P. erlernte den Apothekerberuf in Dresden, wo auch sein Großvater David Franz Andreas Ficinus eine Apotheke besaß, und bildete sich in Liegnitz (poln. Legnica) weiter. Wahrscheinlich wurde er vom Bruder seiner Mutter, dem bekannten Dresdner Arzt und Botaniker Heinrich David August Ficinus, angeregt, sich an Exkursionen in die Alpenländer und nach Italien zu beteiligen. Nach dem Tod seines Vater übernahm P. 1821 die Bautzener Schlossapotheke und gründete in der Töpfergasse ein Dampf- und Warmbad mit Trinkanstalt für mineralische Wässer. Außerdem betrieb er in seinem Labor eigene chemische Forschungen. Der Arzt Friedrich Oskar Lehmann widmete ihm 1854 seine Dissertationsschrift. 1827 errichtete P. zusammen mit dem Seminardirektor Pomsel sowie dem Zeichenlehrer Friedrich von Gehrsheim im Bautzener Logenhaus eine Sonntagsschule und unterrichtete dort unentgeltlich. Erwähnenswert ist seine Tätigkeit als erster Steward der Bautzener Loge „Zur goldenen Mauer“. 1841 erwarb P. von Moritz Oskar von Zehmen die Rittergüter Ober-, Nieder- und Neuschmölln mit dem Erblehnsgerichtsgut Belmsdorf. An der Schmöllner Kirche ließ er umfangreiche Bauarbeiten auf eigene Kosten durchführen. 1847 gründete P. den „Land- und forstwirtschaftlichen Verein“ für Bischofswerda und Umgebung. 1848 sowie 1850 bis 1855 war er Mitglied bzw. stellvertretendes Mitglied des Sächsischen Landtags. Nach P.s Tod 1856 verkaufte die Erbengemeinschaft die Schmöllner Rittergüter mit Ausnahme Belmsdorfs an den bekannten Hofschauspieler Emil Devrient.