Dorothea Gräfin von Solms-Lich Gräfin von Mansfeld-Vorderort
* 25.1.1493 8.6.1578 Mansfeld 20.6.1578 Eisleben, St. Andreaskirche(kath., nach 1540 ev.)
VPhilipp (1468-1544)MAdriana, geb. Gräfin von HanauG11 u.a. Walpurgis; Reinhard I.; Otto1512 Ernst II. (1479-1531), Graf von Mansfeld-VorderortSJohann Georg I. (1515-1579), Graf von Mansfeld-Eisleben, kurfürstlich sächsischer Rat und Statthalter; Peter Ernst I. (1517/19-1604/06), Feldmarschall; Johann Hoyer I.; Johann Albrecht VI. (1522-1586), kurfürstlich sächsischer Rat; Johann Gebhard (1524-1562), Kurfürst und Erzbischof von Köln; Johann Hoyer II. (1522-1585); Johann Ulrich I.; Johann Ernst I. († 1572)TMaria; Anna; Apollonia; Katharina; Elisabeth; Dorothea
GND: 120625652

Die als Wunderheilerin geltende und später durch das ihr zugeschriebene, sagenhafte Alter von 101 Jahren noch mythisch überhöhte D. pflegte eine ausgedehnte Korrespondenz über medizinische Probleme und Rezepte, insbesondere mit Kurfürstin Anna von Sachsen. – Seit 1531 verwitwet, residierte D. in sehr bescheidenen Verhältnissen auf dem Vorderort von Schloss Mansfeld, wo sie persönlich für den Kräutergarten sorgte. Vor dem Schloss ließ sie eine hervorragend ausgestattete Apotheke bauen, aus der sie unentgeltlich selbst zubereitete Arzneimittel und Heiltränke an Hilfsbedürftige und Kranke aus der Umgegend verteilte. Auch als D. altersbedingt ihre Gemächer nicht mehr verlassen konnte, setzte sie die Armenfürsorge fort und ließ ihre Arzneimittel durch die Pfarrer verteilen. Ebenso wurde sie von vielen Fürsten um die Übersendung von Arzneien und Rezepten ersucht. – Mit ihrer besonderen Gönnerin, Kurfürstin Anna von Sachsen, korrespondierte sie regelmäßig und diente ihr als Vorbild. D. schickte Anna häufig skurrile Präsente, für die ihr die Kurfürstin offenbar über ihren im kursächsischen Hofdienst stehenden Sohn Johann Georg I. von Mansfeld-Eisleben eine regelmäßige finanzielle Unterstützung zuteil werden ließ und ihr 1573 lebenslanges Wohnrecht im Dresdner Schloss anbot. Im Brennhaus auf Schloss Mansfeld produzierte D. aus dem von Anna zur Verfügung gestellten Alkohol Aquavit, mit dem dann im Gegenzug der Dresdner Hof beliefert wurde.



Q  F. Roth, Restlose Auswertungen von Leichenpredigten und Personalschriften für genealogische und kulturhistorische Zwecke, Bd. 2, Boppard 1961; Sächsisches Staatsarchiv - Hauptstaatsarchiv Dresden, Geheimer Rat (Geheimes Archiv).

L  J. G. Zeidler, Acht hundert jähriger an einander hangender Stammbaum Des Uralten Hochlöblichen Helden=Hauses Der Hochgebohrnen Graffen und Herren zu Mannsfeld ..., Halle 1703; C. G. Hoffmann, Die Ehre des Fürst= und Gräflichen Hauses Von Mannsfeld …, Leipzig 1717; E. C. Francke, Historie der Graffschaft Manßfeld …, Leipzig 1723; L. F. Niemann, Geschichte der Grafen von Mansfeld, Aschersleben 1834; G. F. Busch, Chronik der Grafschaft Mansfeld, Leimbach 1849; K. v. Weber, Anna Churfürstin zu Sachsen, Leipzig 1865; K. Krumhaar, Versuch einer Geschichte von Schloß und Stadt Mansfeld, Mansfeld 1869; ders., Die Grafen von Mansfeld und ihre Besitzungen, Eisleben 1872; K. Sturmhoefel, Kurfürstin Anna von Sachsen, Leipzig 1905; H. Peickert, Gräfin D. von Mansfeld und Kurfürstin Anna von Sachsen, in: Apotheker-Zeitung 6/1933; I. Roch, Zur Stellung der Festungen Mansfeld und Heldrungen im frühneuzeitlichen Festungsbau, in: Wissenschaftliche Zeitschrift der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Geisteswissenschaftliche Reihe 41/1992, Nr. 5, S. 64-72; R. Seidel, Die Grafen von Mansfeld, Egelsbach/Frankfurt/Main/Washington 1998.

P  C. Matsijs, Kupferstich, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstichkabinett, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Abteilung Deutsche Fotothek (Bildquelle).



Jochen Vötsch
7.2.2005


Empfohlene Zitierweise:

Jochen Vötsch, Dorothea Gräfin von Solms-Lich, Gräfin von Mansfeld-Vorderort, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (23.5.2017)

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