tätig war, die bereits zwei Jahre später 33 Gemälde von ihm besaß. D. war sehr produktiv: 1735 existierten bereits 540 von ihm geschaffene und nummerierte Gemälde. 1737 wurde er erstmals im Hof- und Staatskalender als „Hofbefreiter und Kabinettsmaler“ aufgeführt. In Dresden malte D. miniaturartige Architekturstücke, v.a. Inventionen im gotischen Stil, auf Kupfer, auch auf Zinn- oder Messingplatten, sowie Kircheninterieurs, häufig mit integriertem Selbstporträt, und Allegorien. Zwischen 1741 und 1758 entstanden vier Selbstbildnisse, von denen sich zwei in Dresden, eines in Grunau und eines in Gotha befinden. Seinen Zeitgenossen galt D. als Sonderling, als „verrückter Zwickel“, der mit ungarischer Tracht und einem bis zum Bauch reichenden Bart auf sich aufmerksam machte.



W  Das Innere der Katholischen Kirche zu Dresden, 1736; Entwurf für ein Kircheninterieur, 1740, Privatbesitz Warschau; Enthauptung des Joh. Bapt., 1752, Altarbild für die Kirche in Grunau/Oberlausitz.

L  J. C. Hasche, Magazin der Sächsischen Geschichte aufs Jahr 1788, Dresden 1789, S. 552-554; G. F. Klemm, D., der Maler mit dem Barte, in: Der Sammler für Geschichte und Alterthum, Kunst und Natur im Elbthale 2/1837, S. 297-301; O. Moser, Zwei vergessene Künstleroriginale, in: Leipziger Zeitung. Wissenschaftliche Beilage 75/1884, S. 447f.; G. O. Müller, Vergessene und halbvergessene Dresdner Künstler des vorigen Jahrhunderts, Dresden 1895, S. 102-113; T. Frimmel, Zwei Werke des Malers D. in Wien, in: Dresdner Anzeiger 1897, Nr. 167, S. 23; Blätter für Gemäldekunde 1/1904/05, S. 48f.; O. Flössel, D., ein Lausitzer Maler-Original, in: Bautzener Tageblatt. Beilage Unsere Heimat 38/1935, S. 18; Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden 17/1985, S. 77; W. Schmidt/D. Syndram (Hg.), Unter einer Krone, Leipzig 1997, Katalog-Nr. 712. – AKL, Bd. 28, München/Leipzig 2001, S. 496f.; DBA I, II; Thieme/Becker, Bd. 9, Leipzig 1999, S. 425f.

P  Selbstbildnis, 1741, Öl auf Leinwand, Stadtmuseum Dresden, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Abteilung Deutsche Fotothek (Bildquelle); Selbstbildnis mit Bildnismedaillon König Augusts III. von Polen, 1743, Stadtmuseum Dresden; Kupferstich mit Wappen, Bibliothek der Frankeschen Stiftungen Halle.



Anke Fröhlich
14.11.2011


Empfohlene Zitierweise:

Anke Fröhlich, Donat (Donath, Dunath, Dunth), Gabriel Ambrosius Hieronimus, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (11.12.2017)

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