Funk Bruno Felix
Maler, Zeichner
* 30.3.1905 Wilsdruff 20.3.1976 Dresden
VTischlerG6
GND: 1068020180





F. war das siebte Kind eines Tischlers und wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Wilsdruff bei Dresden auf. Er absolvierte nach dem Besuch der Volksschule zunächst eine zweijährige Ausbildung an der Zeichenschule der Meißner Porzellanmanufaktur und war dort fünf Jahre als Porzellanmaler tätig. 1926 bis 1933 studierte F. an der Dresdner Kunstakademie Malerei und Zeichnung, u.a. bei Richard Müller und Ferdinand Dorsch und seit 1930 als Meisterschüler bei Georg Lührig. Zu dieser Zeit entstand u.a. ein Selbstbildnis mit Zeichenblock und Hut (1932), das seine zu diesem Zeitpunkt bereits ausgebildete hohe Porträtkunst demonstrierte. – Auszeichnungen, wie der Preis der Georg-Arnhold-Stiftung, und ein Stipendium der Stadt Dresden (1931/32), nutzte F. zu Studienreisen u.a. nach Afrika, Schweden und Norwegen. 1933 erhielt er den mit über 4.000 Reichsmark dotierten Hugo-Göpfert-Preis, der ihm einen längeren Italienaufenthalt (1933/34) ermöglichte. – Seit 1935 war F. in Dresden als Maler und Zeichner freischaffend tätig. Auf Dresdner Ausstellungen der 1930er- und 1940er-Jahre zeigte er v.a. Bildnisse und Landschaften seiner Reisen, so 1935 die Gemälde „Naturbursch“ und „Schwedische Landschaft“. Mit diesen und ähnlichen Sujets ging er - bewusst oder unbewusst - konform mit den ideologischen Strömungen der Zeit. Nationalsozialistische Motive im engeren Sinne lassen sich aber nicht finden. F. bevorzugte besonders Landschaftsdarstellungen seiner sächsischen Heimat, wie die Gemälde „Vogtländische Wälder“ (gezeigt 1940), „Sommer im Elbtal“ (gezeigt 1942) und Porträts von Angehörigen (Zeichnung „Mein Vater“, gezeigt 1940). Seine solide Malkunst, die präzise Darstellung - geschult durch seine frühe Arbeit als Porzellanmaler und vielleicht beeinflusst durch Müller -, die oft leicht impressionistische Malweise sowie ein Hang zu harmonischer Komposition und Farbgestaltung weisen F. als Vertreter der von Gotthardt Kuehl und Dorsch begründeten impressionistisch-realistischen Dresdner Schule aus. Beispielhaft für diese Tendenz ist das Gemälde „Knabe im Atelier“ (gezeigt 1942). – Eine schwere, mit längeren Aufenthalten in Sanatorien verbundene Lungenkrankheit zwang F. zu größeren Unterbrechungen seiner Arbeit. Er verlegte sich später mehr auf Aquarelle und Zeichnungen, wenngleich die unprätentiösen Motive die gleichen blieben: Porträts von Frau und Schwester, ein Selbstbildnis mit Röntgenfilm und das Aquarell „Dresden, Bautzner Straße“ (gezeigt 1962). Zu seinem 60. Geburtstag fand 1966 eine Einzelausstellung in der Dresdner Galerie „Kunst der Zeit“ statt. F. war 1968 zudem auf der 6. Deutschen Kunstausstellung mit dem Aquarell „Winterliche Dämmerung“ (1967) vertreten.



Q  Hochschule für Bildende Künste Dresden, Hochschularchiv, Studentenakte Felix F.

W  Selbstbildnis, 1932, Öl auf Leinwand, Galerie Neue Meister Dresden; Kammer, 1932, Öl auf Leinwand, ebd.; Zopfmädel, gezeigt 1935; Naturbursch, gezeigt 1935, Gemälde; Schwedische Landschaft, gezeigt 1935, Gemälde; Vogtländische Wälder, gezeigt 1940, Gemälde; Vorfrühling daheim, gezeigt 1940, Gemälde; Venus, Neapel, gezeigt 1940, Zeichnung; Bildnis Elli, gezeigt 1940, Zeichnung; Mein Vater, gezeigt 1940, Zeichnung; Selbstbildnis, gezeigt 1940, Zeichnung; Knabe im Atelier, gezeigt 1942, Gemälde; Sommer im Elbtal, gezeigt 1942, Gemälde; Sinnende, gezeigt 1942, Zeichnung; Tauwetter, gezeigt 1953, Aquarell; Dresden, Bautzner Tor, gezeigt 1962, Aquarell; Winterliche Dämmerung, gezeigt 1967, Aquarell.

L  Dresdner Kunstausstellung 1935 - Katalog, Dresden 1935, Kat. 71-73; Dresdner Künstlerbund – 1. Ausstellung Kriegsjahr 1940, hrsg. vom Dresdner Künstlerbund, Dresden 1940, S. 16, Kat. 123-128; Grosse Dresdner Kunstausstellung 1942, hrsg. vom Dresdner Künstlerbund, Dresden 1942, S. 14, Kat. 60f.; Dritte Deutsche Kunstausstellung Dresden 1953, Dresden 1953, Kat. 113f.; Fünfte Deutsche Kunstausstellung Dresden 1962, Dresden 1962, Kat. 138; Fünfte Bezirksausstellung: Verband bildender Künstler Deutschlands, Bezirk Dresden, Dresden 1964; Sächsische Zeitung 19.7.1966; Die Union 3.7.1966; VI. Deutsche Kunstausstellung Dresden 1967, Dresden 1967, S. 44; Gemäldegalerie Neue Meister, hrsg. von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Dresden 101986; H. F. Schweers, Gemälde in deutschen Museen, Teil 1: Künstler und ihre Werke, München u.a. 1994. – DBA II; Vollmer, Bd. 2, Leipzig 1999, S. 179.

P  Felix F., Selbstbildnis, 1948, Zeichnung, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Abteilung Deutsche Fotothek (Bildquelle).



Gernot Klatte
25.5.2016


Empfohlene Zitierweise:

Gernot Klatte, Funk, Bruno Felix, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (17.11.2019)

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