Kaaz (Katz) Carl Ludwig
Landschaftsmaler
* 22.1.1773 Karlsruhe 14.7.1810 Dresden(ev.)
Vvermutlich Jakob Katz (1723-1775)MEleonora Friederike, geb. Eisenlohr († 1784)GWilhelm Heinrich Katz (1763-1851), Hofprediger in Mannheim1805 Caroline Susanne, geb. Graff (* 1781)T2
GND: 118714376






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Für den aus Karlsruhe stammenden K. wurde Dresden zum selbst gewählten Lebensmittelpunkt, wo ihn Johann Christian Klengel und Jacob Wilhelm Mechau unterrichteten. Zuvor hatte er als Waise das Buchbinderhandwerk erlernt. Sein älterer Bruder hatte ihm ab 1792 eine Ausbildung als Kupferstecher in La Chaux-de-Fonds in der französischen Schweiz ermöglicht. Anschließend vertiefte K. an der Stuttgarter Akademie sein Können als Kupferstecher. In Dresden trat er nur noch als Zeichner und Maler sowie als Malerradierer hervor. Er studierte die niederländischen und französischen Landschaftsgemälde in der Dresdner Galerie und kopierte hier Werke von Claude Lorrain, Gaspard Dughet, Jacob van Ruisdael, David Tenniers und Albert Cuyp. K. verkehrte in den gastfreundlichen Familien des Porträtisten Anton Graff, des Hofkapellmeisters Johann Gottlieb Naumann und war mit den Landschaftszeichnern Heinrich Theodor Wehle, Johann Philipp Veith sowie dem Akademieprofessor Joseph Grassi befreundet. Die Schriftstellerin Charlotte Elisabeth Konstantia von der Recke wurde auf ihn aufmerksam und übernahm seine Förderung. Sie verschaffte ihm Aufträge und ermöglichte ihm 1801 eine Italienreise. Nach einem Aufenthalt in der Schweiz verbrachte K. den Winter 1801/02 in Paris, wo er mit Miniaturbildnissen seinen Unterhalt verdiente. Im Frühjahr 1802 begab er sich nach Rom. Dort erlernte er u.a. die Freskomalerei, wovon ein Fresko im sächsischen Schloss Frohburg mit der Darstellung des Nemisees im Albanergebirge zeugt. Bei seiner Rückkehr nach Dresden 1805 brachte er zahlreiche Skizzen mit, darunter ein Skizzenbuch mit 21 Zeichnungen, das sich heute im Besitz des Goethe-Museums in Frankfurt/Main befindet. Weitere Skizzen beherbergen die Weimarer Kunstsammlungen. Noch im Jahr seiner Rückkehr vermählte sich K. mit einer Tochter Graffs. Seinen 1800 hergestellten Kontakt zu Johann Wolfgang von Goethe pflegte er nun bei Besuchen und einem gemeinsamen Kuraufenthalt 1808 in Karlsbad (tschech. Karlovy Vary) intensiver. Dabei erteilte er dem Dichter Zeichenunterricht und tauschte sich mit ihm über zeitgenössische Kunst aus. Die wenigen Jahre von seiner Hochzeit bis zu seinem frühen Tod 1810 verbrachte K. sehr produktiv. Er hinterließ ein reiches Werk an italienischen Zeichnungen, die er später als Vorlagen für Gouachen, Aquarelle und lavierte Federzeichnungen verwendete, sowie an idealen Landschaftsgemälden, die in der klassischen Manier von Lorrain und Nicolas Poussin komponiert, aber in der Atmosphäre und der Figurenstaffage von romantischem Ausdruck waren.



W  Flusslandschaft mit Wasserfall, 1800, Öl auf Leinwand, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Gemäldegalerie Neue Meister; Der Nemisee im Albanergebirge, 1805, Öl auf Leinwand, ebd.; Aussicht aus einem Fenster der Villa des Malers Grassi nach dem Plauenschen Grunde, 1807, Öl auf Leinwand, Privatbesitz; Ischia mit dem Blick auf den Vesuv, Pinsel in Sepia über Graphit, Staatliche Museen Berlin - Preussischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett; Ideale Landschaft mit großer Baumgruppe (nach C. Lorrain), Öl auf Leinwand, Museum für bildende Künste Leipzig; Italienische Landschaft (nach C. Lorrain), Öl auf Leinwand, ebd.; Ideale Landschaft mit Kastell (nach G. Dughet), Öl auf Leinwand, ebd.; Wasserfälle bei Tivoli, Aquarell über Graphit, Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen; Ritter in Mondscheinlandschaft, Aquarell über Graphit, ebd.

L  Die Kunstausstellung Dresden betreffend, in: Archiv für Künstler und Kunstfreunde 1/1803/1805, S. 101-103; Zeitung für die elegante Welt 28.4.1810, S. 85, Sp. 676; J. F. zu Racknitz, Skizze einer Geschichte der Künste, besonders der Malerei in Sachsen, Dresden 1811, S. 98; C. K. Kraukling, Erinnerung an Karl K., in: E. v. Mühlenfels (Hg.), Dresdner Album, Dresden 1847, S. 510-519; H. Geller, Carl Ludwig K., Berlin 1961; M. Prause (Bearb.), Die Kataloge der Dresdner Akademie-Ausstellungen 1801-1850, Berlin 1975; H. Guratzsch (Hg.), Museum der bildenden Künste Leipzig. Katalog der Gemälde, Stuttgart 1995, S. 92, Nr. 1819-1821; A. Fröhlich, Landschaftsmalerei in Sachsen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Weimar 2002, S. 182-188; dies., Carl Ludwig K., in: Weltkunst 73/2003, H. 9, S. 1288-1290. – ADB 14, S. 778f.; DBA I, II; DBE 5, S. 391; NDB 10, S. 714f.; Thieme/Becker, Bd. 19, Leipzig 1999, S. 401-403.

P  Der Maler Carl Ludwig K., C. A. Graff, Öl auf Leinwand, Hamburger Kunsthalle; K., Doppelporträt mit der Ehefrau, Staatliche Museen Berlin - Preussischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett; K. mit Gitarre, F. G. Weitsch, 1805, Zeichnung, ebd.; Selbstbildnis, um 1800, Kreide, Städtische Galerie Dresden, Kunstsammlung, Museen der Stadt Dresden, Foto von F. Zadnicek (Bildquelle); Selbstporträt, Kreide, Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen.



Anke Fröhlich
14.11.2011


Empfohlene Zitierweise:

Anke Fröhlich, Kaaz (Katz), Carl Ludwig, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (18.8.2017)

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