Aus der vogtländischen Linie eines weit verzweigten, angesehenen Adelsgeschlechts stammend, wurde B. 1683 kurfürstlich sächsischer Unterhofmarschall, 1691 Kammerherr sowie Hauptmann des Meißner Kreises und erhielt 1697 den Titel eines Geheimen Rats. Zwischen 1694 und 1697/98 betraute man ihn mit diplomatischen Missionen nach Berlin, Kopenhagen und Stockholm. – Am 13.2.1712 legitimierte sich B. als Nachfolger Georg von Wertherns als neuer kursächsischer Reichstagsgesandter beim Mainzer Reichtagsdirektorium in Regensburg. 1712 vertrat er dort zudem den preußischen Gesandten Graf Ernst von Metternich im Kurfürstenrat und führte 1713/14 die Kurstimme Hannovers. Mit dem Regensburger Gesandtschaftsposten hatte B. zugleich das durch die Konversion Kurfürst Friedrich Augusts I. problematisch gewordene, reichspolitisch wichtige kursächsische Direktorium des Corpus Evangelicorum übernommen. Die Verschärfung der konfessionellen Gegensätze nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekriegs und die aggressiv antikaiserliche Politik Hannovers und Preußens demontierten zunehmend die kursächsische Direktorialstellung. Trotz seiner dringenden Warnungen sah sich B. in dieser Situation von der Zentrale in Dresden bzw. Warschau weitgehend allein gelassen. Mit dem Bekanntwerden der Konversion des Kurprinzen Friedrich August Ende 1717 näherte sich die Krise ihrem Höhepunkt. In der Zusammenarbeit mit dem nach Regensburg beorderten Sondergesandten Christoph Friedrich Freiherr von Gersdorff, einem weniger skrupulösen Vertrauten des Premierministers Jacob Heinrich Graf von Flemming, offenbarten sich schon bald gravierende Abstimmungsprobleme. Zudem wurden die Loyalität und Zuverlässigkeit von B. angezweifelt. Auch sah man ihn als Ausgangspunkt von Gerüchten, die etwa die Administration des evangelischen Stifts Meißen durch den konvertierten Kurfürsten in Frage stellten. Anfang 1718 wurde B. abberufen und sollte in Dresden verhört werden. In einer ungewöhnlichen Initiative setzten sich sowohl die evangelischen Reichstagsgesandten als auch seine Kollegen im Kurfürstenrat in Dresden vergeblich für das Bleiben des entschieden evangelischen und persönlich integren B. ein. – Nachdem B. bereits 1715 durch Kaiser Karl VI. in den Reichsgrafenstand erhoben worden war, erhielt er bei seinem ehrenvollen Abschied 1718 noch die Bestallung zum kurfürstlichen Wirklichen Geheimen Rat und widmete sich fortan seinem Besitz, den er durch Zukauf von drei Rittergütern erheblich erweitern konnte. – B. war außerdem Ritter des Johanniterordens und designierter Komtur zu Wittersheim sowie Domherr in Merseburg. – Sein 1730 aufgesetztes Testament sollte wegen der Fortdauer des darin angeordneten Fideikommisses und einem ausführlichen Gutachten des berühmten Göttinger Juristen Johann Stephan Pütter um 1800 noch für erheblichen Konfliktstoff sorgen. Während seiner Regensburger Zeit hatte B. eine umfangreiche Sammlung von Flugschriften, Zeitungen, Kriegsberichten und diplomatischen Korrespondenzen angelegt, die 1833 als Geschenk an die Königliche Bibliothek in Dresden gelangte.