Erdmuthe Sophia Markgräfin von Brandenburg-Bayreuth
geb. Herzogin von Sachsen
Liederdichterin, Dichterin, Historikerin
* 15.2.1644 Dresden 12.6.1670 Bayreuth Bayreuth, Stadtpfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit(ev.)
VJohann Georg II. (1613-1680), Kurfürst von SachsenMMagdalene Sibylle, geb. von Brandenburg-Bayreuth (1612-1687), Tochter des Markgrafen Christian von Brandenburg-BayreuthGSibylle Marie (1642-1643); Johann Georg III. (1647-1691), Kurfürst von Sachsen19.10.1662 Christian Ernst (1644-1712), Markgraf von Brandenburg-Bayreuth
GND: 100124844





E. hatte bei ihren Lehrern, dem angesehenen Dresdner Oberhofprediger Jacob Weller von Molsdorf und Pastor Johann Heinrich Born, eine hervorragende Ausbildung in Religion, Fremdsprachen, Geschichte und Mathematik erhalten. Anlässlich ihrer im Zeichen großer Festlichkeiten stehenden Hochzeit mit Markgraf Christian Ernst in Dresden 1662 ließ Sigmund von Birken das höfische Singspiel „Sophia“ inszenieren, zudem wurde Giovanni Bontempis Oper „Il Paride“ uraufgeführt. – Bereits seit 1654 widmete sich E. der Dichtkunst und Fragen der Kirchen- und Verfassungsgeschichte. Außerdem schrieb sie Kirchenlieder. Später stand sie der bukolischen Dichtung Birkens nahe, dessen „Pegnesischer Blumenorden“ vielfältige Beziehungen zu der im Weimarer „Palmenorden“ versammelten „Fruchtbringenden Gesellschaft“ unterhielt. In ihrem erstmals 1666 erschienenen Kompendium „Handlung Von der Welt Alter, Des Heil. Römischen Reichs Ständen, und derselben Beschaffenheit“, das mit einer Bibelchronologie, Herrschertabellen und einem Verzeichnis bedeutender deutscher Bildungseinrichtungen eine Art Almanach darstellt, setzte sich E. kritisch mit dem Calvinismus auseinander. Sie befürwortete einen Ausgleich der protestantischen und katholischen Reichsstände, obgleich ihr posthum erschienenes Hauptwerk „Sonderbare Kirchen-, Staat- und Weltsachen“ das numerische Übergewicht der katholischen Stände auf Reichstagen einräumen musste. – E., die Wissenschaft, Kunst und Kultur nachdrücklich förderte und sowohl in Sachsen als auch in Brandenburg-Bayreuth - dort als „Landesmutter“ - sehr beliebt war, gehörte zu den gebildetsten Frauen ihrer Zeit.



Q  Sächsisches Staatsarchiv - Hauptstaatsarchiv Dresden, 12881, Genealogica; Staatsarchiv Bamberg, GAB 1 A.

W  Handlung Von der Welt Alter, Des Heil. Römischen Reichs Ständen, und derselben Beschaffenheit, Bayreuth 1666, Leipzig 21674; Sonderbare Kirchen-, Staat- und Weltsachen, Nürnberg 1676.

L  DBA I, III; W. Killy (Hg.), Literaturlexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache, Bd. 3, o.O. 1989, S. 283f.; N. Weiß/J. Wonneberger, Dichter, Denker, Literaten aus sechs Jahrhunderten in Dresden, Dresden 1997; E. Schneider (Hg.), Fränkische Lebensbilder, Bd. 19, Neustadt a.d. Aisch 2002, S. 65-80.

P  Unbekannter Künstler, um 1668, Kupferstich, Universitätsbibliothek Erlangen, Handschriftenabteilung, Graphische Sammlung; J. Hoffmann, um 1665, Kupferstich, Stadtarchiv Erlangen, Archivakt V. B. a. 107; J. v. Sandrart, Kupferstich, Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig; Unbekannter Künstler, 1665, Kupferstich, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstichkabinett, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Abteilung Deutsche Fotothek (Bildquelle).



Michael Peters
15.8.2005


Empfohlene Zitierweise:

Michael Peters, Erdmuthe Sophia, Markgräfin von Brandenburg-Bayreuth, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (11.12.2017)

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